
- Isländischer Buchwasserfall - Aktion 'Sagenhaftes Island'
Zum ersten Mal wird ein skandinavisches Land Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, die seit dem Jahr 1998 immer einem Land oder einer Sprachgemeinschaft eine eigene Plattform bietet. Das Ereignis findet vom 12. bis 16. Oktober statt. Die Verlagsszene, der Buchmarkt und auch der Fremdenverkehr Islands nutzen jedoch ihre Chance und rühren 2011 ganzjährig die Werbetrommel, um möglichst viele Leser und Reisende anzulocken.
Frankfurter Buchmesse 2011 vom 12. bis 16. Oktober
Den Verlagen, Autoren, Übersetzern aus dem jeweiligen Gastland der Internationalen Frankfurter Buchmesse eröffnen sich durch die Ehre meist neue Märkte, oftmals mit wirtschaftlich erfreulicher Rückwirkung im eigenen Land. Auch wenn die Präsentationen auf der internationalen Frankfurter Buchmesse, die noch viel bedeutender ist als die Leipziger Buchmesse im Frühjahr, vom Fachpublikum und von den Wochenendbesuchern meist weniger beachtet werden als die Verlagsstände in den Messehallen, so profitiert die Ehrengast-Literatur und das Länderimage doch fast immer von der hohen Aufmerksamkeit durch Medien, Leser und interessierte Öffentlichkeit.
Island – Literaturland, Reiseland
Island, das durch die weltweite Finanzkrise und den Konkurs seiner Banken erheblich gelitten hat und deren Bevölkerung die wirtschaftlichen Folgen weiterhin zu spüren bekommt, verspricht sich auch einen "touristischen Effekt", wie das isländische Fremdenverkehrsamt mitteilt. Das deutsche Büro in Berlin gab unter dem Titel "Island – sagenhaft inspirierend!" ein neues Magazin mit Informationen für Reisende heraus. Den Bezug zur Buchmesse stellen neun isländische Gegenwartsautoren her, die ihre Lieblingsorte und favorisierten Gegenden mit kurzen Texten illustrierten.
Sagen und Krimis aus Island
Die meisten Informationen über Literatur, Kultur, Geschichte und das Reiseland Island erfährt man jedoch durch die isländische Aktion "Sagenhaftes Island". Das dünnstbesiedelte Land Europas, in dem statistisch betrachtet die meisten Kinder zur Welt kommen und dessen Lebenserwartung die höchste der Welt ist (Frauen 81,3 Jahre, Männer 79,4 Jahre) ist, noch dazu eine an Naturschönheiten prächtige Vulkaninsel, hat außerdem eine lange und reiche literarische Tradition und eine kreative Gegenwartsliteratur, die sich nicht nur in den erfolgreichen Islandkrimis manifestiert.
120 neue isländische Bücher im deutschen Buchmarkt 2011
Über 120 Island-Titel erscheinen zwischen Herbst 2010 und Buchmesse 2011 in deutscher Sprache. Dazu zählen belletristische Übersetzungen aus dem Isländischen und Sachbücher über Island. Dies berichtet der Leiter des isländischen Organisationskomitees zur Vorbereitung des Messeauftritts in Frankfurt, Halldór Guðmundsson, im Branchenmagazin "Buchmarkt". Der Autor und Verleger führte viele Jahre den großen isländischen Verlag Edda. Als bedeutendste verlegerische Aktivität Islands im deutschen Buchmarkt des Jahres 2011 nennt Guðmundsson die Neuübersetzung der 1.000 Jahre alten Isländer-Sagen in fünf Bänden, die vom Frankfurter S. Fischer Verlag in Kooperation mit der NRW-Stiftung realisiert wird. Es soll das größte Übersetzungsprojekt der Welt sein.
Fotoausstellung Islands Privatbibliotheken im Buchmessen-Pavillon
Das Organisationskomitee hat sich für das Buchmessejahr eine verrückte, aber publikumswirksame Idee ausgedacht, an der sich bereits jetzt Hunderte von Isländern beteiligen: Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Fotos ihrer Heimbibliotheken einzusenden, die dann im Mess-Pavillon für den Ehrengast aufgehängt werden. Der Sinn der Aktion besteht darin, den Messebesuchern plastisch vorzuführen, dass Island sich immer schon selbst durch die Literatur definierte.
