Waffen und Werkzeuge der Steinzeit

Wie frühe Menschen mit Pfeilen, Speeren und Messern jagten

So sah ein Messer zu Beginn der Steinzeit aus - quapan
So sah ein Messer zu Beginn der Steinzeit aus - quapan
Gute Waffen und Werkzeuge waren in der Steinzeit überlebenswichtig. Neben Pfeilen, Speeren und Messern kamen auch Harpunen, Lanzen und Dolche zum Einsatz.

In der Steinzeit dienten Waffen und Werkzeuge in erster Linie dazu, das Überleben zu sichern. Wurden vor zweieinhalb Millionen Jahren noch zugerichtete Steine als Werkzeuge benutzt, fanden später auch relativ komplizierte Waffen, die aus mehreren Teilen bestanden (Kompositwaffen), Anwendung. Dadurch konnten auch größere Tiere erlegt werden. Neben ihrem Fleisch waren auch die Felle von besonderer Bedeutung. Es erleichterte das Überleben im Winter erheblich.

Bogen und Sehne in der Steinzeit

Bögen wurden seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) zur Jagd verwendet. Sie wurden aus Ulmenholz hergestellt, da es die besten Eigenschaften für diesen Zweck aufwies. Ab dem Neolithikum (Jungsteinzeit) war dann die Eibe Bogenbaum Nummer eins und Krieg kam als Verwendungszweck hinzu.

Die Sehnen bestanden entweder aus der Achillessehne des Rothirsches oder aus Därmen von Wildtieren. Därme von Grasfressern waren dazu besonders gut geeignet. Darmsehnen schossen in der Regel besser.

Pfeile und Pfeilspitzen – effektive Waffen

Pfeile waren bereits in der Jungsteinzeit als Jagdwaffe bekannt. Der Pfeilschaft bestand hauptsächlich aus Kiefer und Birke. Auch Schösslinge des Hasel-, Schneeball- und Hartriegelstrauches wurden verwendet. Federn am Pfeilschaft dienten der Stabilisierung der Flugbahn. Die Pfeilspitzen wurden meist aus Geweihen oder Feuersteinen hergestellt und mit Birkenpech und Sehnen am Schaft befestigt.

Neben den herkömmlichen Pfeilen wurden auch andere genutzt:

  • Pfeile mit Trapez-Spitzen wurden zur Vogeljagd eingesetzt. Statt einer Spitze besitzt der Pfeil eine Schneide, die sich durch die Federn der Vögel schneidet.
  • Kleinere Pelztiere, aber auch Vögel, wurden mittels Keulenpfeilen getötet.

Der Köcher zur Aufbewahrung der Pfeile

Pfeile waren in der Steinzeit äußerst wertvoll, da ihre Herstellung einige Zeit beanspruchte. Daher wurden sie ab der Jungsteinzeit in speziellen Behältern, sogenannten Köchern, transportiert. Die Herstellung eines Köchers war sehr kompliziert und aufwendig. Bei der Jagd bedienten sich die Jäger nicht des Köchers, sondern trugen die Pfeile, die sie zur Jagd benötigten, in der Hand.

Speere,Lanzen und Spieße: die wohl wichtigsten Waffen der Steinzeit

Lanzen wurden aus den Stämmen junger Eiben gearbeitet. Die Spitze saß am dünneren Ende. Lanzen waren für die Jäger der Steinzeit gefährlicher als Pfeile oder Wurfspeere, da Beutetiere damit nur aus nächster Näher erlegt werden konnten.

Bei Wurfspeeren, etwa aus jungem Fichtenstämmen, war die Spitze am dickeren Teil angebracht. Die effektivsten Spitzen waren Blattspitzen (auch Silexspitzen genannt), die die Tiere schwer verwundeten und für einen hohen Blutverlust sorgten. Die scharfen, gezackten Ränder der Blattspitzen wirkten dabei wie eine Säge.

Anders als Pfeile, dienten Speere und Lanzen der einmaligen Verwendung. Von ihrer Effektivität hing das Überleben der Jäger ab. Das Tier musste schnell sterben und durfte keine Gelegenheit zum Angriff bekommen. Oder musste zumindest so geschwächt sein, dass eine Flucht möglich war, um es später abzutransportieren.

Im Grunde genommen waren die Spitzen von Lanzen und Speeren den Pfeilspitzen sehr ähnlich. Sie waren lediglich größer.

Zur Zeitlichen Einordnung. Speere waren schon im Mittelpaläolitikum, zur Zeit des Neandertalers (Homo neanderthalensis), bekannt. Damit können sie in die Altsteinzeit eingeordnet werden. Schwere Speere, die nicht geworfen wurden, nannte man ab der Jungsteinizeit Spieße. Damit wurden sie wesentlich später entwickelt, als Speere. Weitere Zeit später setzte sich dann der Begriff Lanze anstelle von Spieß durch.

Harpunen dienten in der Steinzeit der Jagd von Wassertieren

Eine spezielle Art von Speeren stellten in der Altsteinzeit (ab dem Jungpaläolithikum) die Harpunen dar. Die Spitzen besaßen Widerhaken und waren nicht fest mit dem Schaft verbunden. Oft bestanden sie aus Geweihen und saßen stabil im Beutetier. Mittels einer Leine blieb die Spitze mit dem Schaft oder dem Werfer verbunden, wodurch das Tier an der Flucht gehindert wurde. Wie auch heute, wurden Harpunen in der Steinzeit vermutlich dazu genutzt, im Wasser lebende Tiere zu erlegen.

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Speerschleudern vergrößerten die Effektivität von Speeren

Mithilfe der Speerschleuder, konnten Speere aus größerer Distanz auf Beutetiere geschossen werden. Sie fand ebenfalls bereits im Jungpaläolithikum Anwendung. Neben der größeren Wurfkraft, war vor allem die erhöhte Sicherheit der Jäger ein Vorteil dieser Steinzeitwaffe. Vor dem Abschuss wurde der Speer durchgebogen, was zu einer pendelnden, stabilen Flugbahn führte. Durch Speerschleudern wurden die Tiere häufig von oben getroffen und eher verwundet als getötet. Das geschwächte Tier war dann leichter aus der Nähe zu erlegen.

Das Messer war das wichtigste Werkzeug der Steinzeit

Das wohl wichtigste Werkzeug der Steinzeit war das Messer. Kein Wunder, dass es bereits vor zweieinhalb Millionen Jahren bekannt war. Es wurde häufig gebraucht und bestand aus Knochen, Geweih, Elfenbein oder Feuerstein. Auch andere Materialien waren möglich. Messer aus Feuerstein wurden Dolche genannt. Sie eigneten sich besonders gut zum Enthäuten von Beutetieren.

Quellen: feuer-steinzeit.de

Sebastian Haberland - Ich wurde 1986 in Mannheim geboren und bin gelernter Industriekaufmann. Bereits in der Grundschule galt meine Leidenschaft dem Lesen ...

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