Wachteleier – von Natur aus bunt und gesund

Wachteleier - Sabine Kranich
Wachteleier - Sabine Kranich
Wachteleier sind die Eier der kleinen Wachtel, schön anzusehen und auch noch gesundheitsfördernd.

Die Wachtel gehört zur Familie der Hühnervögel und ist deren kleinstes Mitglied. Obwohl Wachteln eigentlich Zugvögel sind, eignen sie sich auch sehr gut als Haustiere. Sie können beispielsweise in Vogelvolieren in Bodenhaltung gehalten werden, denn sie vertragen sich in der Regel gut mit anderen fliegenden Volierenmitbewohnern. Um Wachteln eine artgerechte Haltung zu bieten, benötigen sie – wie in ihrem natürlichen Lebensraum – Versteckmöglichkeiten. Diese können durch am Boden aufgeschichtete Zweige oder Schilfabschnitte geschaffen werden.

Wissenswertes über Wachteln und ihre Eier

Unterschieden wird zwischen den kleineren, chinesischen Zwergwachteln, den japanischen Legewachteln, bzw. deren europäischer Zuchtform und weiteren Zuchtformen zu Ausstellungszwecken. Die Zwergwachteln sind wilder als die zahmeren Legewachteln. Während die Zwergwachteln oft aus dekorativen Zwecken gehalten werden, haben Legewachteln den positiven Nebeneffekt, dass sie bei richtiger Fütterung viele Eier legen; eine Henne bis zu 300 Stück pro Jahr. Die Wachtelhenne legt ihre Eier oftmals verstreut auf dem Boden ab und ihre Legeleistung orientiert sich ähnlich wie bei Legehühnern auch am Futter und am Wetter. Es wird empfohlen, neben Körnern und frischem Grünfutter, wie Salat oder Gras auch Legehennenfutter zu geben, um die Legeleistung zu erhöhen. Unabhängig davon legen Wachteln bei kaltem Wetter in Außenhaltung weniger Eier. Ein Wachtelei wiegt 10-12 Gramm und ist mit verschiedenen Mustern gesprenkelt, in der Natur dient dies zu Tarnung. Ein Ei gleicht nie vollständig dem anderen und es ist fünf- bis sechsmal so klein wie ein mittelgroßes Hühnerei. Rohe Wachteleier können ohne Bedenken drei Wochen lang bei Raumtemperatur gelagert werden, gekühlt für 8-10 Wochen, sie verderben nicht, sondern trocknen lediglich aus.

Verwendungsmöglichkeiten von Wachteleiern

  • Als Natur-Ostereier: Wachteleier eignen sich wegen ihrer natürlichen Tarnfärbung auch unangemalt „in natura“ als dekorative Mini-Ostereier.
  • Gekocht als Lebensmittel: sie können in 2-3 Minuten wachsweich gekocht werden oder in 4 Minuten hartgekocht. Da sie so klein sind, ist es etwas schwierig, sie zu schälen. Es wird empfohlen, sie auf dem Tisch hin und herzurollen, um die Schale gleichmäßig aufzubrechen und sie dann von der flacheren Seite - die mit der Luftkammer - her abzuschälen.
  • In die Pfanne geschlagen als Spiegeleier: die Schale ist zwar relativ dünn, aber die innere Haut hält die Kalkschale fest zusammen. Wachteleier kann man nicht so einfach aufschlagen wie Hühnereier, es wird geraten, sie mit einem Messer aufschneiden. Um ein Spiegelei mit mehreren Augen zu basteln, den Inhalt der einzelnen aufgeschnittenen Eier vorsichtig in eine kleine Schüssel geben und sie anschließend alle zusammen in die heiße Pfanne rutschen lassen. Wachtelspiegeleier auf Toast schmecken auch sehr gut.
  • Gekocht als essbare Tischdekoration verwendet
  • Hartgekocht, geschält und halbiert, um Salate zu verschönern

Proportionaler Inhaltsvergleich Wachtelei - Hühnerei:

Da ein mittelgroßes Hühnerei fünf- bis sechsmal so groß ist wie ein Wachtelei, werden die Inhaltsstoffe von Wachteleiern dementsprechend hochgerechnet, um sie proportional vergleichen zu können. Die Nährstoffzusammensetzung ist die dem Hühnerei ähnlich, ein Wachtelei enthält aber 30 % mehr Eigelb als dieses. Ein Wachtelei enthält fünfmal mehr Phosphor als ein Hühnerei, siebenmal mehr Eisen, sechsmal mehr Vitamin B1, fünfzehnmal mehr Vitamin B12 und die gleiche Menge an Kupfer und Zink. Wachteleier schmecken intensiver als Hühnereier.

Heilkundliche Wirkungen

Schon die Ägypter haben die Wachtel und ihr Ei geschätzt und ihnen sogar eine Hieroglyphe gewidmet. Und auch Hildegard von Bingen hat Wachteleier empfohlen zur Stärkung des Immunsystems. In der chinesischen Medizin wird das Wachtelei verwendet, um die Lebenskraft zu stärken. Nachfolgend seine gesundheitsfördernden Eigenschaften im Einzelnen:

  1. Die Eier gelten als cholesterinfrei.
  2. Sie gehören zu den „Gute-Laune-Lebensmitteln“, denn sie füllen den Tryptophanspeicher auf.
  3. Sie tragen zur Bildung von Betaendorphinen bei, körpereigenen Endorphinen, die stark euphorisierend wirken.
  4. Sie machen wach, denn sie helfen Noradrenalin zu bilden, einen Neurotransmitter, der das Herz-Kreislauf-System anregt.
  5. Sie unterstützen die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen durch Bildung von ACTH, einem nebennierenstimulierendem Hormon.
  6. Sie unterstützen das Immunsystem durch ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe.
  7. Sie wirken sich günstig bei Allergien, v.a. bei Asthma, Heuschnupfen und Dermatitis aus: Menschen, die eine Allergie oder Asthma haben, produzieren das Immunglobulin lgE vermehrt. Kommen nun noch bestimmte Fremdstoffe, sogenannte Antigene dazu, treffen sich also zu viel Immunglobulin lgE und Antigene, setzt der Körper sehr viel Histamin frei und dies führt zu einer allergischen Immunreaktion. Wenn ein Allergiker Wachteleier isst, wird dadurch die lgE-Produktion auf natürliche Weise reguliert. Die Aktivstoffe, die in Wachteleiern vorhanden sind, bestimmte Glyco-Proteine, verhindern, dass lgE übermäßig produziert wird und dadurch die vermehrte Ausschüttung von Histamin. Dazu werden Wachteleier in gefriergetrockneter (lyophilisiert) Form im Handel angeboten.

Ansonsten soll das Wachtelei zu therapeutischen Zwecken roh gegessen werden, beispielsweise vermischt mit Orangensaft.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quellen:

  1. Siegrid Hirsch von Freya, Heilwirkung der Wachteleier, 2001.
  2. Friedel Bernhard, Wachteln, 2011
Sabine Kranich, Foto: Dietfrid Kranich

Sabine Kranich - Als Diplom-Psychologin, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin interessiere mich für andere Menschen und deren Ideen und Strategien, ...

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