Warum Haustiere pflegen?

Goldhamster sind nachtaktiv - Gerhard Ott
Goldhamster sind nachtaktiv - Gerhard Ott
Was haben Hundefreunde und Katzenliebhaber, Aquarianer und Vogelzüchter gemeinsam? Sie leben gesünder, sind sozialer und schlauer.

Seit der Mensch Mensch ist, hält und pflegt er Tiere. Ursprünglich wurden sie als Nutztiere gehalten. Die Pflege von Heimtieren ist eine kulturelle Errungenschaft. Die Bedeutung der Tierpflege für Psychohygiene, Freizeitgestaltung, Bildung und Wissenschaft sind vielfältig.

Wer Tiere pflegt, ist gesünder

Heimtiere haben vorbeugende Wirkungen auf Blutdruck- und Blutfetterkrankungen. Sie wirken stimulierend und können die Einnahme von Medikamenten verringern. Tiere im Haus wirken regulierend auf Stress der Pfleger. Englische Forscher fassen zusammen: Tiere im Heim sind ein Beitrag zur Entwicklung von Gesundheit und Verbesserung der Volksgesundheit.

Mit Tieren Freizeit gestalten

Tierpflege erhöht die Lebensqualität von Familien, Singles und Pensionären. Wer Tiere pflegt, nimmt tendenziell seine persönliche Situation positiver wahr und geht konstruktiver mit Problemen um.

Tiere in Erziehung und Bildung

Heimtiere fordern soziale Kontakte junger und alter Menschen und tragen zur Sozialisierung und Resozialisierung bei. Die Anleitung von Kindern und Jugendlichen, Verantwortung für Lebewesen zu übernehmen ist ein wichtiger Erziehungsfaktor. Durch die Pflege von Pflanzen und Tieren in Aquarien und Terrarien können ökologische Zusammenhänge begreifbar gemacht werden. Dieses Verständnis ist für zukünftige Generationen überlebenswichtig. Tierpflege ist der Zugang von Menschen zu vielen Bereichen der Wissenschaft. Wissen ist eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter rohstoffarmer Staaten, wie der Bundesrepublik Deutschland. „Wer die Organisationsformen von Kultur verstehen will, sollte sich zunächst mit denen der Natur befassen“ resümierte Professor Peter Finke in einem Vortrag.

Konrad Lorenz wurde vom Aquarianer zum Wissenschaftler

Das berühmteste Beispiel für eine Karriere aufgrund von Tieren ist Konrad Lorenz. Er wurde vom Aquarienliebhaber zum Nobelpreisträger. Hier seine eigenen Worte: „Wenn die für das Glück der Menschheit Verantwortlichen sich bewusst wären, dass für unseren Erdball als autarke Lebensgemeinschaft genau dieselben unverbrüchlichen Naturgesetzlichkeiten gelten, wie für irgendein Aquarium, so wären viele Gefahren gebannt, die heute die ganze Menschheit bedrohen. [...] Ich selbst bin ausschließlich durch das Aquarium zum Biologen geworden“.

Wer Tiere pflegt, ist Tierschützer

Heimtierpflege ist eng mit Tierschutz verknüpft. Wer Tiere pflegt, ist auch bereits Tiere zu schützen. Was der Mensch kennt, erlebt und erfahren hat, ist er bereit zu schützen. In Deutschland und in der Schweiz gibt es Organisationen, die sich mit Heimtieren in der Gesellschaft und der Mensch-Tier-Beziehung befassen.

Literatur

Peter Finke: Über das Aquarium hinaus. – Vortrag beim Aquaristischen Symposium in Bielefeld, 29./30. Mai 1999

Konrad Lorenz: Eine Lanze für das Aquarium. In: Die Natur Jg. 73, S. 163-16, 1965

J. McNicholas: Dogs a social factors: a test of robustness of the social catalysis effect. – Abstract Book Prague 1998

M. Miekeley: Aquarien und ihre Relevanz für Unterricht und Freizeit im Wandel der Zeit. Waxmann Münster New York 1995

E. Olbrich: Budgerigars in old people’s homes: influence of behaviour and quality of life. Health and Quality of Life Geneve 1995

I. Robinson: The Book of Human-Animal Interaction. Waltham Oxford 1995

C. C.Wilson & D. C. Turner: Companion Animals in Human Health. Sage Publications London 1998

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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