
- Urlaub 2011 auf dem Mond? - kaleido3/pixelio.de
Das Jahr 2011 nähert sich mit großen Schritten. Was bringt es uns? Wird das kommende Jahr von der terroristischen Bedrohung überschattet? Müssen dann die Polizisten jede herrenlose Plastiktüte sprengen, wie dies am Freitag, den 19.11.10 am Hauptbahnhof in Hannover geschehen war? In der Zeit der schlechten Umfragen für die regierende schwarz-gelbe Koalition scheint jede Bomben-Attrappe willkommen. Sie lenkt doch von wirklichen ungelösten Problemen des Landes ab.
2011: ein politisches Jahr
Es wird ein durchaus politisches Jahr mit sieben Landtagswahlen. Werden diesmal die Bürger mit deutschen Pässen ihre demokratischen Rechte wahrnehmen und über die Zukunft des Landes bewusst entscheiden? Oder doch aus Frust und Wut zu Hause bleiben? Eine andere Möglichkeit bietet die sogenannte Protest-Wahl: Die Wählerin oder der Wähler setzt sein Kreuzchen nicht für sondern gegen die bevorzugte in den Sonntags-Fragen Partei.
Mit besonderer Spannung beobachten die Medien und die wachsamen Bürger die Entwicklung der Situation in Baden-Württemberg, wo am 27. März der neue Landtag gewählt wird. Die meist gestellte Frage lautet: Wird Stefan Mappus (CDU) für „Stuttgart 21“ politisch bezahlen müssen und sein Amt verlieren? Und überhaupt: Was entscheidet eigentlich über den Ausgang der Wahlen? Die „Wahlstudie Baden-Württemberg 2011“, eine groß angelegte akademische Studie am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim, will darauf eine Antwort finden. Dafür befragt das Meinungsforschungsinstitut YouGovPsychonomics zuerst im November und Dezember 2010 im Internet 4.000 Bürger. Somit erfassen die Forscher die Ausgangslage. Später in der heißen Phase des Wahlkampfs werden sie Tag für Tag weitere Daten sammeln. Schon jetzt aber weiß der Prof. Dr. Thorsten Faas, der die Studie leitet: „Bei Wahlen gibt es immer weniger Selbstverständlichkeiten“.
Auf dem Golfplatz oder auf dem Mond
Egal wie die Wahlen ausgehen, interessieren sich eine Frau und ein Mann vor allem, wie sich das persönliche Schicksal entwickelt. Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die positiven Aussichten nimmt der Inhalt des Geldbeutels. Aber auch diejenigen, die keine finanziellen Sorgen haben, grübeln über das eine oder andere Thema. Womit wird sich also die ganz dünne Schicht der Reichen, die sich sonst alles leisten können, demnächst beschäftigen? Wahrscheinlich ähneln ihre Sorgen denen, die jetzt den Noch-Genossen Sarrazin plagen: Da haben sich angeblich seine Golf-Kollegen per email kurzgeschlossen und wollen mit ihm auf dem teuersten Rasen nicht mehr sprechen. Darunter sollte er tatsächlich leiden und nicht wegen des möglichen bevorstehenden Partei-Ausschlusses.
Oder überlegt sich vielleicht der eine oder andere Betuchte aus Überdruss den Urlaub auf dem Mond zu verbringen? Womöglich wird sich manch einer doch den politischen Fragen widmen und die Einführung der Monarchie wünschen? Die adeligen Vertreter sind hierzulande zu genüge vorhanden. Als möglicher Kandidat für das Amt – Thron - des zukünftigen Königs bittet sich natürlich der von Selbstbewusstsein platzende, militärisch gedrillte, in Medien überpräsente und vor allem glatt zweifelhafte Inhalte vortragende Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, der Verteidigungsminister.
Entdeckung der Solidarität?
Vielleicht besinnen sich im Jahre 2011 die sogenannten Volksparteien, dass sie in der Regierung die Verantwortung nicht für willkürlich gewählte Teile der Bürger sondern für das Ganze tragen, und sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft endlich einsetzen? Die neue Solidarität verlangt mutige Denkanstöße. So schlägt ein ehemaliger Mitarbeiter (der anonym bleiben will) die Abschaffung der Arbeitsagentur vor, die von den Arbeitslosen lebe und daher nicht daran interessiert sei, sie in die Arbeit zu vermitteln. Dadurch gewonnenes Geld durfte man schleunigst unter den Bedürftigen verteilen (ungefähr 2.000 Euro pro Kopf im Monat). Die glücklichen Bürger können dann ohne Einschränkung in allen Bereichen ehrenamtlich arbeiten. Die gegenwärtig herrschende Praxis - Ein-Euro-Jobs, Praktika und Ehrenamt als Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose - weist erhebliche Mängel auf; sie verbreitet und zementiert die Armut für Jetzt und für die Zukunft. Und das wünschen sich besonders die Betroffenen bestimmt nicht für das Jahr 2011.
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