
- Landschaft bei Bernau Hof - Lou Avers
Im Winter ziehen Skifahrer und Rodler ihre Spuren an den Hängen und Loipen im Bernauer Hochtal und St. Blasier Land. Sommer, Herbst und Frühjahr genießen Wanderer, Gleitschirmsegler und Radler die Sauerstoffdusche der romantischen Wälder und Höhenwege…
Bilderbuchkulisse im Bernauer Hochtal
Zwischen 900 und 1.415 Metern breitet sich das Bernauer Hochtal über acht Kilometer Länge aus. Zwölf verstreut liegende Dörfchen gehören dazu: Hof, Goldbach, Bernau-Dorf, Riggenbach, Kaiserhaus, Altenrod, Weierle, Unterlehen, Gass, Oberlehen, Innerlehen und Schwendele sind Schwarzwaldortschaften wie aus dem Bilderbuch. Auf den saftigen Weiden und Wiesen ringsum grasen heimische Hinterwälder Kühe in friedlicher Eintracht mit ihren braunen Artgenossen, den hübschen Limousin-Rindern. Auch Ziegen, Schafe, Pferde und Esel weiden an den grünen Sommerhängen. Die tiefgezogenen Dächer der dunklen Schwarzwaldhäuser bieten Schutz im Winter, die rustikalen Holz-Balkone sind die Bühne für leuchtende Blumenarrangements. Hier gibt es keine Diskounter-Supermärkte. Land-Metzger, Bäcker und Gemischtwarenladen mit heimischen Produkten oder Biowaren direkt vom Bauer versorgen die Bernauer Bewohner.
Wanderziele rund ums Bernauer Hochtal
Das Bernauer Hochtal und auch das benachbarte St. Blasier Land mit dem Ski- und Wanderdorf Menzenschwand liegen inmitten des Naturparks Südschwarzwald. Die Ortschaften liegen zu Füßen der beiden höchsten Schwarzwaldgipfel Feldberg und Herzogenhorn mit 1.493 und 1.415 Metern. Zumindest wenn man den Seebuck-Gipfel nicht mitzählt. Dieser ist mit 1.448 Metern der offiziell zweithöchste Schwarzwaldberg. Für die Bernauer aber ist es das Herzogenhorn. Auf dem Bernauer Panoramaweg erkunden Wanderer die sonnendurchflutete Landschaft oder nehmen den schönen Albweg unter die Stiefel, der auch am Zauberwald vorbeikommt. Wer sich aktiv in der Natur bewegen will, hat hier über 114 Kilometer gut gefestigte Wanderwege für Nordic Walking oder Mountainbike-Touren zur Auswahl.
Ruheoase Bernauer Hochtal und St. Blasier Land
Selbst im Hochsommer ist diese Region noch relativ ruhig und nie überlaufen. Zu ruhig, meinen manche Einwohner des einst blühenden Kurortes Menzenschwand im benachbarten St. Blasier Land. „Früher waren die Kurkliniken, Pensionen und Gasthöfe hier immer ausgebucht. Seit der Gesundheitsreform mussten einige Kliniken schließen und Hotel- und Pensionsbetreiber fürchten um ihre Existenz“, klagt Joachim Kaiser vom gemütlichen “Gästehaus Kaiser“ im Hinterdorf. „Dabei hat unsere Region ein großes Potential und vor allem Aktivurlaubern vieles zu bieten“, weiß nicht nur das sympathische Gastgeberpaar Kaiser. Wie Bernau liegt Menzenschwand auf knapp 1.000 Meter Höhe und offeriert gerade im Sommer gesunde Temperaturen für hitzegeplagte Urlauber. Allein der heimische Albschlucht-Wasserfall ist einen Fußmarsch wert, auch wenn er bequem mit dem Auto erreichbar ist. Über mehrere Stufen stürzt die wildromantische Alb aus bis zu 30 Metern Höhe in eine enge Klamm. Ein Pfad begleitet die Kaskaden, die über moosbedeckte Felsen bergab rauschen. In knapp zweieinhalb Stunden Aufstieg erreicht man das Herzogenhorn, den kleinen Bruder des Feldbergs und Konkurrenten des wenige Meter niedrigeren Belchen nebenan. Dort schwebt die Gondel hoch, das Herzogenhorn aber muss man aus eigener Kraft bezwingen. Dafür gibt es unberührte Natur und himmlische Ruhe. Nur wenige wandern hierher.
Erholung und Kultur im Bernauer Hochtal und Menzenschwand
Wem es nach Abkühlung dürstet, findet im Radon Vital Bad „Momente der Entspannung", wie im Tourismusprospekt beworben. Und wer sich nach so viel Natur nach etwas Abwechslung und Kultur sehnt, wird im nur sechs Kilometer entfernten St. Blasien fündig. Dort dominiert die dem Heiligen Blasius 1783 geweihte Domkirche den Marktplatz des geschäftigen Städtchens. Den frühklassizistischen Bau erbaute der Architekt Pierre Michel d’Ixnard nach den Vorbildern Petersdom in Rom und Invalidendom in Paris. Die Abteikirche ist 62 Meter hoch und war zum Zeitpunkt des Baus die drittgrößte Kuppelkirche Europas. Noch heute ist die Kuppel mit ihrer Spannweite von 36 Metern eine der größten des Kontinents.
In Bernau-Innerlehen ist das Hans-Thoma-Kunstmuseum dem bekanntesten deutschen Natur-Maler des 20. Jahrhunderts gewidmet. Im benachbarten Oberlehen zieht das Heimatmuseum Resenhof Besucher an. Der typische Schwarzwälder Eindachhof wurde 1789 erbaut und kann heute weitgehend im Originalzustand besichtigt werden. Gleich nebenan beherbergt das moderne Forum „erlebnis: holz“ - Wechselausstellungen zu Brauchtum und Handwerk des Bernauer Hochtals.
Nicht zu vergessen, die Schwarzwälder Küche: Eine deftige Schinkenplatte oder eine hausgemachte Kirschtorte sollte jeder einmal probiert haben. Das Aktiv-Programm danach gibt es in freier Natur und herrlicher Luft gleich kostenlos dazu…
