
- 7 Woche ohne Scheu - Fastenaktion 7 Wochen ohne
Auch wenn es in der evangelischen Kirche keine Fastenregeln gibt, beteiligen sich jährlich zwei Millionen Menschen an der Aktion „7 Wochen ohne“. Das zeigt, dass es nicht nur ein Bedürfnis gibt, zu fasten und zu verzichten, sondern auch den Wunsch, dieser Haltung einen tieferen Sinn zu verleihen – und das in Gemeinschaft mit anderen Menschen und in der vorgegebenen Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag. Es sind nur Anregungen, die die Organisatoren und Autoren der evangelischen Fastenaktion geben: Vielleicht auf ungesunde Gewohnheiten verzichten, schlechte Gewohnheiten durchbrechen oder schädliche Verhaltensweisen aufgeben. Es kann für jeden Menschen etwas anderes bedeuten, sieben Wochen lang Ballast abzuwerfen und dabei neue Perspektiven wahrzunehmen.
Die evangelische Fastenaktion "7 Wochen ohne" regt an, bis Ostern auf Scheu und Distanz zu verzichten
Die Fastenaktion 2010 steht unter dem Motto „7 Wochen ohne Scheu“ und regt an, Distanz aufzugeben, unausgesprochene Liebeserklärungen auszusprechen, nicht geführte Streitgespräche zu führen, Überraschungsbesuche zu wagen, sich auf Konfrontation und Begegnung „von Angesicht zu Angesicht“ einzulassen. Die Aktion ist mit dem Schlagwort „Näher!“ überschrieben. Wer sich bewusst sieben Wochen lang auf diese „Übungen“ einlässt, mag vielleicht subtile oder auch deutliche Veränderungen in seinem Leben wahrnehmen. Jahr für Jahr berichten Menschen, die sich an „7 Wochen ohne“ beteiligen, von Erfahrungen, die ihr Leben bereichert haben.
Im Internet und über gedruckte Medien begleitet die Aktion „7 Wochen ohne“ fastende Menschen auf ihrem Weg. In vielen Kirchengemeinden gibt es Fastengruppen und Fastengottesdienste.
Die Misereor-Fastenaktion stellt die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt
Auch die Fastenaktion der katholischen Kirche begnügt sich nicht mit dem Ruf nach Verzicht auf Alkohol oder sonstige Lebens- und Genussmittel, sondern setzt Impulse, den eigenen Lebensstil sieben Wochen lang zu überdenken, Neues zu erproben, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Die Misereor-Fastenaktion 2010 steht unter dem Leitwort „Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können“.
Die Initiatoren von Misereor geben sieben Impulse, die den eigenen Alltag verändern und den Blick in die Welt weiten. Ein Impuls heißt beispielsweise „Autofasten sowie Rechte einfordern“. Angeregt wird dabei, soweit wie möglich auf das Auto zu verzichten, die eigenen Füße und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Gleichzeitig sollen die „Autofaster“ aktiv werden, US-amerikanische Erdölkonzerne anschreiben, um sie auf ihr menschenverachtendes Vorgehen im Tschad aufmerksam zu machen und zum Dialog aufzufordern. Misereor wirft den Konzernen vor, Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in Kauf zu nehmen, um im Tschad Erdöl zu fördern.
Die Misereor-Fastenaktion gibt Anregungen für einen klimafreundlichen Lebensstil
Ein weiterer Impuls lautet „Klimafreundlich essen“, um Umwelt und Regenwald zu schützen. Die Aktion gibt Anregungen, bevorzugt Produkte aus der Region oder aus fairem Handel einzukaufen und liefert konkrete Tipps, um den Kohlendioxidverbrauch in der Küche zu verringern.
Jeder Mensch darf entscheiden, ob er sich von Aschermittwoch bis Ostern auf eine große oder kleine Umstellung im Konsum- und Sozialverhalten einlassen will. Das Ausprobieren und aus dem normalen Trott ausscheren macht das Leben möglicherweise interessanter und spannender, hat vielleicht Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden, auf das kleine private Umfeld und den Globus.
Quellen: 7 Woche ohne und Misereor
