
- Kratersee des Vulkans Irazú in Costa Rica - Ließ
"Ort des Donners und des Fluches" bedeutet die Übersetzung des indianischen Wortes iztarú, mit dem die indigenen Völker Costa Ricas einst den Vulkan Irazú betitelten. Auch wenn der mächtigste Feuerberg des Landes seit einigen Jahrzehnten friedlich schlummert, nimmt ihm das nichts von seiner Faszination.
Der Vulkan Irazú - Highlight von Costa Rica
3.432 Meter hoch ist der Irazú und damit der mächtigste Vulkangipfel Costa Ricas. Er liegt 19 Kilometer nördlich von Cartago, Costa Ricas alter Hauptstadt, als Teil der Bergkette Cordillera central. Kalt und zugig, manchmal nur fünf Grad über Null, ist es dort oben am Rand des Hauptkraters. Eine unwirkliche Landschaft aus schwarzem Gestein und Lavasand, wo einzelne gelbe Blumen wirken wie verirrte Wanderer. Wolken haben fast jeden Tag spätestens zum Mittag die Höhen eingenebelt, verschleiern den Blick auf die umliegende Landschaft des Nationalparks und kleben sich in winzigen Tropfen an die Wimpern der Touristen. Die kommen vor allem, um den bizarren grünen Kratersee des Irazú zu bewundern und hoffen auf unvergessliche Ausblicke zu den beiden Küsten, die Costa Rica begrenzen: den Pazifik und das karibische Meer.
Anreise zum Gipfel des Irazú
Solches Glück hat man allerdings nur selten. Sehr zeitiges Aufstehen erhöht die Chancen beträchtlich, denn fast immer ist der Irazú nur am frühen Morgen wolkenfrei. Der tägliche Bus ab der Hauptstadt San José startet erst um 8 Uhr und damit eigentlich schon viel zu spät, um die Aussicht auf dem Vulkan zu genießen. Die besten Chancen haben Selbstfahrer, die ab Cartago oder San José starten. Die kurvenreiche Serpentinenstrecke ist gut ausgebaut, nennenswerte Übernachtungsmöglichkeiten gibt es allerdings nicht. Am Gipfel sind sieben Dollar Eintritt fällig (Stand 2009).
Der Irazú, einer der aktivsten Vulkane Costa Ricas
Die erste bekannte Eruption des Irazú datiert auf das Jahr 1763. Der damals sehr erschrockene Gouverneur von Cartago, Diego de la Haya Fernández, fügte das Ereignis den Chroniken der Stadt hinzu. Zu seinem Gedenken wurde einer der Krater des Irazú nach ihm benannt.
Schlagzeilen machte der Irazú mit reger Aktivität im Jahr 1963, als er mit einem Feuerwerk den US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy begrüßte, der gerade auf Staatsbesuch in Costa Rica weilte. Cartago und San José wurden in einer Eruptionsserie bis 1965 immer wieder mit feinen Ascheschichten überzogen. In der Gemeinde Tarras de Cartago wurden durch den primären Ausbruch 300 Häuser zerstört.
Ein letzter kleinerer Ausbruch erfolgte 1994 mit einer unerwarteten Explosion am Hauptkrater. Die dabei ausgelöste Geröll-Lawine hatte allerdings keine nennenswerten Folgen.
Der Irazú und sein Nationalpark
Die Oberfläche des Vulkans umfasst 500 Quadratkilometer. Besondere Attraktivität besitzt der Irazú durch seinen bemerkenswerten See im Hauptkrater. Reaktionen der aus den Tiefen aufsteigenden Gase geben dem Säuresee seine charakteristische grüne Farbe und erklären den ungesunden Geruch nach Schwefel. 300 Meter tief im Gestein liegt der Grund des geheimnisvollen Sees.
Zum Vulkan gehört ein 2.000 Hektar großer Nationalpark, der allerdings mit anderen Reservaten Costa Ricas nicht an Artenvielfalt mithalten kann. Höhenbedingt ist die Vegetation rund um den Gipfel eher licht und spärlich, in Richtung der karibischen Ausläufer entfaltet sich ein regeres Leben der Flora und Fauna.
Quellen und Links
Lesen Sie auch über die weiteren Vulkane Costa Ricas, über den Vulkan Arenal in Costa Rica und über den verhehrenden Ausbruch des Mont Pelée auf Java.
