Wandern im Harz

Die Bode im Harz - ich und du - Pixelio.de
Die Bode im Harz - ich und du - Pixelio.de
Per Pedes den Harz zu erkunden ist ein Erlebnis der Extraklasse. Die Tourbeschreibungen machen Lust aufs Wandern durch den Nationalpark.

Der Nationalpark Harz ist eines der schönsten und abwechslungsreichsten Mittelgebirge in Deutschland. Wälder, Moore, Fließgewässer bilden eine beeindruckende Landschaft und verleihen ihr einen fast mystischen Charakter. Hier macht wandern so richtig Spaß. Auf Schusters Rappen können hier gleich drei Bundesländer – Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – erkundet werden. Die folgenden Vorschläge für Tageswanderungen und kleine Ausflüge befinden sich ausschließlich in Sachen-Anhalt.

Das Gebirge ist durchzogen von unzähligen Wanderwegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die meisten Wege sind gut bis sehr gut ausgeschildert, auch wenn die Distanzen nicht immer haargenau stimmen. Aber wer will in dieser stimmungsvollen Umgebung schon pingelig sein. Ein schönes „Basislager“ ist die romantische und gemütliche Stadt Quedlinburg nördlich des Harzes. Die meisten Unterkünfte befinden sich in einem der vielen Fachwerkhäuser und sind ausgesprochen geschmackvoll eingerichtet. Als Unseco-Weltkulturerbe hat die Stadt an der Bode einige zu bieten, und auch die Gastronomie lässt keine Wünsche offen.

Von Thale nach Treseburg (etwa zwölf Kilometer)

Mit dem Auto geht es in das etwa zehn Kilometer entfernte Thale. Kostenloses Parken ist am Großparkplatz Seilbahnen möglich. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert. Nicht weit von hier ist bereits der Einstieg in die Wanderung entlang der Bode. Hexen sind hier kein seltener Anblick, befinden sich doch über dem Bodetal die Rosstrappe und der Hexentanzplatz. Bevor es mit der Wanderung so richtig losgehen kann, ist eigentlich schon das erste Ziel erreicht. Ein gemütlicher Biergarten an der Bode lädt zum Kaffeestop. So gestärkt kann es dann auf die Strecke durch das wild romantische Tal gehen. Schnell wird der Untergrund steinig bis felsig. Festes Schuhwerk ist hier empfohlen. Nach einem recht steilen Stück wird der Weg nach etwa zwei Kilometern recht gemütlich mit moderatem Streckenprofil. Nach weiteren zehn Kilometern ist Treseburg erreicht, und es gibt einen weiteren Kaffee, bis es mit dem Bus zurück nach Thale geht.

Durch das Selketal zur Burgruine Anhalt

Etwa 15 Kilometer von Quedlinburg entfernt liegt Mägdesprung, der Einstieg für die Wanderung durch das Selketal. Der Weg ist gut zu laufen, ohne nennenswerte Anstiege. Entlang der Selke geht es etwa vier Kilometer bis zum Backhaus, einem urigen, gemütlichen Lokal mit bezauberndem Garten. Der selbstgebackene Kuchen ist hier eine Sünde wert. Weiter geht es entlang des Flüsschens. Nach weiteren zwei Kilometern kommt die Selkemühle in Sicht. Hier erinnert leider nichts mehr an eine Mühle, denn mittlerweile ist daraus ein Ausflugslokal ohne Charme geworden. Deswegen geht es ohne halt auf die letzte und auch steile Etappe zur Burgruine Anhalt. Viel ist nicht mehr erhalten, aber der Weg hat sich allemal gelohnt. Oben angekommen geht es dann nach kurzer Trinkpause den gleichen Weg zurück.

Die Steinerne Renne

Etwas weiter entfernt von Quedlinburg liegt Hasserode. Doch die 35 Kilometer sind über die B 6 nach Wernigerode schnell gefahren. Der Einstieg für diese Wanderung ist in de Nähe des Bahnhofs. Zunächst geht es stetig bergauf, aber noch gemütlich los. Immer wieder bezaubert die Landschaft mit wilden Wasserfällen und beeindruckenden Wäldern. Nachdem der Weg zum Brocken links liegen gelassen wurde, kommt auch bald die Herausforderung. Gefühlte drei Kilometer ist auf dem letzten tausend Metern Klettern angesagt. Der Weg geht nur noch über Felsbrocken. Das macht Spaß, ist aber auch anstrengend und erfordert richtig gutes Schuhwerk. Dann plötzlich taucht wie aus dem Nichts das Lokal Steinerne Renne auf, ein willkommenes Ziel für die wohlverdiente Stärkung. Auf dem Rückweg kann man nach kurzer Zeit den Fahrweg verlassen und durch den Wald – über Stock und Stein – den Bahnhof in Hasserode wieder erreichen. Alles in allen zehn Kilometer, die es in sich haben, aber an Spaß und Eindrücken kaum zu überbieten sind.

Gudrun Dreier, Gudrun Dreier

Gudrun Dreier - In Essen habe ich Germanistik, Philosophie und Erziehunsgwissenschaften studiert, bevor ich mich nach bestandenen Prüfungen 1993 ...

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