Walderlebnispfad Möggers - den Wald mit allen Sinnen erleben

Wasserfall auf dem Walderlebnispfad Möggers - Manuela Käselau
Wasserfall auf dem Walderlebnispfad Möggers - Manuela Käselau
Der Waldpädagogikverein Möggers betreibt im Sägetobel einen Walderlebnispfad mit Inspirationsrundweg, auf dem man den Wald mit allen Sinnen erleben kann.

Den Wald zu erleben, das ist schon unter normalen Umständen eine vielseitige Beschäftigung. Es gibt eine Menge Flora und Fauna zu beobachten und man kann die Seele beim Atmen, Gehen, Riechen, Sehen, Tasten und Hören baumeln lassen.

Wer aber im österreichischen Vorarlberg die Gemeinde Möggers und deren Walderlebnispfad besucht, wird feststellen, dass der Wald noch viel mehr bereithält, als man bislang glaubte. Der Waldpädagogikverein Möggers hat hier mit Liebe und Leidenschaft ein Refugium zum Wohlfühlen und Erleben geschaffen. Man kann auf 2,7 Kilometern Länge und in ungefähr 1,5 bis 3 Stunden viele Dinge über den Wald lesen, anfassen, ausprobieren, schätzen, sich verschätzen, Musik machen, Märchen hören, Häuser bauen, auf Hängebrücken gehen, über Seile balancieren, Wasserfälle durchschreiten und wenn man sich bei den Wesen des Waldes anmeldet, bevor man ihr Reich betritt, dann heißen sie einen auch willkommen.

Wer kann hier den Wald erleben?

Im Grunde ist der Pfad für alle Altersklassen zu jeder Jahreszeit geeignet. Auch für kleinere Kinder ist dies ein gutes Ausflugsziel. Allerdings ist es wegen der Höhenunterschiede nicht möglich, mit einem Kinderwagen oder Gehhilfen beziehungsweise Rollstühlen den Pfad zu passieren.

Man sollte gutes Schuhwerk mit griffigen Sohlen tragen und Kleidung, in der man sich gut bewegen kann. Wer einigermaßen trittsicher ist und sich auch im Alltag allein fortbewegen kann, ist schon genügend vorbereitet für den Weg. Bei Regen oder Nässe ist diese Empfehlung allerdings mit Vorsicht zu genießen, da besonders die Holzteile des Pfades sehr rutschig sein können.

Es gibt innerhalb des Walderlebnispfades einen Inspirationsrundweg. Hier ist ein wenig körperliche Betätigung gefragt. Wer diese scheut oder sich nicht zutraut, kann aber diesen Rundweg auslassen und den Pfad auch ohne dieses Teilstück begehen.

Was kann man alles erleben auf dem Pfad?

Wenn man ein Stückchen über Stufen hinab gestiegen ist, gelangt man an eine offene Waldhütte, hier kann man anhand von Rinden Baumarten erraten, das Alter von Bäumen nach Anblick von Baumscheiben schätzen oder auch die Jahresringe nachzählen, das Waldtelefon betrommeln, Tafeln mit Vogelarten studieren und in Büchern schmökern. Auch kann man gegenüber an einem kleinen Wall eine Tür öffnen, die den Blick auf eine Scheibe freigibt, hinter der der Waldboden im Querschnitt zu beobachten ist. Ein echter Waldboden, keine theoretische Präsentation.

Die Hängemattenstation

Über weitere Stufen geht es hinab in den Tobel, oberhalb eines Wasserfalles entlang, über eine Hängebrücke, später über Holzstämme, mit denen man balancierend einen Bach überwindet, auf ein Plätzchen, an dem es sich trefflich in Hängematten ausruhen lässt und man sich schaukelnd all dem hingeben kann, was es zu erleben gibt. Wer den Inspirationsrundweg nicht mitgehen will, kann hier auch auf die Mitwandernden warten, sie kommen hier nach ungefähr einer halben Stunde wieder vorbei. Besonders bei heißen Wetterlagen ist der Aufenthalt hier ein wahrer Genuss.

Der Inspirationsrundweg als Teilstück des Walderlebnispfades

Nachdem man sich mit einer Baumstammtrommel bei den Wesen des Waldes angemeldet hat, steigt man zum Bachlauf ab und muss nun ein bisschen aktiver werden. Es gilt, an einem Seil wie Tarzan zu schwingen, auf schmalem Grat zu gehen, unter einem Wasserfall hindurch zu gehen, auf Baumstämmen und Seilen zu balancieren. Schafft man das, kann man sich am Ende mit einem Märchen über den Wald belohnen, das an einem Rastplätzchen bereitliegt. Und dann in der Hängemattenstation die Wartenden abholen, um den Walderlebnispfad weiter zu begehen.

Die Blockhütte zum Selberbauen

Man erreicht nun eine Blockhütte, die nur aus den Grundpfeilern und einem Dach besteht. Die Wände kann man mit bereit liegenden Hölzern selbst auf- oder abbauen und sich so ein Haus gestalten, wie es einem gefällt. Was zumindest solange steht, bis die nächsten Gäste ihre eigenen Vorstellungen umsetzen.

Es folgt eine längere Hängebrücke, man geht an einem Brunnen vorbei und gelangt zu einer Klangstation, wo man seine musikalischen Ambitionen an verschiedenen Klanghölzern ausprobieren kann. Anschließend trifft man noch auf einen Hochsitz, der die Kinder zum Klettern einlädt.

Das Ende des Pfades

Am Ende des Pfades kann man einen freiwilligen Beitrag zur Unterhaltung des Pfades in eine Holzbox werfen, die dem Waldpädagogikverein Möggers zukommt. Wenn das Wetter gut ist und der Schönsteinhof seine kleine Jausenstation geöffnet hat, kann man noch hervorragenden selbst gemachten Apfelsaft trinken und all die Tiere beobachten und teilweise streicheln, die hier leben. Neben dem Walderlebnispfad ist auch der Aufenthalt hier schon eine eigene Reise wert. Aber es empfiehlt sich ohnehin, immer wieder zu kommen.

Wen auf dem Walderlebnispfad die Erkenntnis ereilt hat, dass das ruhige Bestaunen des Waldes nicht seine Sache ist, der findet vielleicht im benachbarten deutschen Scheidegg mit dem Skywalk Allgäu ansprechende Unterhaltung. Der Baumwipfelpfad ist zudem barierrefrei und ermöglicht interessante Blicke auf die Umgebung. Scheidegg und Möggers liegen in direkter Nähe zu Lindau und Lindenberg auf deutscher und Bregenz auf östereichischer Seite.

Bildnachweis: Manuela Käselau

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

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