Die Kräuter- oder Pflanzenheilkunde ist sicher so alt wie unsere Welt. Nichts Neues, sondern vieles wurde wieder neu entdeckt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie fast von der Chemie verdrängt und vergessen. Im Tierreich findet diese Behandlungsart ein sehr großes Einsatzgebiet. Beobachten Sie die Tiere, können Sie feststellen, dass sie instinktiv Kräuter zur Heilung nutzen. Die bekannteste Methode ist sicherlich das „Grasfressen“ der Hunde und Katzen.
Die Tiere benötigen eiweißhaltiges Gras, um den Magen zu reinigen. Kurze Zeit nach dem Fressen, würgen die Tiere das Gras zusammen mit Schleim wieder hoch und erbrechen es. Der Instinkt greift auf die Mittel zurück, die uns Mutter Natur von Anbeginn der Zeit zur Verfügung gestellt hat. Durch die Weidehaltung der Pferde ist fast nur noch bei den Dülmener Wildpferden das Phänomen zu beobachten, dass die Ponys zu bestimmten Zeiten an ganz bestimmte Orte wandern, wo Pflanzen wachsen, die ihr Organismus benötigt. Aus solchen Beobachtungen heraus hat sicherlich der Mensch Rückschlüsse gezogen und dieses Wissen für sich selbst genutzt. Die Pharmazie stellte damals und auch heute, in unserer hochtechnisierten Welt, Medikamente aus Pflanzen her. Auch verschiedene Drogen aus dem Garten der Natur nutzt die pharmazeutische Industrie. Die Nebenwirkungen sind kaum oder gar nicht vorhanden, im Gegensatz zu den chemisch hergestellten Produkten.
Viele Pflanzen finden sich in unserer Umgebung wieder oder können in einem eigenen „Apotheker,- und/oder Kräutergarten“ selbst angebaut werden.
Mit „Unkraut“ Wunden heilen
Wenn man erst einmal weiß, dass z.B. der lästige Schachtelhalm aus unserem Garten die Heilung bei schlecht heilenden Wunden verstärkt und sehr oft in Nierentees enthalten ist, begreift man, dass der Begriff "Unkraut" meist fälschlicher Weise verwendet wird.
Denn „Unkraut“ findet in der Kräuterheilkunde für Mensch und Tier seine Anwendung:
- Brennnesseln als schmackhaftes Gemüse, das gesund ist und zur Entschlackungskur verwendet wird
- Schachtelhalm bei der Wundheilung
- Spitzwegerich bei Husten
- Frauenmantel bei Störungen des weiblichen Zyklus
- Holunderblüten als Sirup bei Husten und Erkältung
- Holundersaft, ein sehr gutes Grippe- und Fiebermittel
- Weißdorntee, toll fürs Herz
- Arnikatinktur, auf Schürfwunden usw. zum Desinfizieren und schnelleren Heilen
- Lindenblütentee als ideales Fiebermittel
Gehen Sie mit Ihren Kindern in den Wald und sammeln sie Heidelbeeren. Getrocknete Heidelbeeren sind das beste Mittel gegen Durchfall und Kinder (und Tiere) nehmen sie gerne, da sie auch noch schmecken.
Es gibt so viele Hausmittel, die Mensch und Tier helfen können und die jeder selbst herstellen kann. Wir dürfen dies alles nicht vergessen, denn bald sind keine Großmütter und Großväter mehr da, die uns ihr Wissen weitergeben können.
Die Grundlage der Kräuterheilkunde/ Phytotherapie
Bei dieser natürlichen Behandlungsart wird die Pflanze mit all ihren Bestandteilen verwendet. Sie wird nicht, wie in der Homöopathie durch ein spezielles Verfahren aufbereitet. Hier kommt die Pflanze ohne Zugabe von Hilfsstoffen zum Einsatz. Lediglich zum haltbar machen der einzelnen Pflanzenteile, der Drogen, werden Hilfsmittel wie Alkohol gebraucht.
In der Pflanzen- oder Kräuterheilkunde findet die ganze Pflanze Verwendung: Blüten, Blätter, Früchte, Rinde, Kraut, Samen, Wurzeln und andere unterirdische Pflanzenteile, wie Knollen und Zwiebeln. Aber auch die Pflanzensäfte werden zu Heilzwecken eingesetzt. Aus der „Mutterpflanze“ erhält man durch spezielle Aufbereitung der einzelnen Teile, die eigentliche Droge. Aus den o.g. Teilen der Pflanze werden verschiedene Wirkstoffe isoliert und dann zur Heilung eingesetzt. Antiseptische und toxische Eigenschaften ersetzten teilweise die chemischen Antibiotika. Ein anderer sehr bekannter Wirkstoff, der zu Heilzwecken eingesetzt wird, ist das ätherische Öl der Pflanzenteile.
Glukokimine sind Pflanzenwirkstoffe, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Auf die Schleimhäute wirken adstringierende Stoffe wie zum Beispiel die Heidelbeere oder der Salbei. Die bekannteste Art der Aufbereitung ist das Trocknen der Pflanzenteile und das verabreichen als Tee. Hier wird unterschieden zwischen Aufguss und Absud. Eine weitere Aufbereitung von pflanzlichen Drogen ist die Mazeration oder Tinktur.
Hervorragende Zusatztherapie
Die Kräuterheilkunde ist eine der wichtigsten Zusatztherapien in der Behandlung bei Tieren.
Der Stoffwechsel wird angeregt und der Körper von Schlackenstoffen befreit. Dadurch wird das Blut gereinigt und der Körper kann viel besser die Mittel anderer natürlicher Behandlungsmethoden verarbeiten und einsetzen.
Ein allgemeines Wohlbefinden, das sich trotz Krankheit einstellt, ist eine weitere oft gesehene Begleiterscheinung dieser sanften Therapie und unterstützt die schnellere Heilung des Patienten Tier.
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt oder Tierarzt nicht ersetzen kann!
