Wallfahrtskirche in Midland Ontario gedenkt Jesuiten Missionaren

Martyr's Shrine in Midland Ontario - Monika Fuchs, TravelWorldOnline Ontario Reisen
Martyr's Shrine in Midland Ontario - Monika Fuchs, TravelWorldOnline Ontario Reisen
An acht Jesuitenmissionare erinnert die Wallfahrtskirche Martyr's Shine bei Midland Ontario. Sie wurden von Irokesen Indianern gefoltert und hingerichtet.

Unübersehbar thront die zweitürmige Wallfahrtskirche auf einem bewaldeten Hügel am Ufer des Wye River außerhalb von Midland, Ontario. Sie steht hier seit 1926, an einer historisch bedeutsamen Stelle:

Die Jesuitenmission Sainte-Marie am Ufer des Wye River in Ontario, Kanada

Hier befand sich die erste Jesuitenmission, Sainte-Marie, von der aus die Jesuiten die Huronen der Umgebung zum Christentum bekehrten. Die ursprüngliche Mission war als französisches Dorf am Ufer des Wye River errichtet worden und wurde bald zum Ziel von Angriffen der Irokesen, die schon lange vor der Ankunft der Jesuiten in kriegerische Auseinandersetzungen mit den Huronen verwickelt waren. Da die Jesuiten zunächst vor allem im Gebiet der Huronen ihre Missionsarbeit aufgenommen hatten, gerieten sie schnell ins Visier der feindlichen Irokesen, die mehrere Angriffe auf Sainte-Marie unternahmen. Nach nur zehn Jahren wurde die ursprüngliche Jesuitenmission schließlich aufgegeben, und die Jesuiten zogen sich aus der Region zurück.

Die Wallfahrtskirche Martyr's Shrine in Midland, Ontario in Kanada erinnert an acht Märtyrer

1844 kehrten die Jesuiten in die Region am Südufer des Lake Huron zurück und wollten an der Stelle, an der einst die ursprüngliche Jesuitenmission Sainte-Marie stand, eine Gedenkstätte errichten, die an acht Jesuitenmissionare erinnert, die in Ausübung ihrer missionarischen Tätigkeit von feindlich gesinnten Irokesen gefoltert und getötet wurden. Die berühmtesten von ihnen sind Jean de Brébeuf und Gabriel Lalemant. In Ostkanada trifft man in Kirchen und an öffentlichen Gebäuden immer wieder auf Statuen dieser beiden Jesuiten. Am Parlamentsgebäude von Quebec erinnern ihre Statuen an den Mut und die Überzeugung, mit der sie den Indianern den christlichen Glauben predigten.

Jean de Brébeuf war der erste Jesuitenmissionar im Stammesgebiet der Huronen. Er kam 1626 in die Region, lernte sehr schnell die Sprache der Indianer und zog durch das Gebiet, wo er immer wieder neue Außenposten der Mission gründete und zahlreiche Huronen zum Christentum bekehrte. Gabriel Lalemant war schon mit 19 Jahren Jesuit geworden und wurde Gelehrter und Professor. Nach zwei Jahren in Kanada zog er weiter ins Gebiet der Huronen, wo er einen Monat lang als Assistent von Brébeuf fungierte. Am 17. März 1649 wurden er und Brébeuf von feindlichen Irokesen gefangengenommen und in der Missionsstation St. Ignace siebzehn Stunden lang grausam gefoltert, bevor sie den Märtyrertod starben.

Die anderen Jesuiten, denen in der Wallfahrtskirche gedacht wird sind: Antoine Daniel, der zwölf Jahre lang in Sainte-Marie wirkte, Charles Garnier, der in der Mission von Etharita arbeitete, Noël Chabanel, der von einem Glaubensabtrünnigen am Nottawasaga, etwa fünfundzwanzig Meilen von Sainte-Marie entfernt, getötet wurde. Bemerkenswert sind die letzten drei Missionare: Isaac Jogues, René Goupil und Jean de Lalande arbeiteten in der Jesuitenmission, die auf dem Stammesterritorium der Irokesen in Auriesville, New York, errichtet worden war. Alle drei fielen dort den Übergriffen der Irokesen zum Opfer, die die Jesuiten als Verbündete ihrer Erzfeinde, der Huronen, betrachteten.

Der Martyr's Shrine in Midland, Ontario - Ein Symbol für den Mut und die Ausdauer der Jesuiten in Kanada

Die heutige Wallfahrtskirche, die dem heiligen Josef geweiht ist, dem Nationalheiligen Kanadas, erinnert an die Taten, den Mut und die unwiderstehliche Überzeugung, das Richtige zu tun, das die Jesuiten in ihren Aufgaben in den Missionsstationen unter kanadischen Indianern geleitet hat. Sie wurde errichtet mit Spenden kanadischer Gläubiger. Den Bau der Kirche übernahmen lokale Schiffsbauer - deutlich zu erkennen am Dach der Kirche, das an ein umgedrehtes Kanu erinnert. Bleiglasfenster, Altäre, Kirchenbänke und der Kreuzweg stammen aus der St. Peter's Kathedrale in London, Ontario, und der St. Peter's Church in Toronto. Das Holz für den Kirchenbau stifteten örtliche Mühlen, und die Steine kamen aus Longford, Ontario.

Der Martyr's Shrine ist jedes Jahr von Mitte Mai bis zum Thanksgiving Wochenende im Oktober geöffnet.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort und Martyr's Shrine

Monika Fuchs, Monika Fuchs

Monika Fuchs - Seit 1989 ist Monika Fuchs ganzjährig auf Reisen in den USA, Kanada, Zentralamerika, Australien, Südafrika, Namibia, Zimbabwe, ...

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