Was fressen Kaninchen?

Kaninchen beim Grasen - sxc.hu, hottabov
Kaninchen beim Grasen - sxc.hu, hottabov
Was im Handel als Kaninchen-Futter angeboten wird, schadet den Tieren meist. Gesund und günstig sind dagegen Heu, Kräuter, Gräser und frisches Gemüse.

Kaninchen haben einen empfindlichen Magen - eine gesunde Ernährung ist für sie lebenswichtig. Leider ist vieles ungesund für die Tiere, was im Handel als Alleinfutter für Kaninchen angeboten wird - das wird auch Ihr Tierarzt bestätigen. (Mehr dazu auf dieser informativen Kaninchen-Website). Die Trockenfutter-Mischungen enthalten meist Getreide, Nüsse und tierisches Eiweiß und sind viel zu fett- und stärkehaltig. Auch Pellets sind schwer verdaulich. Ein gesundes Kaninchen benötigt in der Regel überhaupt kein Trockenfutter! Ausnahmen sind Zuchttiere und einige große Rassen. Wenn Sie Trockenfutter für Ihre Kaninchen kaufen wollen, achten Sie darauf, dass das Futter getreidefrei ist - der Zoofachhandel bietet inzwischen solche Produkte an.

Heu - des Kaninchens täglich Brot

Das wichtigste Nahrungsmittel für Kaninchen ist Heu. Noch besser wären frische Gräser und Kräuter von naturbelassenen Wiesen, doch die sind in der Stadt nur schwer zu finden. Kaninchen haben einen sogenannten "Stopfmagen" und müssen rund um die Uhr fressen, damit sie keine Verdauungsprobleme bekommen. Bieten Sie Ihrem Kaninchen daher jeden Tag reichlich frisches Heu an. In einer Raufe verschmutzt das Heu nicht - allerdings sind die Tiere so gezwungen, eine unnatürliche Futterhaltung einzunehmen. Legen Sie deswegen auch immer eine Handvoll Heu auf den Boden. Tauschen Sie das Heu jeden Tag aus, auch wenn das Kaninchen nur einen Teil gefressen hat - es ist wichtig, dass die Tiere sich die besten Halme herauspicken können.

Grünfutter - lecker, gesund für Kaninchen und oft umsonst

Vieles, was ihr Kaninchen frisst, können Sie einfach von der Wiese pflücken: Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnesseln und Gras erkennt jedes Stadtkind. Bitte nur dort pflücken, wo keine Hunde herumlaufen und auch nicht am Straßenrand! Spielplätze und Friedhöfe sind meist hundefrei und daher gute Pflückplätze. Brennnesseln etwas antrocknen lassen vor der Fütterung.

Grünes aus der Kompostkiste fürs Kaninchen

Gibt es einen Wochenmarkt bei Ihnen in der Nähe? Prima! Fast alle Gemüsehändler haben eine Kompostkiste, aus der Kleintierhalter sich kostenlos bedienen dürfen - fragen Sie einfach mal nach. Hier finden Sie Leckerbissen wie Möhrenkraut, Kohlrabi-, Sellerie- und Radieschenblätter. Achten Sie darauf, dass die Blätter frisch und knackig aussehen - gammeliges Futter ist Gift für Ihre Kaninchen. Und auch bio sollte es sein. Füttern Sie mindestens zweimal täglich - besser öfter - eine Portion Grünfutter. Gesunde Kaninchen dürfen so viel Grünfutter fressen, wie sie schaffen. Sie sollten das übriggelassene Futter aber immer bei der nächsten Fütterung entfernen, damit es nicht im Käfig verschimmelt.

Kaninchenfutter vom Markt und aus dem Supermarkt

Doch auch vieles, was man auf dem Markt oder im Supermarkt kaufen kann, ist gesund und schmeckt den Zwergen: Petersilie, Basilikum, Möhren, Gurke, Fenchel und Petersilienwurzel können Sie bedenkenlos verfüttern. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kohl wäre für Kaninchen nicht geeignet, da er zu stark bläht. Das ist nur dann richtig, wenn die Tiere zu wenig Bewegung bekommen. Reichen Sie in kleinen Mengen Chinakohl, Kohlrabi, Grünkohl, Broccoli, Blumenkohl und Romanesko. Salat geht ebenfalls - entfernen Sie die äußeren Blätter und den Strunk, diese sind zu nitratbelastet. Obst wie Äpfel, Birnen und Erdbeeren sind recht süß und sollten nur ein- bis zweimal die Woche verfüttert werden.

Zweige zum Knabbern - und kein trockenes Brot

Kaninchenzähne wachsen ständig nach und müssen darum auch ständig abgenutzt werden. Dazu eignen sich frische oder getrocknete Zweige von Apfel- und Birnbaum, Weide und Haselnuss. In der Rinde stecken gesunde Mineralstoffe. Blätter und Blüten können Sie mitverfüttern. Hartes Brot ist zum Knabbern nicht geeignet! Es ist für die starken Zähne keine Herausforderung und enthält viel zu viel Zucker und Stärke.

Getrocknete Kräuter - Vitaminbomben für den Winter für Ihr Kaninchen

Getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter enthalten viele Mineralien und Vitamine und sollten vor allem im Winter nicht fehlen. Im Zoohandel werden inzwischen viele Kräutermischungen angeboten, sie enthalten zum Beispiel Spitzwegerich, Petersilie, Vogelmiere, Luzerne, Melisse, Dill und Pfefferminze. Getrocknete Kräuter enthalten viel Kalzium. Tiere mit Nieren- oder Blasenproblemen sollten daher höchstens 20 Gramm pro Kilogramm Tier und Tag bekommen. Trotzdem brauchen Kaninchen auch im Winter immer frisches Grünfutter - das ist wichtig für die Protein- und die Wasserzufuhr.

Kaninchen brauchen frisches Wasser

Dass Kaninchen nicht trinken müssen, ist ebenfalls ein Gerücht. Viele Kaninchen trinken nur wenig, trotzdem muss immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Eine Napf, erhöht aufgestellt oder am Käfiggitter befestigt, ist besser als eine Nippeltränke. Diese zwingt die Tiere zu einer unnatürlichen Trinkhaltung und ist schwierig zu reinigen, so dass sich Bakterien stark vermehren können.

Julia Büttner - Hallo! Schön, dass Sie sich für meine Arbeit interessieren. Bei Suite101 schreibe ich über Bildung, Karriere und ...

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