Wald und Holz - das UNO "Internationale Jahr des Waldes 2011"

Wald - unentbehrlich für Menschen und Tiere  - Andrea Damm
Wald - unentbehrlich für Menschen und Tiere - Andrea Damm
Das von der UNO erklärte "Internationale Jahr des Waldes 2011" will Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung von Wäldern fördern.

Die UNO hat das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr des Waldes erklärt mit dem Ziel, das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern. Viele Institutionen, Naturschutzverbände und Freilichtmuseen bieten das ganze Jahr über Veranstaltungen, Sonderausstellungen und Aktionstage an, wo viele Aspekte berücksichtigt werden.

Waldaufbau und Waldsterben

In vielen Ländern geht es dem Wald gut. So bestehen zum Beispiel 11,1 Millionen Hektar der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland aus Wald, was grob einem Drittel des Gesamtgebietes entspricht. Jährlich wächst der Wald hierzulande um etwa 10.000 Hektar. In Österreich besteht sogar fast die Hälfte der Gesamtfläche aus Wald und auch hier wächst sie jährlich um rund 4.000 Hektar - der Größe von etwa 8.000 Fußballfeldern.

Ganz anders und sehr dramatisch stellt sich dagegen die Situation im tropischen Regenwald Brasiliens, Boliviens, Guatemalas, Parguays und Indonesiens dar: Der Amazonas-Regenwald umfasst etwa 4.1 Millionen Quadratkilometer, bedeckt fast 60 Prozent der Fläche Brasiliens und hat an der gesamten Waldfläche der Erde einen Anteil von über 30 Prozent. Man geht heute davon aus, dass dort bereits ein Fünftel des Regenwaldes zerstört ist. Illegale Rodungen und Bebauungen könnten den Regenwald bis zum Jahr 2030 um weitere 20 Prozent verkleinern, berichtete die brasilianische Zeitung "O Globo", die sich auf eine Studie von Wissenschaftlern um Britaldo Silveira Soares von der Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte (Brasilien) beruft.

Der WWF (World Wide Fund for Nature) geht sogar davon aus, dass bis zu 55 Prozent des Regenwaldes in den nächsten 20 Jahren beschädigt oder zerstört werden könnten.Trotz aller Programme, Aufrufe und Warnungen schreitet die Abholzung der Tropenwälder ungebremst voran.

Der Wald als Lebensraum

Je nach Klima und Bodenbeschaffenheit findet sich in den Wäldern eine Vielzahl an Pflanzen: neben Bäumen und Sträuchern auch Gräser, Pilze, Moose, Farne, Blumen und Kräuter. Durch ihre unterschiedliche Größe bilden sie im Wald einen stockwerkartigen Aufbau. Viele Tiere (Säugetiere, Vögel, Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken) finden hier Nistplätze, Unterstand und ausreichend Nahrung.

Für Menschen hatte der Wald schon immer ein besonderer Anziehungskraft und Bedeutung. Er spendet Kraft, Erholung und Ruhe, wird gerne für Sport und Spiel genutzt und wurde stets wegen seiner mystischen Wirkung verehrt.Der Wald bietet uns auch immer wieder ganz besondere Naturschauspiele.

Um den Wald als Natur-und Kulturlandschaft zu erhalten und das Wissen darüber der Öffentlichkeit näher zu bringen, wurden weltweit spezielle Lehrpfade, Naturparks, Naturschutzgebiete, Biospärenparks und Nationalparks errichtet.

Der Wald als Schutz

Wurzeln stellen nicht nur eine stabile Verankerung der Bäume dar, sondern sie geben – insbesondere im alpenländischen Raum - dem Boden Halt und verringern die Gefahr von Muren und Lawinen. Der Wald ist in der Lage, Wasser zu halten und schützt somit die Landschaft vor Erosion und Hochwässern.

Mit Hilfe von Humus und feinem Wurzelgeflecht kann er ebenfalls große Mengen an Wasser speichern, das während langer Trockenphasen Flüsse, Bäche und das Grundwasser speist. Der Waldboden bildet einen biologischen Filter und reinigt das Wasser und daher ist es als Trinkwasser gut geeignet.

Der Wald als Arbeitsplatz

Zur Waldarbeit gehören neben der Pflege und Aufforstung auch das Fällen (auch Schlägerung genannt) sowie die Bringung des geernteten Holzes. Diese Arbeiten waren in früheren Zeiten Schwerstarbeit. Man nutzte in den Bergen im Winter Schlitten und im Sommer künstliche Rinnen, auf denen die Stämme bergabwärts schossen sowie Flüsse und Bäche, um das Holz zu transportieren. Erfreulicherweise konnte die Waldarbeit die letzten Jahrzehnte durch Einsatz diverser technischer Geräte wesentlich sicherer und einfacher gemacht werden.

Der Wald als Lieferant

Holz ist nach wie vor mengen- und wertmäßig das führende Produkt des Waldes, aber bei weitem nicht das einzige. Waldbäume versorgen uns Menschen mit Früchten, Pilzen, Blüten als Arzneimittel, Wildbret, Blättern als Futter. Sie liefern Äste zum Flechten von Körben und Pech (Harz) als Grundstoff, Kräuter, ätherische Öle, Gewürze.

Die Bedeutung des Holzes

Von Anfang an hat der nachwachsende Rohstoff Holz die Menschheit begleitet: als Brennholz, als Bau-und Werkstoff, als technische Geräte oder zur Herstellung von Kunstgegenständen und Musikinstrumenten.

Mit Holz kann vielfältig gestaltet werden, es weist hervorragende bauphysikalische Eigenschaften auf (wie zum Beispiel Isolierung), eine sehr gute Festigkeit, es ist einfach zu bearbeiten und es hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem aber ist Holz ein nachhaltiger, ökologischer Baustoff. Auch wenn der Einsatz von Kunststoff die letzten Jahrzehnte stark zugenommen hat, so hat sich Holz in vielen Bereichen, wie bei Möbeln, Fußböden, Fenstern und anderen, doch durchgesetzt. Holz, insbesondere die Zellulose, ist heutzutage der wichtigste Grundstoff zur Produktion von Papier, Pappe, Zellstoff, manchen Kunststoffen und vielen Textilien.

Als Energieträger zählt Holz zu den ältesten und ursprünglichsten Anwendungen. Schon sehr früh nutzte man die guten Brenneigenschaften von Holzkohle, insbesondere zur Be- und Verarbeitung von Metallen. Das begrenzte Vorkommen fossiler Brennstoffe und ein zunehmendes Umweltbewusstsein führen dazu, dass Holz als Brennstoff wieder vermehrt zum Einsatz kommt. Die Gründe dafür sprechen für sich: Holz ist ein nachwachsender CO2-neutraler Energieträger. Er ist, trotz verstärkter Abholzung, weltweit noch immer ausreichend vorhanden, aber es gilt, diese Ressourcen effizient und nachhaltig zu nutzen.

Die Handwerkstechniken und das Wissen um den Einsatz des Holzes wurden über Jahrhunderte weiterentwickelt, modernisiert und verfeinert und die Forschung geht immer weiter. Trotz allem sollte dieses alte Wissen nicht verloren gehen, sondern bewahrt werden.

Auch zukünftig wird gute Ausbildung in der Wald-und Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie von großer Bedeutung sein. Die Probleme früherer Zeiten sind heute ganz anderer Natur: Heute müssen wir uns unter anderem fragen: Wie wird der Wald mit sich ändernden Klimaverhältnissen zurecht kommen? Welchen Anteil unserer Wälder dürfen wir für die Energieproduktion nutzen? Welche neuen Produkte können aus Holz gewonnen werden und vieles Andere.

Das "Internationale Jahr des Waldes 2011'' möchte mittels zahlreicher Veranstaltungen Menschen motivieren, sich mit dem vielfältigen, bedeutenden und interessanten Thema Wald und Holz näher zu beschäftigen. Auch Universitäten bieten interessierten Menschen die Chance, sich Fachvorträge anzuhören oder Ausstellungen zu besuchen oder an wissenschaftlichen Tagungen teilzunehmen.

Quellen:

jahrdeswaldes.at

wald.de

WWF.org

Petra Anderson - Ausbildung/Abschlüsse: Bürokauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin E+Färztlich geprüfte Gesundheitsberaterin ...

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