Wahlen in Peru 2011 – Präsidentschaftskandidat Alejandro Toledo

Wahlen in Peru 2011 - Toledos Wahlversprechen - Sabrina Železný
Wahlen in Peru 2011 - Toledos Wahlversprechen - Sabrina Železný
Am 10. April 2011 wird in Peru ein neuer Präsident gewählt. Toledos Wahlversprechen im Überblick: Mehr Geld für Bildung und Wirtschaftswachstum.

Von 2001 bis 2006 war Alejandro Toledo von der Partei Perú Posible (»Peru ist möglich«) schon einmal Präsident des Andenstaates. Für die Wahlen am 10. April 2011 tritt er wieder an. Als erster lateinamerikanischer Präsident indigener Abstammung konnte und kann der in der andinen Provinz Ancash geborene Toledo vor allem auf die Unterstützung jener Bevölkerungsschichten zählen, denen er das Gefühl gibt, einer der ihren zu sein – der kleine Mann, der es bis ganz oben geschafft hat. In den aktuellen Umfragen liegt Toledo bei rund 20 % knapp hinter Ollanta Humala

Toledo: Mehr Mindestlohn – und deutlich mehr Geld für Bildung

Toledos Pläne im Arbeitsbereich sehen eine Anhebung des Mindestlohnes auf 800 Soles vor, das sind rund 200 Euro. Neben anderen Punkten schlägt Toledo auch eine Stärkung der Arbeitsrechte staatlicher Angestellter vor. Durch gezielte Programme für Arbeit in der Stadt und auf dem Land will er zudem neue Arbeitsplätze schaffen. Von allen Kandidaten hat Toledo im Bereich Bildung die ehrgeizigsten Pläne: Er will das Budget in diesem Sektor auf satte 20 Prozent des staatlichen Jahreshaushalts anheben. Ein Prozent soll an die Forschung gehen. Toledo verspricht bessere Ausbildung für Dozenten und eine Verdopplung ihres Lohnes während seiner Amtszeit. Das ist kein schlechter Anreiz in einem Land, in dem die Dozenten der öffentlichen Hochschulen wieder und wieder für Lohnerhöhung streiken. Auch Auslandsstipendien für begabte Schüler und Dozenten schweben Toledo vor.

Gesundheit und Sicherheit: Kaum konkrete Zahlen

Im Gesundheitswesen will Toledo vor allem die chronische Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren bekämpfen und dafür besonderes Augenmerk auf eine ausgewogene Ernährung der Mütter richten. Außerdem spricht er von einer universellen Gesundheitsversicherung, will mehr Krankenhäuser bauen und die Gehälter in diesem Sektor erhöhen.

Was die Sicherheit betrifft, plant Toledo eine bessere Koordinierung von Polizeinotruf mit Feuerwehr, Gesundheitsministerium und anderen Institutionen. Er verspricht bessere Überwachung durch Satelliten und will auch die Zahl der Polizisten erhöhen, wobei zumindest die Tageszeitung »La República« keine konkreten Ziffern nennt. Zudem will Toledo das organisierte Verbrechen gezielter bekämpfen und auch den Kampf gegen den Drogenhandel in einer Institution zentralisieren.

Toledo verspricht Wirtschaftswachstum

Wirtschaftlich verspricht Toledo ein jährliches Wachstum von über sechs Prozent. Die staatlichen Steuereinnahmen sollen erhöht werden. Informeller Handel soll ebenso verringert werden wie Schmuggel. Weiterhin plant Alejandro Toledo Verhandlungen mit den Minengesellschaften, um im Falle von außerordentlichen Gewinnen stärkere Zahlungen an den peruanischen Staat zu erwirken. Eine Reform des Justizwesens soll außerdem den Kampf gegen die Korruption verstärken.

Kritik an Toledo

Während Anhänger Toledos immer wieder auf die gute wirtschaftliche Bilanz seiner ersten Regierung verweisen, gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen. Sie erinnern an diverse Skandale um Wahlbetrug und Vetternwirtschaft. Indigene Bewegungen hatten zu Beginn seiner Amtszeit viel Hoffnung in Toledo gesetzt. Doch gerade in Bezug auf Programme für zweisprachige interkulturelle Erziehung blieb es bei symbolischen Gesten. Gerade die Regenbogenpresse hat außerdem die Story um Toledos Vaterschaft für seine uneheliche Tochter Zarai stark aufgebauscht: Erst unter öffentlichem Druck gestand Toledo 2002 seine Vaterschaft ein. Neben inhaltlichen Vorwürfen ist Toledo aufgrund seiner Herkunft auch immer wieder rassistischen Diskursen ausgesetzt.

Sabrina Zelezny, Sabrina Zelezny

Sabrina Železný - " ... volando vengo, volando voy deprisa, deprisa al rumbo perdido ..." (Manu Chao) Ich wurde 1986 geboren und schreibe, seit ich ...

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