Während Borussia Dortmund aktuell auf der Welle des Erfolg schwimmt, steckt der 1. FC Köln in einer Krise. Der Trainer ist umstritten, die Spieler revoltieren und sportlich finden sich die Geißböcke im Tabellenkeller wieder.
Zum Auftakt des 8. Spieltages in der Fußball Bundesliga empfängt der FC den BVB. Am Freitag, den 14. Oktober 2010, wird die Partie vor ausverkauftem Haus im RheinEnergie-Stadion stattfinden. Gerade für die Hausherren eine wichtige Partie.
Ausgangssituation
Es kriselt in Köln. Nach einem Fehlstart mit nur fünf Punkten und Tabellenplatz 16 herrscht Unruhe im Verein und im Umfeld. Trainer Zvonimir Soldo steht weiterhin im Fokus. Kölner Boulevard-Zeitungen sprechen schon ansatzweise von einem Schicksalsspiel. Verliert Köln auch gegen Dortmund, könnte es das letzte Spiel vom Trainer gewesen sein.
Noch bewahrt die sportliche Führung um Manager Michael Meier und Präsident Wolfgang Overath Ruhe, doch auch die Spieler äußern sich kritisch. Faryd Mondragon flog auf eigenen Wunsch zum Länderspiel Kolumbiens und wird erst am Donnerstag zurück erwartet. Lukas Podolski prangte offen die Misstände im Klub an und liebäugelt mit einem Wechsel. Die Kölner Fans erwarten eine engagierte Leistung und Konstanz von ihrer Mannschaft.
Borussia Dortmund hat einen fast perfekten Saisonstart hingelegt. Die junge Mannschaft, die sich wegen knapper Kassen im Sommer nur bedingt verstärken konnte, ist einer der großen Überraschungen. Mit offensivem Powerfußball hat sich der BVB auf Platz zwei gezaubert. Nur ein Spiel ging bisher verloren. Trainer Jürgen Klopp kann sich entspannt zurück lehnen und gezielt auch junge Talente einbauen, die es ihn bisher mit starken Leistungen zurück zahlen.
Womögliche Aufstellungen
Die Aufstellungen hängen teilweise mit den Länderspielreisen der Akteure zusammen.
Beim 1. FC Köln kehrt Mondragon erst am Donnerstag zurück ans Geißbockheim. Nachdem er im letzten Spiel gegen Freiburg gepatzt hatte, ist sein Platz zwischen den Pfosten in Gefahr. Der Schlussmann steht in der Kritik. Für ihn dürfte Miro Varvodic zum Bundesligadebüt kommen.
Anders machte es Adam Matuschyk, der auf das zweite Spiel der polnischen Nationalmannschaft verzichtete, um rechtzeitig wieder beim Team zu sein. Im ersten Länderspiel hatte er seinen ersten Treffer für Polen erzielt. Er dürfte mit Selbstvertrauen und nach den zuletzt guten Leistungen gesetzt sein. Wie auch seine Nebenleute im kompakten Mittelfeld. Yalcin und Pezzoni wären die ersten Alternativen.
Trotz Kritik ist Podolski gesetzt. Genau wie die Innenverteidiger Geromel und Mohamad. Lediglich auf den defensiven Außenbahnen könnte sich etwas tun. Alternativen sind allerdings rar, weswegen Brecko wieder starten dürfte, da er defensiv stark ist. Auf links könnte der eher offensive Ehret aus der Mannschaft fallen. Für ihn könnte Andrezinho starten.
Der wiedergenesene Adil Chihi sitzt wohl erstmal nur auf der Bank.
---------------------- Varvodic ----------------------
Brecko - Geromel - Mohamad - Andrezinho
------------------------- Petit -------------------------
Clemens - Lanig - Matuschyk - Jajalo
---------------------- Podolski ----------------------
Bei Borussia Dortmund sind Kevin Großkreutz und Dede wieder fit. Letztgenannter soll aber erstmal in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. Großkreutz dürfte wieder in die Startelf schauen. Wenn keiner der Länderspielfahrer angeschlagen nach Dortmund zurück kehrt, hat Klopp wenig zu ändern.
Interessant: Wie Matuschyk auf Kölner Seite hat auch Jakub Blaszczykowski auf das zweite Länderspiel Polens verzichtet, in dem dann aber seine Teamkollegen Lukasz Piszczek und Robert Lewandowski noch teilnahmen.
Im Vergleich zum 2:0 gegen den FC Bayern München dürfte Klopp seine Startelf nicht ändern.
------------------- Weidenfeller -------------------
Piszczek - Subotic - Hummels - Schmelzer
----------------- Bender - Sahin ------------------
Blaszczykowski - Kagawa - Großkreutz
----------------------- Barrios -----------------------
Bilanz Köln gegen Dortmund
Seit 2000 konnte der 1. FC Köln nur eines der sechs Heimspiele gegen den BVB gewinnen. Der Erfolg datiert aus der Saison 2003/2004. Damals siegten die Geißböcke knapp mit 1:0. Drei Mal gewann Dortmund in Köln und zwei Mal trennten sich beide Teams Unentschieden. Vier der sechs Partien blieb der FC ohne eigenen Torerfolg.
Positiv sind lediglich die Zahlen in allen bisherigen Begegnungen in Köln. Von 37 Spielen entschied Köln 19 für sich. Neun Unentschieden stehen bei dem Aufeinandertreffen zu Buche. Neun Mal kam der Sieger aus Dortmund. Das Torverhältnis von 75:45 spricht für die Hausherren.
Trotzdem gehen die Dortmunder als klare Favoriten in die Partie. Köln wird es schwer haben, den Offensivschwung der Borussen zu bremsen. Zudem muss die Mannschaft 90 Minuten konzentriert spielen und die eigenen Torchancen nutzen, wenn man überhaupt eine Chance haben möchte.
