Vulkan Poás – Costa Ricas Blick in den Krater

Nebelkrater des Vulkan Poás - Daniela Nowak
Nebelkrater des Vulkan Poás - Daniela Nowak
Nahe der Hauptstadt San José befindet sich einer der aktiven Vulkane Costa Ricas: der Vulkan Poás.

Costa Rica nennt sich nicht umsonst die „reiche Küste“, denn hier wird den Besuchern ein Naturschauspiel der besonderen Art geboten. Nationalparks, Dschungel, Strände, Berge, und manche dieser Berge entpuppten sich im Laufe der Zeit als Vulkane. Aktive Vulkane.

Costa Ricas Vulkanaktivitäten

Costa Rica befindet sich geografisch gesehen auf der Schnittstelle von Cocosplatte und karibischer Platte. Durch die Verschiebungen dieser Platten begannen sich in Costa Rica eine stattliche Anzahl von Vulkanen zu bilden, auch solche, die heute noch Lava speien. In Costa Rica befinden sich derzeit vier aktive Vulkane, darunter der Vulkan Poás, etwas nördlich der Hauptstadt San José und der Provinz Alajuela.

Nationalpark Poás in Costa Rica

Der Vulkan Poás liegt im Nationalpark Poás und ist einer der besucherfreundlichsten Vulkane. In den letzten Jahren entwickelte sich der Nationalpark sogar zum meistbesuchten des Landes. Durch die leichte Erreichbarkeit des Vulkanes ist er bei Besuchern aus dem In- und Ausland sehr beliebt. Der Nationalpark rund um den 2.708 Meter hohen Vulkan Poás bietet den Besuchern ein informatives Besucherzentrum inklusive interessanter Ausstellungen mit der Geschichte des Vulkans, Zahlen, Daten und Fakten, zudem wird der Aufbau eines Vulkans bildhaft erklärt und die diversen Klimazonen des Landes anhand von Flora und Fauna dargestellt.

Vulkan Poás bei Alajuela

Seit dem Ausbruch im Jahr 1834 werden die Eruptionen am Stratovulkan Poás gemessen, und es werden immer wieder signifikante Aktivitäten verzeichnet. Im Jahr 1910 spuckte der Vulkan eine acht Kilometer hohe Aschesäule aus, die bis in den Himmel ragte. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden größere Eruptionen wahrgenommen, seither beschränken sich die Aktivitäten hauptsächlich auf ausgestoßenen Rauch und Gasaustritte.

Der Vulkankegel des Poás ist 2.708 Meter hoch und erlaubt es den Besuchern direkt in den Krater zu blicken. Nach einem kurzen Spaziergang vom Besucherzentrum erreicht man den meist nebeligen Abgrund, wo man mit Glück bis zum Kratersee blicken kann. Der Krater misst einen Durchmesser von 1,5 Kilometern und ist mit 300 Metern Tiefe einer der größten der Welt. Zwei Nebelkrater können hier bei guter Witterung eingesehen werden und sogar der türkisblaue Kratersee, der einer der säurehaltigsten der Welt ist. Der Name „Nebelkrater“ verrät uns bereits, warum dies nur bei klarem Himmel möglich ist.

Schwefelgeruch am Vulkan Poás

Die Witterung um den Vulkan Poás ist ganz besonders. Gegen 10 Uhr morgens sammeln sich die Wolken um den Vulkan und geben die Sicht in den Krater nur mehr schemenhaft frei. Die Besucher starren in eine undurchdringliche Nebelwand, die sich mit etwas Glück von Zeit zu Zeit etwas lüftet. Deshalb wird der Besuch des Vulkans vor 9 Uhr empfohlen, denn morgens bilden sich meist erst

die Wolken, die am späteren Vormittag auf den Vulkan absinken. Zudem dampft oft dicker, weiß-gelblicher Rauch aus dem Krater, der die Sicht bei Nebel noch mehr beeinträchtigt. Bei der Einfahrt in den Nationalpark teilen die Ranger den Besuchern gerne mit, ob sich der Besuch lohnt, und ob der Krater überhaupt sichtbar ist.

Costa Ricas - Schätze um den Vulkan Poás

Auf dem Weg vom Besucherzentrum zum Vulkan wird die Straße von unglaublich großen Blättern gesäumt, die von den Einheimischen „sombrillas de pobre“ genannt werden, was so viel heißt wie „Sonnenschirme der Armen“ (Reise Know-How Handbuch für individuelles Entdecken Costa Rica von Detlev Kirst). Natürlich ist es nicht gestattet, die Blätter auszureißen und sie als Sonnen- oder Regenschutz zu verwenden. Von der Aussichtsplattform des Vulkans aus führt eine kurze Wanderung von etwa 30 Minuten zum Kratersee Laguna Botos. Der Kratersee misst einen Durchmesser von 400 Metern und ist 14 Meter tief. Der See entstand in einem erkalteten Krater und wurde durch Regenwasser aufgefüllt. Dieser Krater ist nicht mehr aktiv. Und hier hat man auch einen schönen Blick auf den Kratersee, wenn der Hauptkrater im Nebel versinkt. Auf den Wegen im Nationalpark bekommt man einen guten Einblick in die Vegetation der Gegend, an manchen Stellen finden sich Erklärungen für die Besucher. Man sollte die Wege aus Gründen des Naturschutzes nicht verlassen.

Besucherfreundlicher Nationalpark am Vulkan Poás – Costa Rica

An den Wochenenden ist der Park oft mit Ausflüglern aus Costa Rica selbst überfüllt. Dies zeugt von der einfachen Erreichbarkeit des Parks. So können die Besucher mit ihren Mietautos in den Nationalpark hineinfahren, und von dort aus Wanderungen unterschiedlichen zeitlichen Aufwands unternehmen. Es führt sogar ein öffentlicher Bus zum Vulkan. Von San José und Alajuela fährt täglich ein Linienbus auf den Vulkan hinauf. Besonders flexibel ist man dadurch allerdings nicht, denn es gibt nur eine Möglichkeit hinauf, und eine hinab wieder in die Hauptstadt. Zusätzlich ist der Zeitpunkt der Busabfahrt wenig durchdacht: die Besucher kommen aufgrund der Straßenverhältnisse und eines eher weniger wertvollen Stop an einem Souvenir-Shop inklusive Restaurant erst gegen 11 Uhr am Vulkan an. Zu diesem Zeitpunkt ist der Vulkan zumeist bereits in Nebel getaucht. Es lohnt sich allerdings trotzdem am Krater zu warten und auf etwas Wind zu hoffen, der die Nebelschwaden wenigstens für Minuten vom Krater wegbläst. Natürlich werden auch geführte Touren angeboten, die oft Besichtigungen von Kaffeeplantagen und einem Wasserfall mit einbinden. Allerdings kosten diese Touren, halbtags oder ganztags, meistens um die $ 100,- je nach Anbieter.

Der Nationalpark Poás ist täglich von 8 bis 15:30 Uhr geöffnet, Eintritt $ 10,- (so wie in allen Nationalparks Costa Ricas). Der Nationalpark misst eine Fläche von 5.600 Hektar und die beste Besuchszeit ist in den frühen Morgenstunden. Zudem empfiehlt sich warme Kleidung, denn obwohl es in der Hauptstadt San José durchaus Temperaturen jenseits der 25 Grad Celsius anzeigt, ist es um den Vulkan Poás meist nur halb so warm. Oft weht ein rauer Wind und es kann schnell zu regnen beginnen. Wanderschuhe sind nicht unbedingt notwendig, aber aufgrund des feuchten Klimas im Wald, kann es durchaus rutschig werden.

Daniela Nowak, Foto: Melanie Moesenbacher

Daniela Nowak - Das Schreiben war bereits seit meiner Kindheit meine große Leidenschaft. Täglich erlebe ich Dinge, die mich zum Schreiben ...

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