
- Trabant-Durchbruch - © Marc Tollas / Pixelio.de
Am 13. August 1961 schloss die DDR ihre Grenzen zur Bundesrepublik auf unbestimmte Zeit. Heute nach über 50 Jahren gibt es viele schlaue Reden. Allen war bereits damals klar, dass die DDR scheitern wird. Die Mauer stand über 28 Jahre. Sie hatte eine Länge von 155 Kilometern. Insgesamt 5.075 Menschen glückte die Flucht. Viele Menschen wurden bei der Flucht erschossen. Auf beiden Seiten und über viele Jahre. Auch vor der Zeit der Mauer.
Weshalb baute die DDR diese Mauer?
Es gibt für den Mauerbau keine Entschuldigung. Und doch gab es einige wichtige Gründe dafür. Es ist aus heutiger Sicht leicht zu urteilen und zu verurteilen. Aber es gab für dieses System viele Zwänge, um überhaupt existieren zu können. Die DDR-Führung konnte nicht anders handeln, weil sie dem Westen ökonomisch unterlegen und zum anderen der vorgeschobene Posten der Sowjets war. Sie galt als ein Bollwerk, das ohne Mauer nicht weiter existieren konnte. Anders als in der Bundesrepublik, hatte die Wirtschaft der DDR von Beginn an zwei Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen waren Reparationen zu entrichten, zum anderen hatte sie die Integration in die sozialistische Planwirtschaft zu verkraften. Auf Anweisung der sowjetischen Kontrollkommission wurden Gleise abgebaut und Fabriken demontiert. Man muss den 13. August 1961 immer im Zusammenhang sehen, mit dem 22. Juni 1941, dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion. Die Mauer sollte einen erneuten Krieg infolge Destabilisierung und Grenzverschiebung verhindern. Die DDR musste unbedingt im Einflussbereich der Sowjetunion bleiben. US-Präsident John F. Kennedy sagte 1961, dass eine Mauer keine angenehme Lösung, aber verdammt viel besser als ein Krieg sei. Die Amerikaner und die Sowjetunion, die nach 1945 die Weltpolitik bestimmten, riskierten einen großen Krieg.
Viele Menschen haben die DDR legal oder illegal verlassen
Heute können wir feststellen, dass es vor allem drei Hauptgruppen gab. Die erste Gruppe waren Menschen, die politisch mit dem System in Konflikt gekommen waren und dadurch Verfolgung und Gefängnis riskierten. Eine weitere Gruppe waren solche Leute, die auf die verschiedenste Art und Weise kriminell geworden waren. Durch die Flucht in die BRD entzogen sie sich einer strafrechtlichen Verurteilung. Die dritte Gruppe waren die sogenannten Wohlstands-Flüchtlinge. Schwer zu ertragen ist, dass viele von Ihnen heute behaupten, ihre Flucht sei politisch motiviert gewesen. Die vielen Flüchtlinge aus der damaligen DDR, haben nicht zur Deutschen Einheit beigetragen. Sie haben nur ihren eigenen, persönlichen Vorteil gesehen. Im Prinzip war diesen Leuten meistens egal, was aus den in der DDR gebliebenen Verwandten, Freunden, Bekannten und anderen Bürgern wird. Als Helden sind solche Leute nicht zu verstehen. Es war Ihr eigener Wille und ein ihnen bekanntes Risiko. Mehr nicht. Leider wird der geschichtliche Ablauf der Wende oftmals verfälscht dargestellt. Die Wende, der Sturz der sozialistischen Regierung und der Fall der Mauer, wurden in erster Linie, nur von den in der DDR gebliebenen Menschen erreicht, einschließlich der Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Der Kalte Krieg funktionierte mit dem Gleichgewicht der atomaren Abschreckung. Je mehr Menschen aus der DDR flohen, umso weniger stabil wurde das System. Natürlich wurden viele gut ausgebildete Leute auch ab geworben. Sie gingen, weil sie dort mehr Reisefreiheit und vor allem viel mehr Geld bekamen.
Weshalb blieben trotzdem Leute in der DDR zurück?
Viele wollten ihre Familie nicht verlassen und auch nicht sinnlos ihr Leben riskieren. Um etwas im eigenen Land zu verändern, muss man da sein. Es musste Leute geben, die darauf hinwirkten, dass alle Leute wieder in Freiheit leben. Jeder der wegging, fehlte bei dieser sehr wichtigen Aufgabe. Es war nicht einfach und manchmal sehr gefährlich, aber einmalig in der Geschichte. Den Sturz eines ganzen Systems auf friedlichem Wege gab es vorher noch nie. Nach dem Fall der Mauer war klar, dass die Sieger der Geschichte im Westen sitzen. Aber friedlich überwunden haben das diktatorische System die Demonstranten, von denen viele heute auf der Straße um Arbeit betteln müssen und Hartz IV Empfänger sind.
Haben die DDR- Bürger heute das erhoffte Deutschland ?
Es war und ist ein Trugschluss zu glauben, die DDR Nostalgie würde sich im Laufe der Zeit von selbst erledigen. Eine breite Mehrheit, im Mittel 83 Prozent, gibt an, dass auch nach 22 Jahren noch eine unsichtbare Mauer zwischen Ost und West existiert. Die DDR war insgesamt ein Unrechtsstaat. Dies streitet kaum noch jemand ab. Aber hat man jetzt den erhofften Rechtsstaat? Betrachtet man die zahlreichen Bücher über den Mauerbau im August 1961, oft von Schriftstellern die weder die DDR noch die Probleme der Menschen wirklich gekannt haben, wird man feststellen, dass vieles darin steht, was schon immer keiner wissen wollte. Statt eines Zusammenschlusses, passierte nur ein Anschluss der maroden DDR. Man hätte gemäß des Grundgesetz, Artikel 146, dass Volk entscheiden und darüber sprechen lassen müssen, was dringend notwendig ist zu verändern. Die Mauer in den Köpfen muss überwunden werden. Aber solange es es nach über 22 Jahren Deutscher Einheit, immer noch den Unterschied zwischen Ost- und West-Renten, Ost und West-Löhnen gibt und zweierlei Versorgungssysteme existieren, wird die Deutsche Einheit nicht vollendet sein und die Mauer in den Köpfen weiterhin bestehen bleiben.
Viele kritisieren heute das Land, für das sie gekämpft haben
Ideal wird es nie und allen recht zu machen ist auch unmöglich. In die Wende haben viele einfache Menschen große Hoffnungen gesetzt. Nichts bleibt immer so wie es ist. Auch die Grundfragen des Sozialismus sind nicht endgültig verschwunden. Das globale kapitalistische System gleicht trotz oder wegen seiner Effizienz einem riesigen Kartenhaus. Gewissenlose Handelsfreiheit diagnostizierte Karl Marx bereits 1848. Diesem System fehlt weltweit das soziale Gewissen, weil immer nur der Gewinn zählt. Die Menschen sollten ständig darauf hinwirken, dass die gewonnene Freiheit mit Menschlichkeit in Anknüpfung an die kulturelle Tradition zusammen geht. Auch das sich der Entfaltungsspielraum für den Einzelnen und soziale Gerechtigkeit im Gleichgewicht halten. Davon sind die Deutschen immer noch sehr weit weg. Trotzdem sollten sie froh sein, dass die Mauer endlich Geschichte ist. Niemand möchte die Mauer oder die DDR in der damaligen Form wieder haben.
Nachweis der Bilder: Bild 1 © Sven Grundmann / Pixelio.de * Bild 2 © Albrecht E.Arnold / Pixelio.de * Bild 3 © Karl Heinz Laube / Pixelio.de * Bild 4 © Karl Heinz Laube / Pixelio.de * Bild 5 © Marc Tollas / Pixelio.de
Quellen :
- Superillu 2011
- Freie Presse- August 2011
- Geschichte der SED – Dietz Verlag Berlin
- Militärverlag der DDR- Berlin
