Wandern auf dem Ferschweiler Plateau in der Südeifel

Felsenweiher auf Ferschweiler Plateau - Pascal Witry
Felsenweiher auf Ferschweiler Plateau - Pascal Witry
Tourenvorschläge für das Wandern auf dem sagenumwobenen Ferschweiler Plateau mit tiefen Schluchten und Höhlen in der Eifel bei Trier

Wer bei Hitze und Sonne nach einem Abkühlung versprechenden Wanderziel sucht, sollte sein Augenmerk auf die Südeifel richten. Das Ferschweiler Plateau, welches unmittelbar über dem deutsch-luxemburgischen Grenzfluss Sauer auf deutscher Seite steil abfällt, bietet Wandermöglichkeiten in bizarren Felslandschaften. Abseits der großen Publikumsströme gelegen, ist das Ferschweiler Plateau eher etwas für Ruhe suchende Wanderer. Die Hauptanlaufstellen für Wanderer sind das Besucherzentrum an der Teufelschlucht, der Wanderparkplatz nahe dem Ernzener Felsenweiher, der Wanderparkplatz in Ferschweiler sowie der Parkplatz neben dem Wildgehege nahe der Liboriuskapelle. Manche Orte wie die Liboriuskapelle oder der Felsenweiher in Ernzen liegen versteckter, bieten dafür aber den Besuchern mehr Ruhe als das Zentrum an der Teufelsschlucht.

Ausflugsziel Besucherzentrum Teufelsschlucht

Das nahe der Teufelsschlucht gelegene Besucherzentrum bietet organisierte Führungen, regionales Anschauungsmaterial und Schriften mit Wegbeschreibungen an. Dort sind Fossilien, ausgestopfte Tiere, archäologische Funde und andere Exponate mit regionalem Bezug in den Vitrinen zu sehen. Räumlichkeiten zum Empfang von Gruppen und eine Terrasse sind im gleichen Gebäude untergebracht. Entlang einem neben der Zufahrtsstraße zum Zentrum verlaufenden geologischen Parcours wurden diverse Gesteine und archäologische Funde ausgestellt. Ein neueres Infozentrum für geologisch Interessierte nahe dem Besucherzentrum bietet weitere Informationen über das Ferschweiler Plateau und die Teufelsschlucht.

Unterwegs zu dem Naturdenkmal Irreler Wasserfälle

Die weniger als einen Kilometer von dem Besucherzentrum gelegene Schlucht stellt einen der Höhepunkte des Wanderwegenetzes auf dem Ferschweiler Plateau dar. Sehr steile Stufen im Fels führen auf den Grunde einer tiefen Schlucht. Angesichts der vielen Besucher, darunter auch ältere Leute und Kinder, stellt sich einem allerdings die Frage ob die Treppen nicht hätten besser angelegt werden können, da der Abstieg in die Schlucht bei nassem Wetter leicht zur Rutschpartie wird. Klagen dieser Art wurden auf dem Weg durch die Teufelsschlucht schon öfters von älteren Wanderer geäußert. In der Schlucht führt der Wanderweg durch eine dunkle Engstelle zwischen großen Gesteinsbrocken. Weiter geht es über einen Steg und Stufen hinab ins Tal zu dem Naturdenkmal Irreler Wasserfälle. Einer der Wege quert über eine Holzbrücke die Stromschnellen der Prüm. Dort sind oft Wildwasserspezialisten in ihren Kajaks beim Durchqueren der Stromschnellen zu sehen. Die Stromschnellen sind der Austragungsort von internationalen Kajak-Meisterschaften. In der Prüm wurden im letzten Sommer Lachse ausgesetzt.

Blick auf Echternach

Eine ganz anderes Wandererlebnis bietet das Umfeld der Liboriuskapelle. Vom Parkplatz am Wildgehege aus erreicht man über einen ebenen Wanderweg in einer halben Stunde die Liboriuskapelle. Neben der Liboriuskapelle lädt eine Aussichtsplattform mit Bänken zur Rast ein. Dort hat der Wanderer einen tollen Blick auf Echternach. Eine Treppe führt wenige Meter von der Wallfahrtskapelle entfernt die Felswand hinab zu einer ehemaligen Einsiedelei. Die Einsiedelei besteht heute nur noch aus einer Ruine mit Felsenkammern, von wo aus der Wanderer auf einer Bank im Innern sitzend Echternach bewundern kann. Diese Wanderung eignet sich ohne den Abstieg zur Einsiedelei sehr gut für Wanderer, die ebene Wege ohne anstrengende Passagen schätzen.

Schweineställe und Felsenweiher auf dem Ferschweiler Plateau

Der Felsenweiher ist ein Felskessel rund um eine künstlich angelegte Wasserfläche. Stege führen um das Wasserbecken. Bänke rund um den Felsenweiher laden zur Rast ein. Nahe dem Felsenweiher befindet sich eine Tafel mit Wegebeschreibungen auf dem Wanderparkplatz. Eine ähnliche Tafel steht auf dem Wanderparkplatz am Ortseingang von Ferschweiler. Von diesen beiden Wanderparkplätzen aus sind die Felswände an den Flanken der Plateaus über dem Sauertal gut zu erreichen. Man kann als Alternative auch vom Parkplatz am Schloss Bollendorf oder von den Parkplätzen im Sauertal zu den Wanderwegen am Fuße der Felswände hochsteigen. Dies ist jedoch für Ungeübte ziemlich anstrengend. Entlang von Felswänden mit Namen wie Schweineställe spaziert der Wanderer ziemlich einsam über weite Strecken an der Plateaukante. Der Blick fällt dabei auf die hohen Felswände direkt neben dem Weg, die Sauer und Felsen auf der luxemburgischen Seite des Tals. Die Wegstrecken entlang den Felswänden oberhalb der Sauer sind schwierigere Wanderwege. Wanderer sollten daher festes Schuhwerk tragen. Während der Woche kann man hier ungestört wandern. Der Strom der Wanderer am Wochenende ist jedoch auch nicht besonders groß, da die meisten Wanderer zu dem Besucherzentrum an der Teufelschlucht, den Irreler Wasserfällen und der Liboriuskapelle gehen. Beim Wandern auf dem Plateau lohnt sich der Besuch keltischer Stätten, an denen der Wanderer kleine aus dem Fels gehauene Gräber oder Überreste von einer Fliehburg sehen kann. Mehrere gallo-römische oder römische Stätten sind auf den Plateau zu sehen.