
- Walderdbeeren schmecken aromatisch süß - jutta rotter / pixelio.de
Die Walderdbeere, Fragaria vesca, kommt häufig vor. Sie gedeiht auf nährstoffreichen Böden, unter Büschen, an sonnigen Wald- und Wegrändern und auf Lichtungen. Sie siedelt sich auch gerne in Gärten an, die über einen Rasen ohne Bürstenschnitt verfügen. Die Walderdbeere ist eine alte Heil- und Genusspflanze mit kleinen roten Beeren, die ein wunderbares süßes Aroma besitzen, das den im Handel erhältlichen Erdbeeren fehlt. Walderdbeeren können den ganzen Sommer über gesammelt werden. Die Früchte hängen oft bis auf den Erdboden hinab. Weniger bekannt ist, dass man aus Walderdbeerblättern einen aromatischen Tee zubereiten kann, dem die Volksmedizin eine heilende Wirkung zuschreibt, besonders bei Magen- und Darmproblemen. Ein sogenannter Haustee aus einer Mischung von Erdbeer-, Himbeer- und Brombeerblättern schmeckt ebenfalls ausgezeichnet.
Walderdbeeren blühen von Mai bis Juli
Die Walderdbeere wird bis 25 cm hoch und blüht von Mai bis Juli. Ihre Blätter sind dreizählig gefiedert, eiförmig und an den Rändern gesägt. Die Oberseite ist glänzend grün und auf der Unterseite sind die Blätter behaart. Die Stängel wachsen aufrecht und sind ebenfalls behaart. Die Pflanze hat nur wenige Blätter und bildet bis über 2 m lange Ausläufer. Ihre kleinen Blüten sind weiß und die Kelchblätter grün gefärbt. Außen auf der Scheinfrucht sitzen gelbliche Nüsschen.
Früchte der Walderdbeere schmecken aromatisch süß
Die jungen Blätter der Walderdbeere schmecken herb, ältere Blätter herb bis bitter. Sie enthalten Gerbstoffe, Salicylsäure und Flavonoide. Die Früchte haben ein süßes Aroma und beinhalten Zucker, die Vitamine A, B, C und Aromastoffe. Die jungen Blätter der Walderdbeere und der Wurzelstock werden von Mai bis Juni gesammelt, die Früchte von Juni bis August. Die Blätter der Walderdbeere finden Verwendung als Tee, Gurgelwasser und Saft, die Beeren dienen als Dessert.
Walderdbeere wird unter anderem bei Halsentzündung angewendet
Walderdbeere wird eingesetzt bei:
- Halsentzündung
- Durchfall
- Lebererkrankungen
- Magen-, Darmproblemen
- Harnwegserkrankungen
- rheumatischen Beschwerden
- Menstruationsbeschwerden
- Akne.
Vorsicht! Wer auf Erdbeeren allergisch reagiert, beispielsweise mit Hautausschlägen, für den sind auch die Walderdbeerblätter tabu.
Walderdbeere nicht verwechseln
Die Zimt-Erdbeere, Fragaria moschata, hat kurze Ausläufer; die Knackelbeere, Fragaria viridis, weist gelblich weiße Blüten auf, ihre Früchte sind kugelig und nur an der Spitze rot. Sie sind ohne Geschmack und man findet sie verwildert in Gärten und an sonnigen Hängen. Beim Erdbeerfingerkraut, Potentilla sterilis, sind die Blüten weiß, die Blätter bläulich grün gefärbt und die Früchte unscheinbar. Außerdem hat jedes Blättchen auf jeder Seite nur 4 bis 6 Zähnchen. Auch kann die verwilderte indische Trugerdbeere mit der Walderdbeere verwechselt werden, weil sie an ähnlichen Standorten vorkommen kann.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Quelle: Dr. Ute Künkele, Till R. Lohmeyer: Heilpflanzen & Kräuter. PaRRagon Verlag
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