Gute Stallbedingungen, eine gesunde Stute, Kenntnisse im Geburtsablauf, die richtige Erstversorgung des Fohlens und ein guter Kontakt zum Tierarzt sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen Zuchterfolg.

Einer weiteren sportlichen Nutzung der Stute steht während der Tragzeit nichts entgegen, Höchstleistungen (hohe Sprünge, starkes Biegen und Gymnastizieren) sind jedoch zu vermeiden. Gut ist eine gleichmäßige Bewegung in Schritt, Trab und Galopp und täglicher Auslauf.

Es gibt spezielles Futter für Zuchtstuten, wer aber seine Stute bislang mit Heu und Hafer gefüttert hat, kann dies auch weiterhin tun. Zusätzlich wohldosiert Mineral- und Vitaminzusätze reichen. Wichtig ist natürlich eine gute Qualität des Futters. In der Endphase der Trächtigkeit und in der Säugezeit ist eine optimale Fütterung von hoher Bedeutung. Die Stute hat einen erhöhten Bedarf an Energie, Calcium, Phosphor und Eiweiß. Sie sollte sich beim Abfohlen in einem guten Ernährungszustand befinden, aber keinesfalls zu fett sein.

In der Regel trägt eine Stute 330 bis 345 Tage, doch auch 320 Tage liegen durchaus im Bereich des Möglichen und sogar mehr als 400 Tage Tragzeit kamen schon vor. Einfluss hierauf haben unter anderem die Rasse, das Alter und die Jahreszeit zum Zeitpunkt der Bedeckung.

Vorbereitungen treffen

Desinfektionslösung, Latex-Handschuhe, hygienisch saubere Stricke zur gegebenenfalls nötig werdenden Geburtshilfe, Jod zur Desinfektion der Nabelschnur und ein Klistier zur Unterstützung des Darmpechabgangs bereitlegen. Ebenso muss schnell warmes Wasser verfügbar sein. Rechtzeitig mit dem Tierarzt absprechen, ob er im Notfall auch nachts kommen kann, andernfalls stets auf dem Laufenden halten, welcher Tierarzt Notdienst hat.

Der Stute die Eisen abnehmen. Vor allem bei erstgebärenden Stuten ist es sinnvoll, die Gesäugekontrolle zu trainieren, denn wenn die Stute die Berührung des Euters kennt und akzeptiert, lässt sie ziemlich sicher das Fohlen problemlos trinken.

Wenn der Geburtstermin naht, regelmäßige Kontrollgänge machen. Videoüberwachung oder Mess-Systeme, die entweder auf Körpertemperatur, Gebärkontraktion oder Liegen der Stute reagieren und dies per Funksender melden, gewähren eine zusätzliche Sicherheit. Gute Hinweise auf eine bevorstehende Geburt liefert in der Regel die Euterbildung. Vier Wochen vor der Geburt nimmt das Euter langsam zu und bildet sich zwei Wochen vorher deutlich an. Ein bis zwei Tage vor der Geburt füllen sich die Zitzen und circa 24 Stunden vor dem Termin beginnen sie zu glänzen und es bilden sich Harztropfen. Allerdings zeigen manche Stuten vor der Geburt keine der entsprechenden Anzeichen. Keinesfalls darf man die Stute anmelken, um anhand der Elektrolyte im Kolostrum den Geburtstermin zu bestimmen. Einmal angemolken, läuft die Milch weiter, dem Fohlen geht damit die lebenswichtige Biestmilch verloren.

Die meisten Fohlen kommen nachts zur Welt. Unruhe im Stall verzögert oft die Geburt, denn viele Stuten warten darauf, alleine und ungestört ihr Fohlen gebären zu können.

Nur bei Komplikationen helfen

Grundsätzlich sollte nur dann helfend eingegriffen werden, wenn es Komplikationen gibt. Normalerweise kommt das Fohlen in der Vorderendlage auf die Welt, das heißt, Kopf und Hals liegen auf den gestreckten Vorderbeinen. Liegt es falsch oder kommt es zu anderweitigen Problemen, ist schnelles Handeln nötig, denn es besteht die Gefahr der Sauerstoffunterversorgung. Gegebenenfalls muss der Tierarzt geholt werden.

Wenn die Eihaut, die das Fohlen bei der Geburt umschließt, nicht aufreißt, muss sie sofort von den Nüstern entfernt werden, da sonst Erstickungsgefahr droht. Die Nabelschnur darf nicht durchtrennt werden, sie reißt von alleine, wenn die Stute aufsteht. Dabei verschließen sich auch die Nabelgefäße. Der Nabel ist zwei- bis dreimal, im Abstand von etwa zwölf Stunden, mit Jod zu desinfizieren. Keine Desinfektionssprays verwenden, denn die halten die Wunde feucht und fördern damit Bakterienbildung, während Jod eine austrocknende Wirkung hat.

Nach der Erstversorgung des Fohlens die Box verlassen, damit Mutter und Kind ungestört Kontakt aufnehmen können. Stute und Fohlen aber weiter beobachten. Im Falle von Komplikationen ist schnelles Handeln oft lebensrettend.

Gute Zeichen, schlechte Zeichen

Ein gesundes Fohlen bringt sich sehr schnell selbst in Kopf-Brust-Lage, hat eine regelmäßige Atmung und macht erste Aufstehversuche bereits zwanzig bis dreißig Minuten nach der Geburt. Rund eine Stunde nach der Geburt kann es sicher stehen und sucht dann auch erste Euterkontakte. Nach maximal zwei bis drei Stunden hat es das Euter gefunden und säuft. Normalerweise findet das Fohlen den Weg zum Euter alleine, ist das nicht der Fall, kann man ihm die Richtung angeben, jedoch nicht bis direkt ans Euter führen, dies muss es selbst schaffen. Die Körpertemperatur des gesunden Fohlens liegt zwischen 37,2 und 38,7 Grad Celsius.

Der erste Harnabsatz erfolgt nach sechs bis zehn, der Fohlenpechabgang nach drei bis zwölf Stunden. Bedingt durch ihr steileres Becken, können insbesondere Hengstfohlen von der Mekoniumverhaltung (Darmverschluß durch Darmpech) betroffen sein, die unbehandelt immer tödlich endet. Die Verabreichung eines Klistiers unmittelbar nach der Geburt ist daher vor allem bei Hengstfohlen empfehlenswert.

Schlechte Anzeichen sind eine gestörte Atmung, verharren in Brust- oder Seitenlage, aufstützen des Kopfes oder krampfen.

Biestmilch lebenswichtig

Ganz wichtig ist die Kolostrumaufnahme. Das Fohlen ist auf diese lebensnotwendige Biestmilch angewiesen, um körpereigene Abwehrkräfte bilden zu können. Die Erstmilch ist am reichhaltigsten, danach fällt der Immunglobulingehalt stark ab. Auch können Fohlen nur bis zur 16. Lebensstunde die Immunglobuline durch die Darmschleimhaut aufnehmen. Rechtzeitig informieren, woher im Notfall Kolostrum bezogen werden kann.

Fohlenlähme kann sich durch Lebensschwäche, Fieber, Gelenkschwellungen, Meningitis oder Durchfall äußern. Vorbeugende Maßnahmen sind die Gabe eines Fohlenlähmeserums, ein hygienisches Umfeld, gründliche Nabeldesinfektion und ausreichende Aufnahme von Biestmilch.

Der Tierarzt sollte einige Stunden nach der Geburt zum Nachcheck kommen und dabei auch die Stute nachuntersuchen. Nachgeburtsverhaltung (die Nachgeburt muss innerhalb von drei Stunden komplett abgegangen sein), Geburtsverletzungen oder Koliken können auch nach einer leichten Geburt nicht ausgeschlossen werden und zu lebensbedrohlichen Umständen für die Mutterstute führen.