
- Wallfahrtskirche Swieta Lipka - Harald Rossa
Ein Besuch von Swieta Lipka, deutsch Heiligelinde genannt, gehört zum Pflichtprogramm einer Reise nach Masuren. Hier steht die von den Jesuiten gebaute Wallfahrtskirche Heiligelinde. Sie ist eines der bekanntesten Marienheiligtümer in Polen. Die Basilika mit Kreuzgang und Kloster ist eines der wichtigsten Denkmäler des Barock im nördlichen Polen. Und in dieser Landschaft eine ähnliche architektonische Ausnahmeerscheinung wie das Kloster Neuzelle in Brandenburg.
Die Legende um Heiligelinde
Eine Legende berichtet von einem Gefangenen im Gefängnis der Kreuzritterburg von Rastenburg. Dem erschien Maria und ließ ihn eine aus Holz geschnitzte Figur ihres Kindes anfertigten und gab ihm den Auftrag, diese Figur an der ersten Linde an der Straße von Rastenburg nach Rössel anzubringen.
Die Richter ließen den Übeltäter frei und die Figur wurde bei Heiligelinde an einer Linde angebracht. Von Wundern rund um die Statue des Marienkindes wurde dann berichtet. Es entstand ein Wallfahrtsort und der Deutsche Orden ließ eine Kapelle errichten.
Diese Kapelle in Heiligelinde wurde nach der Reformation 1525 zerstört. Erst 1619 konnte das ermländische Domkapitel Heiligelinde erwerben und die Kapelle wieder aufbauen. Jesuiten betreuten nun das Marienheiligtum.
Das barocke Kloster Heiligelinde
Die barocke Basilika wurde in den Jahren 1688 bis 1693 in dem sumpfigen Gelände auf rund 10.000 Pfählen erbaut. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika und von einem Kreuzgang umgeben. Die vier Ecken dieses Kreuzgangs werden von jeweils einer Kapelle gebildet. Die Fassaden der Kirche und der Kapellen sind durch Skulpturen des Bildhauers Christoph Perwanger geschmückt.
Der Innenraum der Kirche ist reich verziert. Das Deckengemälde schuf von 1722 bis 1727 Matthias Johann Meyer. Im Gewölbe sind Bilder der heiligen Hedwig von Schlesien, Sigismund III. Wasa und Kasimir von Polen und Litauen zu sehen. Den Hauptaltar schuf Christoph Peuker von 1712-1714. Das Altarbild der Mutter Gottes malte Bartholomäus Pens 1640. Der Königsberger Goldschmied Samuel Grew fertigte den silbernen Tabernakel und die silberne Monstranz in der Form einer Linde. Diese wurde 1980 gestohlen und nun ist eine Kopie in der Kirche.
Die Orgel von 1721 schuf Johann Josua Mosengel. Sie ist mit beweglichen Engelfiguren geschmückt, die eine Verkündigungsszene darstellen. Die Orgel steht im Mittelpunkt der traditionellen Musikabende in Swieta Lipka.
Neben der Kirche ist ein kleines Museum eingerichtet. Das zeigt kostbares Kirchengerät.
Lage und Anreise
Der Ort Swieta Lipka liegt in der polnischen Woiwodschaft Warminsko-Mazurskie (Ermland-Masuren). Er gehört zur Gemeinde Reszel (Rössel) im Powiat) Ketrzynski und liegt an der Straße von Ketrzyn nach Reszel.
Mehr über Swieta Lipka
- Wojciech Marek Darski: Masuren von innen. Wydanictwo Mazurskie Gizycko 2011, ISBN 978-8361349-08-2
Quellen
- Gmina Reszel: Swieta Lipka (Polnisch)
- Masuren Online: Swieta Lipka
- Sanktuarium Maryjne Swieta Lipka
- Baedeker: Polen. 4. Auflage, Karl Baedeker Ostfildern 2000
- Swieta Lipka (Polnisch)
