Was ein Museum ist

Was ist ein Museum - Johannes Schätzler/pixelio.de
Was ist ein Museum - Johannes Schätzler/pixelio.de
Der Begriff "Museum" ist in Deutschland nicht geschützt. Dennoch herrschen ganz klare Vorstellungen, was ein Museum auszeichnet.

Mit dem Begriff "Museum" wurde im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Dingen bezeichnet. Allerdings besteht in Deutschland keinerlei Rechtsverbindlichkeit im Bezug auf den Begriff, da er über keine zeitgemäße Definition verfügt. Das Wort "Museum" taucht zum ersten Mal in der hellenistischen Antike im vierten Jahrhundert vor Christus auf. Musio, wie Museum auf altgriechisch heißt, war ursprünglich das Heiligtum der Musen. Musen waren Schutzgöttinnen der Künste, Kultur und Wissenschaften. Im Jahre 1739 listet das Universal-Lexikon unter Museum "Kunstkammer", "Wunder- und Raritätenkammer" auf. Später werden auch Journale und Lesegesellschaften mit dem Titel "Museum" in Verbindung gebracht. 1805 bezeichnet das Wort "Museum" bereits einen lebendigen Ort für eine öffentlich ausgestellte Sammlung mit gesellschaftlicher Relevanz.

Was ein Museum ist

Was ein Museum ausmacht, lässt sich in etwa so beschreiben: Ein Museum ist eine von öffentlichen Einrichtungen oder von privater Seite getragene Sammlung. Diese besteht aus erhaltenswerten kultur- und naturhistorischen Objekten und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Objekte - Gegenstände und Musealien - dienen gemeinnützigen Zwecken und haben keine kommerzielle Struktur. Ein Museum muss eine fachbezogene Konzeption aufweisen und fachlich geleitet und betreut werden. Der Verantwortliche hierfür ist der Kurator. Die Sammlung muss darüber hinaus eine eindeutige Bildungsfunktion aufweisen.

Der Museumsbegriff ist in Deutschland nicht geschützt

Auftrag und Aufgaben der Museen sind hierzulande nicht gesetzlich geregelt. Deshalb lehnt man sich an die Rahmenbedingen des ICOM an. Der ICOM (International Council of Museums) definiert ein Museum wie folgt: "Das Museum ist eine nicht gewinnbringende, ständige Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist und materielle Belege des Menschen und seiner Umwelt zum Zwecke des Studiums, der Erziehung und der Freude erwirbt, erhält, erforscht, vermittelt und ausstellt." Diese Definition aus den ICOM-Statuten wird weitgehend als verbindlich anerkannt. Die letzte eigenständige Definition des Deutschen Museumsbundes ("Was ist ein Museum?") stammt aus dem Jahr 1978 und legt die Aufgaben und das Selbstverständnis des Museums dar.

Ziel des Museums

Ziel des Museums ist es, Gegenstände, Musealien aus vergangenen Zeiten zu einem bestimmten Thema aufzubewahren und fachgerecht zusammenzustellen und den Besuchern zugänglich zu machen. So werden aus Deponaten Exponate. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass Museen Zeugnisse der Geschichte der Menschheit bewahren und zeigen sollen. Anhand der Ausstellungsstücke kann die Entwicklung einer Gesellschaft und deren Verlauf in historischer, technischer und soziokultureller Hinsicht studiert werden. Man unterscheidet Dauer- und Wanderausstellungen sowie Wechselausstellungen. Bei den Wanderausstellungen werden Exponate (meist handelt es sich um namhafte Gemälde) an bekannte Museen ausgeliehen. Bestände, die aus Platzmangel nicht ständig gezeigt werden können, werden im Depot verwahrt. Eine besondere Rolle spielen Sammlermuseen, Privatmuseen, kirchliche Museen und Firmenmuseen. Letztere sollen im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit das Firmenbild nach außen hin beeinflussen. Daneben gibt es auch das Universitätsmuseum. Meist wird dort die Geschichte der Universität dargestellt und entsprechende Exponate gezeigt.

Museumsarten

Das Institut für Museumsforschung unterscheidet zwischen neun Museumsarten:

  1. Volkskunde- und Heimatkundemuseen
  2. Kunstmuseen (Kunst und Architektur, Kunsthandwerk, Keramik, Kirchenschätze und kirchliche Kunst, Film, Fotografie)
  3. Schloss- und Burgmuseen
  4. Naturkundliche Museen (Zoologie, Botanik, Veterinärmedizin, Naturgeschichte, Geowissenschaften, Paläontologie, Naturkunde)
  5. Naturwissenschaftliche und technische Museen
  6. Historische und archäologische Museen (einschl. Ur- und Frühgeschichte, Militaria)
  7. Sammelmuseen mit komplexen Beständen (Sammlungsschwerpunkte aus den Bereichen 1-6 und 8)
  8. Kulturgeschichtliche Spezialmuseen: (Religions- und Kirchengeschichte, Völkerkunde, Kindermuseen, Spielzeug, Musikgeschichte, Brauereiwesen und Weinbau, Literaturgeschichte, Feuerwehr, Musikinstrumente)
  9. Mehrere Museen in einem Museumskomplex (Museen mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten, die im gleichen Gebäude untergebracht sind)

Bildnachweis: © Johannes Schätzler/pixelio.de

Annelore Poljasevic, Annelore Poljasevic

Annelore Poljasevic - Ich bin 1952 im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber geboren und habe (weil es sich so ergeben hat) den nüchternen Beruf der ...

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