Es gibt zahlreiche essbare Waldpilze in Deutschland, einige Pilzarten sind sehr wohlschmeckend. Gerade in der Pilzsaison zieht es wieder viele Sammler hinaus in den Wald. Und wenn man nicht nur Pilze suchen, sondern auch finden möchte, sollte man schon sehr zeitig aufstehen. Denn bei der Pilzsuche gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und man möchte doch noch einige schöne Exemplare für sich beanspruchen.

Wie man am besten im Wald Pilze suchen kann

Pilze lieben das feucht-warme Klima, das ihnen der Wald bietet. Ein Pilzsammler sollte seine Augen stets offen halten, denn oft sieht ein köstlicher Speisepilz wie ein heruntergefallenes Herbstblatt aus oder er versteckt sich gerade unter diesem. Auch an versteckten Wurzeln oder hinter Baumstümpfen sind sie leicht zu übersehen. Die Bodenbeschaffenheit (feuchte bemooste Flächen und Hänge = sehr gut, trockener Boden = eher schlecht) kann Aufschluss darüber geben, ob essbare Pilze in der Nähe zu erwarten sind. Aber auch bestimmte Pilzarten (ungenießbare oder gar giftige) wachsen meist in naher Umgebung des gesuchten Speisepilzes. Wenn man zum Beispiel ein paar Fliegenpilze erspäht, ist es sehr wahrscheinlich, dass der sehr begehrte Steinpilz nicht weit davon entfernt ist. Für Anfänger gilt es, sich zuvor darüber zu informieren, am besten mit einem aktuellen Pilzbuch.

Welche essbaren Pilze in Deutschland zu finden sind

In Deutschlands Wäldern gibt es jede Menge essbare Pilze. Hierzulande findet man zum Beispiel: Den Parasol, den Pfifferling, den Steinpilz, die Rotkappe, den Schmerling, den Bovist und zahlreiche andere köstliche Waldpilze. Was die wenigsten wissen, selbst weiße Trüffeln (deutsche Trüffel) zählen zu den einheimischen Pilzen. Sie sind zwar weniger intensiv im Geschmack als die heißbegehrten italienischen oder französischen Trüffeln, aber dennoch sehr schmackhaft.

Die Morchel (Speisemorchel) - ausgezeichneter Speisepilz

Morcheln können bis zu 25 cm hoch werden. Das 6 bis 12 cm hohe Kopfteil ist wabenartig vertieft und mit dem Stiel verwachsen. Die ungleichmäßigen Waben sind durch dunkle und helle Rippen voneinander getrennt. Der bräunliche bis honigfarbene Hut ist eierförmig oder rund. Der Stiel ist weiß bis blassgelb und genauso wie der Hut innen hohl. Das Fleisch ist sehr zart, aber brüchig. Der Geruch der Speisemorchel ist angenehm. Sie wächst hauptsächlich auf kalkreichen und humusreichen Böden, aber auch in Obstgärten und Parks. Saison: März - Mai

Der Schmerling (Körnchenröhrling) - schmackhafter Speisepilz

Der Hut des Schmerlings misst 5 - 10 cm, er ist braungelb bis rötlichgelb und mit schmierigem Schleim versehen. Der Hut des jungen Pilzes ist halbkugelig und am Rand eingebogen. Bei älteren Pilzen wird der Hut flacher. An wärmeren Tagen trocknet der Hut und ist glatt und glänzend. Die Huthaut lässt sich gut abziehen. Die Röhren sind am Stiel ein wenig angewachsen und sind genauso hellgelb wie die Poren. Bei jungen Pilzen tritt aus den Röhrenmündungen ein milchiges Sekret heraus. Die Oberfläche des Stiels ist gelblichweiß und mit gleichfarbigen Wärzchen besetzt. Der Geruch des Schmerlings erinnert schwach an Obst. Er wächst in Gruppen, hauptsächlich in jungen Kiefernbeständen, in Nadel - und Laubwäldern und auf Lichtungen. Saison: Juni - Oktober

Die Rotkappe (Birkenrotkappe) - guter Speisepilz

Die Farbe der Rotkappe erstreckt sich von hellbraun über orange bis rotbraun. Der Hut wird bis zu 20 cm breit. Er ist trocken, matt und halbkugelig. Wenn der Pilz älter ist, wölbt er sich. Wenn man das weißliche Fleisch des Pilzes anschneidet, verfärbt es sich grauviolett bis schwarz. Die Röhrenschicht der Rotkappe lässt sich leicht vom Hutfleisch ablösen. Bei älteren Pilzen ragt die Röhrenschicht unter dem Hut polsterartig hervor. Der Stiel ist kräftig und rauhschuppig. Rotkappen sind in Deutschland geschützt, dürfen aber in kleinen Mengen gesammelt werden. Man findet sie meist im Nadelwald unter Birken. Juni - Oktober

Der Austernpilz (Austernseitling) - schmackhafter Speisepilz

Der muschelförmige Hut der Austernpilze ist 5 - 20 cm groß, trocken und glatt. Ihre dicken Stiele sind weiß, kurz und meist mit anderen Pilzen verwachsen. Das Fleisch ist weiß und weich. Der Austernpilz hat einen würzigen Geruch. Die Farbe des Hutes erstreckt sich von dunkelgrau über silbergrau bis graubraun. In der Reife verblasst die Farbe deutlich. Bei älteren Pilzen ist nur der Rand des Hutes essbar. Der Austernpilz gedeiht bevorzugt in Laubwäldern an Holzstümpfen, Stämmen von Buchen, Pappeln und Erlen. Saison: Oktober - Februar.

Das Stockschwämmchen – essbarer Waldpilz, aber leicht zu verwechseln

Der Hut des Stockschwämmchens ist honiggelb bis rotbräunlich, in der Mitte ist er deutlich heller als am Rand. Der Hut ist 3 - 6 cm breit, glatt und bei Nässe glänzend. Erst ist er gewölbt, dann wird er flacher. Der dünne Stiel ist hohl und besitzt einen kleinen Ring. Das Fleisch ist rostbraun und riecht pilzartig. Der Pilz wächst in großen Gruppen in Nadelwäldern, Laubwäldern an Holzstümpfen und Stämmen, meist an Rotbuchen, Weiden und Birken. Saison: Mai - November

Aber Vorsichtig: Das Stockschwämmchen wird oft mit dem extrem giftigen Gifthäubling (Galerina marginata) verwechselt. Sie enthalten das gleiche tödliche Gift wie der grüne Knollenblätterpilz. Also nur etwas für erfahrene Sammler!

Bildquellen: Maja Dumat / pixelio.de, Annamartha / pixelio.de, Verena N. / pixelio.de, Meinhard Siegmundt / pixelio.de

Quellen: Der große Kosmos-Pilzführer / Autor: Hans Laux, natur-lexikon.com