Physikalisch und nach der Farbenlehre bedeutet Schwarz Abwesenheit von sichtbarem Licht jeglicher Wellenlänge. Farbe ist generell eine Sinnesempfindung. Fehlt jeglicher Farbreiz, wird Schwarz angenommen. Ein Gegenstand erscheint dann schwarz, wenn er Licht aller sichtbaren Wellenlängen vollständig absorbiert. Schwarz gehört zu den unbunten Farben. So viel zur physikalischen Seite von Schwarz. Die Farbe Schwarz steht für Macht, für Vornehmheit und Exklusivität und ist Symbolfarbe in der Politik. Sie steht aber auch für Tod und Trauer. Im übertragenen Sinne steht Schwarz für Verbote und Unerlaubtes. Schwarz ist die vorherrschende Farbe in der Gothic-Szene und ist mit im Spiel, wenn von schwarzer Romantik die Rede ist. Nicht zuletzt haben sich zahlreiche Redewendungen um die Farbe Schwarz gebildet.

Nobel geht die Welt zugrunde – Schwarz steht für Vornehmheit

In der Kleidung steht Schwarz für Eleganz und Vornehmheit. Mit dem kleinen Schwarzen liegt man eigentlich nie falsch, wenn zu exklusiven Veranstaltungen geladen wird. Schwarz wird ehedem bei Feierlichkeiten vorwiegend getragen, von den Damen als auch von den Herren. Für Nobelkarossen verwendet man gerne ein glänzendes Tiefschwarz. Schwarz steht für Individualität und Eigenständigkeit und signalisiert Seriosität und Machtanspruch. In der Politik hat die Farbe Schwarz Einzug in die Parteienlandschaft (CDU und CSU) gehalten. Mit Schwarz wird allgemein eine konservative Haltung assoziiert. In Nazi-Deutschland waren die SS-Uniformen (SS= Schutzstaffel) schwarz, als Zeichen von Exklusivität. Im Gegensatz zum Braun der Massenbreite der SA (Sturmabteilung).

Schwarz als Farbe des Todes und der Trauer

Die Farbe Schwarz hat in der christlichen Welt ihren festen Platz. Geprägt durch die ehemaligen Priestergewänder hielt sie Einzug in den Katholizismus, später auch in die Reformation. Die exklusive Besonderheit findet sich in religiöser Symbolik, wie etwa in der Schwarzen Madonna. Schwarz ist in der westlichen Welt die Farbe des Todes und der Trauer. Der Brauch, während der Trauerzeit schwarze Kleidung zu tragen, geht auf die Überlieferung zurück, die Geister der Verstorbenen würden sich anfangs noch in der Nähe ihrer Angehörigen aufhalten. Da Geister schwarze Farben nicht sehen können, würde damit ihre Aufmerksamkeit von den Hinterbliebenen abgelenkt werden und sie könnten sich ungestört ins Jenseits begeben. Die Farbe Schwarz steht darüber hinaus für das Böse und für Bedrohung; für Dunkelheit, Nacht, Einsamkeit, Leere, Pessimismus, Unglück. Andererseits gilt Schwarz als geheimnisvoll, mystisch und undurchdringlich, als melancholisch und mächtig. Schwarz kann aber auch für "dunkle" unbekannte Seiten einer Person stehen. Generell wird Schwarz negativ gewertet.

In der Gothic- und Metal-Szene ist Schwarz die Symbolfarbe für Kleidung und Outfit. Sie verleiht ihren Trägern Ernsthaftigkeit und soll gleichzeitig Dunkelheit und Mystik signalisieren; aber auch Hoffnungslosigkeit und Leere, und sie soll einen Bezug zu Trauer und Tod herstellen. Das gleiche gilt für die schwarze Romantik. Sie zeichnet sich besonders durch irrationale, melancholische Züge aus und ist vom menschlichen Wahnsinn und vom Bösen fasziniert.

Ein schwarzes Schaf sein und andere Redewendungen

Um die Farbe Schwarz bildeten sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Redewendungen. Meist beinhalten die Redewendungen negative Aussagen oder es geht dabei um etwas Verbotenes oder Unerlaubtes. Dass gerade die Farbe Schwarz dafür herhalten muss und nicht Rot zum Beispiel, hat mit der negativen Wertung der Farbe zu tun.

  • ein schwarzes Schaf sein: Die Redewendung wird meist gebraucht, wenn ein Familienmitglied ein deutlich anderes Verhalten an den Tag legt, als der Rest der Familie. Sie geht auf Wertmaßstäbe der Schafszucht zurück, wonach die Wolle weißer Schafe als wertvoller angesehen wird, da sie sich einfacher färben lässt. Dagegen senkt die Wolle eines einzigen schwarzen Schafes die Wollqualtiät der ganzen Herde. Unabhängig von diesem Manko sollen schwarze Schafe bei den Schäfern äußerst unbeliebt sein und rasch ausgesondert werden.
  • Schwarzfahren: Steht für Fahren eines PKWs ohne Fahrerlaubnis, bei öffentlichen Verkehrsmitteln ohne gültigem Fahrschein.
  • Schwarzarbeiten: Darunter versteht man eine Arbeit oder Dienstleistung erbringen, ohne dafür Steuer- und Sozialabgaben zu entrichten. Der Begriff "Schwarzarbeit" kommt aus dem Handwerk und beschränkte sich ursprünglich auf Tätigkeiten, für die der Ausführende nicht über die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen (etwa die Meisterprüfung) verfügte.
  • Schwarzsehen: Diese Redewendung hat zweierlei Bedeutung. Einmal bezieht sie sich auf das Nichtanmelden von Radio- und Fernsehgeräten bei der GEZ, die betreffende Person hört und sieht also schwarz. Zum anderen verbirgt sich dahinter ein "Schwarzseher". Jemand, der zu allem eine pessimistische und mies machende Einstellung hat. Auch bekannt unter "Schwarzmaler" oder "Schwarzfärberei".
Weiter gibt es den Schwarzmarkt (ein vom Staat nicht gebilligter Markt), das Schwarzgeld (unversteuerte Einnahmen), eine schwarze Liste (Negativliste von Personen oder Dingen). Es gibt das schwarze Brett, die schwarze Kunst, den schwarzen schwarzen Humor, den schwarzen Freitag, aus Schwarz Weiß machen wollen und vieles mehr. Eine positive Deutung der Farbe Schwarz (vermutlich eine der ganz Wenigen) ist, wenn gesagt wird: schwarze Zahlen schreiben. Was bedeutet: die Jahresbilanz eines Unternehmens ist positiv ausgefallen, es wird also Gewinn gemacht.

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