Vulkanausbruch auf Island lähmt Europa

Ein Vulkan auf Island bricht aus - und in Europa bricht der Flugverkehr zusammen. Welche Auswirkungen hat der Ausbruch des Eyjafjallajökull?

Am 14. April 2010 ist auf Island unter dem Eyjafjallajökull-Gletscher erneut ein Vulkan ausgebrochen. Kilometerhohe Aschewolken schießen seitdem in die Atmosphäre und verdunkeln den Himmel. Doch was wie ein lokales Ereignis klingt, entpuppt sich als mittelschwere Katastrophe für ganz Europa: Der Flugverkehr in weiten Teilen Westeuropas wurde mittlerweile unterbrochen.

Vom Ausbruch des Eyjafjallajökull betroffen: Flughäfen in Nord- und Westeuropa

Am Freitagmorgen, dem 16. April 2010, musste sogar Deutschlands größter Flughafen Frankfurt/Main schließen, als die Aschewolke die Mitte Deutschlands erreichte. Es gibt weder Starts, noch Landungen. Ebenso wie in Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Und der Vulkan spuckt - wenn auch vermindert - weiter.

Die Sperrung betrifft Starts und Landungen - der deutsche Luftraum ist jedoch weiter offen. Und so werden momentan alle Interkontinentalflüge zum einzig noch operierenden Flughafen in Deutschland, nach München umgeleitet. Die Sperrungen bewegen sich - analog der Windrichtung - schrittweise von Nordwesten nach Südosten. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann auch München geschlossen wird. Eine grundsätzliche Schließung mit festen Zeiten wird es laut dem Bundesverkehrsministeriums nicht geben, wohl aber flexible Star- und Landeverbote in den jeweiligen Gefährdungsgebieten.

Neben Deutschland sind auch die Flughäfen in den meisten skandinavischen Ländern, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland und Polen betroffen. Auch hier kommt es zu erheblichen Einschränkungen aufgrund der Start- und Landeverbote.

Wie geht es nach dem Ausbruch weiter?

Auch über das kommende Wochenende (17.04.2010 bis 18.04.2010) muss weiter mit erheblichen Behinderungen gerechnet werden: Zwar verteilt sich die Aschewolke immer weiter und wird sich nach und nach auflösen, weil der Eyjafjallajökull jedoch weiter spuckt, kann es mitunter noch Tage dauern, bis sich die Situation normalisiert hat. Neben den Flügen innerhalb Europas sind aufgrund der Einschränkungen auch Transatlantikflüge betroffen. Experten rechnen damit, dass rund die Hälfte der Flüge abgesagt werden muss.

Flugpassagiere sollten sich frühzeitig vor Antritt einer Reise über die Webseiten der Fluglinien und -häfen informieren. Ticketpreise für gestrichene Flüge müssen die Fluggesellschaften erstatten. Momentan sollten Passagiere, die innerdeutsch verreisen wollen, auch alternative Reisemöglichkeiten in Betracht ziehen: Etwa per Bahn oder Auto. So bietet etwa Lufthansa ihren Kunden an, das elektronische Flugticket etix an einem Schalter in einen Reise-Gutschein umzuwandeln.

Prognosen zum Flugverkehr nach dem Vulkanausbruch

Der Ausstoß von Rauchwolken hat sich im Vergleich zum Ausbruchstag am 14. April 2010 zwar vermindert - Experten rechnen aufgrund der Zusammensetzung der Wolke und der Ausstoßhöhe (momentan sechs Kilometer gegenüber elf Kilometern am Ausbruchstag) jedoch nicht mit einem Ende der Vulkanaktivitäten. Der Ausbruch des Vulkans auf Island kann noch weit reichendere Folgen für Europa haben: Bereits jetzt warnen Wissenschaftler in Großbritannien vor den Folgen für Mensch und Natur: Nicht nur Menschen mit Atemwegserkrankungen könnten unter verstärkten Asthma-Anfällen leiden, auch die Temperatur könnte in den kommenden Wochen oder Monaten dauerhaft niedriger ausfallen als gewohnt.

Chris Wiedenhoff, Chris Wiedenhoff

Chris Wiedenhoff - Seit 1994 ist Chris Wiedenhoff im Journalismus tätig: Begonnen hat er als Redakteur bei bekannten PC-Fachzeitschriften (PC Praxis, ...

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