Von La Gomera heimgekehrt

Erster Ateliertag des Malers Florian Schuster-Böckler

Der Maler zuhause - Andrea Weber
Der Maler zuhause - Andrea Weber
Man habe ihn schon lange als Gomero bezeichnet und doch blieb der freischaffende Künstler auf der Vulkaninsel La Gomera in seinem Inneren ein Fremder.

Nach zwanzig Jahren ist der gebürtige Grünwalder nun zurück gekehrt, hat die Kanaren hinter sich gelassen, weil er spürt, dass hier im Süden von München seine Wurzeln sind. „Dahoam is Dahoam“, so empfindet er und so gab er auch seinem ersten Ateliertag im neuen Zuhause in Dietramszell den Titel.

Jetzt sei er froh hier zu sein und wie es weiter gehe, wer weiß, sagt er gelassen. „Ich fange beruflich bei Null an“. Doch das tut er gerne, denn schon lange war die kanarische Insel für ihn nicht mehr das, warum er vor zwanzig Jahren dort hinging. Ihn lockte damals die unberührte Natur auf die Insel. „Inzwischen haben sie alles verbaut“, erzählt Schuster-Böckler. Überhaupt war das Jahr 2008 für den Maler recht lebensverändernd. Er wurde 50 Jahre alt und Großvater. Er hat vor kurzem seine Frau Sandra geheiratet und mit ihr nun ein neues Leben begonnen. In Dietramszell soll der neue Lebensabschnitt beginnen, weil in den 1930ern schon sein Großvater hier lebte.

Während er erzählt, geht der Maler durch sein neues Zuhause und zeigt den Gästen seine Arbeiten. Jedem Bild hat er einen schönen Platz verpasst, in den ungewöhnlichen Räumen, die zwar verwinkelt und doch bis unters Dachgebälk offen sind. Dezentes Licht strahlt punktuell und schafft eine warme Atmosphäre.

Exakte Realität gemalt

Die Ausstellung „Dahoam is Dahoam“ hat kein spezielles Thema. Sie zeigt viel mehr eine Retrospektive seiner Arbeit auf La Gomera und Bilder aus der Gegenwart. Teils sind die Motive Blütenköpfe exotischer Pflanzen, die wie durch ein Makro stark heran gezoomt sind, so dass darauf jedes Äderchen zu sehen ist. „Mich fasziniert die realistische Malerei, die ich in der Exaktheit immer weiter verbessern will“, erklärt der Künstler. Schuster-Böcklers Gemälde sind überwiegend in Farbe und leuchten. Egal ob er dabei pastöse Ölfarben nimmt, denen diese Eigenschaft eh nachgesagt wird oder ob er mit Aquarell arbeitet. Er spart an Wasser und will bewusst nicht die typische, transparente Leichtigkeit erzielen. Auch seine Aquarelle leuchten daher.

Buddha-Bilder seit dem 11. September

Zwischen den Bildern hängen auffällig oft eigenartige „Buddha-Bilder“. Es ist immer exakt das gleiche Motiv, wie durch eine Schablone gemalt. Doch das kann nicht sein, denn die Größen sind verschieden. Eines in Rot ist klein und hinter Glas eingerahmt, andere stechend gelb und grün, metergroß auf Leinwand. Sie sind exotisch und spirituell. Es sind Bilder, die hinterfragt werden müssen, um sie zu verstehen. Wer das tut, wird von dem Maler erfahren, dass auf ihnen alle Weltreligionen vereint sind. Mit diesem Bilderzyklus, den Schuster-Böckler bis heute malt, hat er am 11. September 2001 begonnen, am Tag des Attentats auf das World Trade Center in New York. Es ist der Ausdruck seines Unverständnisses gegenüber dem ewigen Hass der Glaubensgruppen untereinander. „Ich will sagen, dass wir doch alle nur Menschen sind.“

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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