
- Blick vom Grouse Mountain - Tourism BC/Tom Ryan
Es lockt einen hinaus in British Columbia. Die Natur Westkanadas ist atemberaubend mit ihren Regenwäldern, den steilen Bergen, dem Meer und den vorgelagerten Inseln. Fast denkt man an Henry David Thoreau, der in einem Essay über das Wandern schrieb: "Gib mir einen Ozean, eine Wüste oder die Wildnis!" Er könnte an British Columbia gedacht haben, denn hier findet der Suchende alles davon.
Wandern in British Columbia und vor den Toren von Vancouver
Vom Pazifik im Westen bis zu den Rocky Mountains im Osten ist British Columbia ein Ort unglaublicher Vielfalt: üppige Regenwälder und trockene Schluchten, kahle Berggipfel und sanftes Farmland, steile Höhen und vom Meer umspülte Strände. Erst auf einer Wanderung erschließt sich dem Besucher die beeindruckende Landschaft Westkanadas. Die beste Jahreszeit dafür ist der Herbst: dann ist die Luft frisch und klar, und die Berggipfel sind noch frei vom Winterschnee.
Diese Natur kann ein Wanderer genießen bei einer Tour auf dem Hausberg von Vancouver, dem Grouse Mountain. Nur wenige Kilometer außerhalb des Stadtzentrums erhebt sich der Berg über dem Burrard Inlet. Er ist leicht zu erreichen über die Lions Gate Bridge und die Gondel, die vom Fuße des Berges hinauf zum Gipfel führt. Sogar die öffentlichen Verkehrsmittel von Vancouver bieten eine Verbindung zur Talstation der Gondel auf den Grouse Mountain an. Perfekte Bedingungen also, um einen Aufenthalt in der kanadischen Metropole an der Westküste mit einem Wandertag direkt vor den Toren der Großstadt zu kombinieren.
Eine Wanderung auf den Grouse Mountain mit Ausblick auf die Innenstadt von Vancouver
Lange ist sie nicht, die Strecke, die von North Vancouver über einen kurvigen Pfad an der Südseite des Berges zum Gipfel des Grouse Mountain hinaufführt. Dafür wird sie ihrem englischen Namen "The Grind", was auf Deutsch nichts anderes bedeutet als "die Plackerei", mehr als gerecht. Denn auf der kurzen Wegstrecke von 2,9 Kilometern steigt der Weg um 853 Meter steil an mit einer durchschnittlichen Steigung von dreißig Grad.
Wer sich aufmacht, auf diesem Wege den Grouse Mountain zu Fuß zu bezwingen, weiß hinterher, was er geleistet hat. Seine Waden werden es ihm beweisen. Der Weg führt von der Talstation der Gondel durch Wald hinauf zur Gipfelebene. Unterwegs gilt es 2.830 Stufen zu überwinden.
Der Weg wurde Anfang der 1980er Jahre fertiggestellt und gehört zu den Dingen, die man in Vancouver erlebt haben muss - als Bewohner, aber auch als Besucher. Vielleicht legt man die Distanz zwischen Tal und Gipfel nicht in der Rekordzeit von 24 Minuten zurück - der Durchschnittswanderer braucht dafür gewöhnlich eineinhalb Stunden. Erreicht man jedoch das Gipfelplateau, dann öffnet sich der Blick hinunter auf die Hafeneinfahrt durchs Burrard Inlet und dahinter auf die Hochhäuser der Innenstadt von Vancouver, Belohnung genug für die Anstrengung des Aufstiegs.
Und wer den Weg hinunter nicht mehr zu Fuß zurücklegen will, kann einfach umsteigen in die Grouse Mountain Skyride, die den Wanderer für nur wenige Dollar und mit spektakulären Ausblicken auf die Stadt und den Stanley Park hinunter ins Tal transportiert. Und wer lieber in der wahren Wildnis wandert, kann dies im Strathcona Park auf Vancouver Island tun.
Quelle: "Get outside: 10 fabulous hikes in BC" von Malcolm Malcolm, Tourism British Columbia und eigene Recherchen
