Sie ist ganz ohne Frage eine der Entdeckungen der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika: die Vuvuzela. Seit dem Confederations Cup 2009 ist dieses Instrument, das übersetzt aus der Zulu Sprache „in Musik duschen“ bedeutet, auch hier bei uns in Europa ein Begriff. Die Südafrikaner benutzen sie, um in den Stadien für Stimmung zu sorgen. Die Plastiktröte, deren Klang an das Trompeten eines Elefanten erinnert, hat sich allerdings als Dorn im Auge von Spielern und Veranstaltern erwiesen. Eine einzige Vuvuzela kann bis zu 127 Dezibel laut sein. Multipliziert mit den abertausenden Fans, die ihre Begeisterung durch frenetisches Tröten kundtun, ergibt das schon einen erheblichen Lärmpegel in den Stadien.
Hörschäden durch Vuvuzelas
Auch Ärzte warnen davor, dass es durch die dauerhafte Beschallung mit diesen Plastiktrompeten zu gesundheitlichen Schäden wie Tinnitus oder anderen Beschwerden mit den Ohren kommen kann. Findige Entwickler haben deshalb nun eine Light-Version der Vuvuzela auf den Markt gebracht. Dieses entschärfte Modell soll nur mehr etwa 100 Dezibel laut sein und somit Gemüter und Ohren etwas besänftigen.
Nun sind allerdings auch die diversen Fernsehstationen, die aus Südafrika berichten, auf den Anti-Vuvuzela Zug aufgesprungen. Die Klänge der Vuvuzelas im Stadion führen bei der Übertragung zu Schwierigkeiten mit dem Ton. Experten versuchen durch spezielle Mikrofone und Equalizer-Isolationen die Stimme des Reporters von den Vuvuzela-Klängen zu trennen, was aber auch nur teilweisen Erfolg bringt.
Verbot der Vuvuzela?
Danny Jordaan, Präsident des WM-Organisationskomitees (OK), drohte bereits mit einer Verbannung der Vuvuzelas aus den Stadien. Darüber wären wohl auch Spieler, Trainer und Sendungsverantwortliche der Fernsehanstalten nicht unglücklich. Der WM und dem Veranstalterland würde man durch ein Verbot aber keinen Gefallen tun. Die Bilder von begeisterten Südafrikanern, die ihre Vuvuzelas 90 Minuten lang bearbeiten als ob es kein morgen gebe, gehen um die Welt. Bis zuletzt gab es Kritik an der Wahl Südafrikas als Austragungsort. Man sorgte sich ob der Begeisterungsfähigkeit der Südafrikaner und ob man die Stadien, auch aufgrund der herrschenden Armut, überhaupt gefüllt bekäme. Nun pilgern über 80.000 Fans in die Stadien und verbreiten WM-Stimmung. Man sollte zufrieden sein.
Das Organisationskomitee hat mittlerweile ohnehin bereits eingelenkt und von einem Verbot der Vuvuzelas abgesehen. "Die Vuvuzelas charakterisieren die WM und werden nicht verboten", sagte OK-Sprecher Rich Mkhondo.
Fankultur Südafrikas
Die Vuvuzela ist laut und mag den einen oder anderen verwöhnten Spieler irritieren. Fakt ist aber, dass sie ein fixer Bestandteil der Fankultur Südafrikas ist. Sie gehört zum südafrikanischen Fußball, wie die Sprechchöre und Fangesänge in unseren Stadien.
Hier erfahren Sie, ob Befürworter oder Vuvuzela-Hasser, alles über die südafrikanschen Krachmacher!
