Wie zuverlässig ist der Bauernkalender, auf den heute noch viele schwören? Tatsächlich können Tradition und Brauchtum gute Hinweise darauf geben, wie das Wetter wird. Schließlich wollten die Bauern von jeher ihre Ernte optimieren und beobachteten ihre Umwelt genauestens, um möglichst frühzeitig Hinweise auf die Wettersituation zu bekommen. So entstanden aus vielfältigen Zeichen im Verlauf des Jahres wie Wind, Wolken, Flora und Fauna die Wetterregeln des Bauernkalenders, die bis heute eine gewisse Gültigkeit haben. Da auch die moderne Meterologie sich häufig irrt, kann sich beides in der Wetterprognose wunderbar ergänzen. Was sagen die Bauernregeln zum Wetter im September und den Aussichten für Oktober 2015?

Prognose ab Anfang September: Beste Wetteraussichten

Nach der Kältewelle im Winter, dem eiskalten Frühlingsbeginn mit weißen Ostern, nach dem durchwachsenen Sommer und den angenehm warmen Augusttagen hat uns das Jahr vom Wetter nicht verwöhnt. Doch im September soll es sich beruhigen. Der Bauernkalender sagt viele warme und sonnige Tage vorher, so wie in diesem Jahr ab April die Wetteraussichten waren. Entscheidend für die weiteren Prognosen könnte das Wetter Anfang September sein: „Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag.“ Wenn es erst einmal einsetzt, soll das schöne Wetter auch beständig bleiben: „Wie das Wetter am Ägiditag, bleibt's den ganzen Monat“. Dann sollen weitere schöne Tage folgen: „Lorenz im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein“ - vielleicht genau das Richtige für einen Kurzurlaub nach Ravensburg oder ein Shopping-Wochenende in Prag.

Sonniges Wetter im Herbst vespricht der Bauernkalender

Sonnenschein bringt immer noch mehr Sonne - so die Prognose im Bauernkalender: „Wie das Wetter am Magnustag, so es 4 Wochen bleiben mag“ und weiterhin: „Ist Regine warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig“. Dann die Vorhersage für die weiteren Wochen: „Ist`s St.Georgon schön, so wird man 40 schöne Tage sehn“. Ende September sollten wir dann mitten im Schönwetterbereich sein, was schon erste Ausblicke auf das nächste Jahr erlaubt: „Ist's an Lambert schön und klar, kommt ein trockenes Frühjahr“ und auch eine weitere Schönwetterphase könnte folgen: „Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut“.

Der September 2015 soll den schönsten „Altweibersommer“ bieten

Was aber bedeutet der "Altweibersommer", der uns nach den traditionellen Bauernregeln winkt? Damit ist keineswegs schönes Sommerwetter für ältere Frauen gemeint, die sich auf der Bank vor dem Haus entstressen, kluge Sprüche und Weisheiten von sich geben oder über ein leckeres Kochrezept sinnieren. Der Ursprung des Begriffs kommt aus der germanischen Mythologie. Im Altdeutschen wurde mit „Weiben“ das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Gerade im September hängen in den frühen Morgenstunden in den Büschen oft Spinnweben mit feinem Tau, die in der Sonne silbrig glitzern. Sie sehen aus wie lange, silbergraue Haare und stammen angeblich von Schicksalsgöttinnen, die die Lebensfäden der Menschen gesponnen haben.

Frühmorgentlicher Nebel bedeutet Vorhersage für harten Winter 2015

Tatsächlich gibt es Mitte bis Ende September in Mitteleuropa häufig eine schöne, beständige Schönwetterperiode, die sich bestens für einen Städte-Kurztrip eignet. Ein Festlandshoch über Osteuropa bringt trockene kontinentale Luft. Morgendlicher Nebel löst sich im Laufe des Tages durch die Sonnenwärme wieder auf und erlaubt eine Vorhersage für das Winterwetter: „Stellt sich am Herbstanfang viel Nebel ein, wird viel Schnee im Winter sein“, so der Bauernkalender, und weiterhin: „Nebelt's an St. Cleophas, wird der ganze Winter nass“. Wohl dem, der bei solchem frühmorgendlichen Erkältungswetter gute Hausmittel gegen Schnupfen und wirkungsvolle Mittel gegen Halsschmerzen kennt und weiss, wie er sich nach einem Zeckenstich am besten gegen Borreliose schützt.

Zuverlässige Wetterprognose: die Zugvögel beobachten!

Zum Altweibersommer gehört die prächtige herbstliche Färbung der Laubbäume, die nach dem Bauernkalender im September beginnt: "Sankt Kosmas und Sankt Damian fängt das Laub zu färben an“. Häufig hält das schöne Wetter einige Wochen bis in den Oktober hinein. Diese herbstliche Hochwetterlage ist seit etwa 200 Jahren nachzuweisen, in den Bauernregeln sogar schon seit mehreren Jahrhunderten. Wer es noch genauer wissen will, holt sich ein Wetter-App aufs Iphone. Es lohnt aber auch ein Blick in den Himmel. Sollten sich die Zugvögel wegen des milden Wetters noch nicht in den Süden verabschiedet haben, sind das beste Wetteraussichten bis in den Dezember hinein: „Sind um Michael die Vögel noch hier, haben bis Weihnacht lind Wetter wir“. Allerdings drohen dann harte Temperaturen im November.

Quelle: Bauernregeln.net