Ein Glas Milch am Morgen und einen Tetra Pak mit 0,3 Litern Fruchtsaftgetränk für die Große Pause in der Schule: So sah noch vor wenigen Jahren die vormittägliche Getränkebilanz vieler Kinder aus. Inzwischen wissen Eltern wie Schüler, dass das viel zu wenig ist. Die Liter-Flasche Wasser ist jetzt oft nicht mehr nur in den Pausen mit von der Partie. Um die Flüssigkeitsversorgung der Schüler zu verbessern, haben die Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM) und der aid infodienst 2004 die Initiative „Trinken im Unterricht“ ins Leben gerufen.
Was Durst im Körper bewirkt
Ist unser Wasserhaushalt im Minus, geht das zu Lasten von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Für sämtliche Stoffwechselvorgänge ist Flüssigkeit notwendig. Wenn diese fehlt, wird das Blut dickflüssiger, das Herz muss schwerer arbeiten und die Zellen werden schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Schon ein Flüssigkeitsverlust von nur zwei Prozent des Körpergewichtes bewirkt, dass die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit um bis zu 20 Prozent sinkt. Die Folge: Wir können schlechter denken, unsere Konzentrationsfähigkeit lässt nach und es können sich Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen einstellen.
Der Flüssigkeitsbedarf von Kindern
Säuglinge, Klein- und Schulkinder haben einen besonders hohen Flüssigkeitsbedarf. Ein Grund dafür ist, dass ihre Körperoberfläche im Vergleich zum Körpergewicht viel größer ist als bei Erwachsenen. Sie „verlieren“ damit über die Hautoberfläche überproportional viel Flüssigkeit. Auch machen toben, spielen und ständige Bewegung durstig. Ein schneller Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten ist wichtig.
Die idealen Getränke für Kinder
Als Durststiller am besten geeignet sind Trinkwasser aus der Leitung und Mineralwasser. Beides unterliegt häufigen Kontrolluntersuchungen. Ebenfalls gut geeignet sind Kräuter- und Früchtetees ohne Zucker sowie Fruchtsaftschorlen. Bei den Schorlen kommt es auf das richtige Mischungsverhältnis an. Ein Teil Fruchtsaft (Fruchtgehalt 100 %) vermischt mit einem Teil Wasser ist gut, ein Teil Fruchtsaft und zwei Teile Wasser ist besser, erklärt das FKE, Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund in seiner Publikation „optimix Kochbuch für Kinder“. Nicht zu den idealen Getränken zählen laut Forschungsinstitut Fruchtsaftgetränke. Bei ihnen handelt es sich um mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte, die mit Zucker und Aromen angereichert sind. Ebenfalls nicht als Durststiller geeignet seien Fruchtnektare, Eistees und Limonaden.
Wie viel Kinder trinken sollten
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Jahr 2000 Richtwerte für die Zufuhr von Wasser herausgegeben. Empfohlen werden folgende tägliche Wasserzufuhren:
- Für 1 bis 4-Jährige 820 Milliliter (ml) durch Getränke und 350 ml durch feste Nahrung
- Für 4 bis 7-Jährige 940 ml durch Getränke und 480 ml durch feste Nahrung
- Für 7 bis 10-Jährige 970 ml durch Getränke und 600 ml durch feste Nahrung
- Für 10 bis 13-Jährige 1170 ml durch Getränke und 710 ml durch feste Nahrung
- Für 13 bis 15-Jährige 1330 ml durch Getränke und 810 ml durch feste Nahrung
