Ostern – das Fest zur Erinnerung an die Auferstehung Jesu gehört neben Weihnachten und Pfingsten zu den drei höchsten christlichen Feiertagen. An Ostern freuen sich die Christen darüber, dass der Sohn Gottes endgültig über den Tod gesiegt hat und damit der Menschheit neues Leben geschenkt wurde.
Passahstreit
Seit Mitte des 2. Jahrhunderts gab es jedoch über die Ausführung der Feier heftigen Streit (der sog. Passahstreit) zwischen den jüdisch-christlichen und den heidnisch-christlichen Gemeinden.
Bis dahin feierten die jüdisch-christlichen Gemeinden Ostern am 14. Nisan des jüdischen Kalenders (entspricht dem Frühjahrsvollmond). In der darauffolgenden Woche bis zum 21. Nisan wurde das Passahfest begangen, mit dem die Juden der Errettung aus der ägyptischen Gefangenschaft gedenken. Dieses Frühlingsfest wird als große Familienfeier zelebriert, bei der man mit Wein, Gesang und symbolischen Gerichten an den Auszug erinnert.
In den heidnisch-christlichen Gemeinden wurde die Jahresfeier der Auferstehung am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond begangen. In diesen Gemeinden verzichtete man auf das Passahmahl, da wegen Christi Tod der Freitag vor dem Osterfest als Fast- und Bußtag gesehen wurde.
Konzil in Nicäa
Auf dem Konzil in Nicäa im Jahr 325 beschloss man schließlich, von der altjüdischen Tradition abzuweichen. Der Bischof in Rom legte Ostern auf den Sonntag nach dem 14. Nisan (Frühjahrsvollmond) fest. Dabei orientierte man sich an den Darstellungen im Neuen Testament. Demnach war der Tag der Auferstehung Jesu Christi der jüdische erste Tag der Woche (Mk 16,2; Lk 24,1; Joh 20,1), also ein Sonntag. Zugleich war es der dritte Tag nach Jesu Kreuzigung (Lk 24,7), die folglich an einem Freitag stattfand.
Festgelegter Termins gilt bis heute
Die genaue Verordnung dieses Konzils über die Berechnung des Osterfestes, die bis heute gültig ist, lautete so: Ostern soll stets am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert werden; fällt jedoch dieser Vollmond selbst auf einen Sonntag, so soll Ostern für den nächstfolgenden Sonntag angesetzt werden. Die Anhänger der abweichenden Osterfeier am 14. Nisan bezeichnete man damals mit dem Ketzernamen „Quartodezimaner“.
Im Jahr 525 wurde der kalendarische Frühlingsanfang von Dionysius Exiguus auf den 21. März festgelegt. Damit wollte man sicherstellen, dass Ostern immer nach dem Termin für Passah gefeiert wurde. Als erster Frühjahrsvollmond gilt derjenige, der direkt auf den 21. März fällt oder der als Erster nach dem 21. März eintritt.
Fastenzeit von 40 Tagen
Der Feier des Auferstehungsfestes ging schon früh ein vorbereitendes Fasten voraus. Doch erst nach einer längeren Entwicklung setzte sich die Dauer von 40 Tagen durch (die sog. Quadragesima). Dieser Zeitraum erinnert an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste sowie an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete.
Seit dem Jahr 1091 beginnt der österliche Festkreis in den westlichen Kirchen mit dem Aschermittwoch. Dieser erhielt seinen Namen von der mittelalterlichen Sitte der Bestreuung bzw. Bekreuzigung des Hauptes mit Asche, die der Priester am Büßer vornahm. Die Asche gilt als Symbol irdischer Vergänglichkeit und Buße. Die Fastenzeit ist als Zeit der Trauer, inneren Einkehr und Besinnung gedacht.
Karwoche
Dem Osterfest unmittelbar voraus geht die Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem Jesus von Nazareth in Jerusalem eingezogen ist. Am Gründonnerstag (von greinen = weinen) wird der Feier des letzten Abendmahls gedacht, am Karfreitag (von Althochdeutsch kara = Wehklage, Leid) dem Tod Jesu am Kreuz und am Ostersonntag wird schließlich die Auferstehung Jesu gefeiert.
