Eine der häufigsten Hauterkrankung bei Pferden und Ponys ist das Sommerekzem. Es ist eine meist durch Insektenstiche ausgelöste endogene Eiweißallergie, die durch Umwelteinflüsse, falsche Ernährung und Mineralstoffmangel begünstigt wird. Das Sommerekzem geht mit quälendem Juckreiz einher, der die Pferde dazu treibt, sich an allem zu scheuern, was erreichbar ist. Kurzgescheuertes Langhaar, kahle Stellen und offene Wunden sind die Folge. Für betroffene Pferde ist das Ekzem eine Qual und für die Besitzer eine gleichermaßen zeitaufwändige wie nervtötende Prozedur, ihr Pferd einigermaßen zu schützen.

Vorbeugen oder Behandeln

Es gibt zwei Varianten gegen das Ekzem anzugehen. Die vorbeugende, die auch mit einer Änderung der Pferdehaltung einhergeht, oder die medikamentöse Form. Aufwändig sind sie beide, besser ist es natürlich, das Ekzem erst gar nicht entstehen zu lassen. Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann, insbesondere bei sehr anfälligen Pferden, oftmals der Ausbruch nicht gänzlich verhindert sondern nur gelindert werden.

In jedem Fall gehört ein ekzemgefährdetes Pferd zu den Hauptflugzeiten der Mücken (Dämmerungszeiten um den Sonnenauf- und Sonnenuntergang) in einen geschlossenen, dunklen und kühlen Stall. Die Alternative, falls kein geschlossener Stall zur Verfügung steht, ist der zur Fliegenschutzfestung umfunktionierte Offenstall. Dazu müssen alle Öffnungen geschlossen, die Fenster mit sehr engmaschiger Fliegengaze und die Tür mit festen, sich überlappenden und damit keine Mücken durchlassenden Kunststoffbahnen versehen werden. Der Stall muss dunkel und kühl sein, dann bleiben die „Moskitos“ meist freiwillig draußen. Unbedingt sollte das Offenstallpferd eine Ekzemerdecke tragen.

Auch auf die Ernährung kommt es an

Auf eine ausgewogene, eiweiß- und getreidearme, rohfaser- und vitalstoffreiche Ernährung ist zu achten, denn zu viel Eiweiß und Energie sind ebenso schädlich wie zu wenig Mineralstoffe. Besonders nach dem Fellwechsel empfiehlt es sich, ein Blutbild machen zu lassen, das Aufschluss über etwaige Mängel an wichtigen Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Selen oder Mangan gibt. Der Mangel an einem oder mehreren dieser lebensnotwenigen Mikronährstoffe kann zu Stoffwechselstörungen führen und damit das Entstehen des Sommerekzems begünstigen. Eine Futterumstellung wirkt manchmal Wunder. Ergänzungsfuttermittel, die Komponenten wie Seealgen, Kieselgur, Kräuter, Hefe, Vitamine, Mineralien und Aminosäuren enthalten, haben einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel. Knoblauchhaltige Futtermittel sollen den Geruch der Haut verändern und somit abstoßend auf Insekten wirken, ob es hilft, ist fraglich. Nicht zu empfehlen ist das Zufüttern von Spurenelementen auf gut Glück, denn eine erhöhte Aufnahme ist schädlich und kann sogar zu Vergiftungen führen.

Rechtzeitig mit der Behandlung beginnen

Wenn das Ekzem zum Ausbruch gekommen ist, müssen mindestens zweimal täglich die betroffenen Stellen eingeschmiert werden. Je nach Stärke und Entwicklungsgrad der Hautveränderungen mit juckreizstillenden Emulsionen, die zudem oft auch einen Fliegenabwehrstoff enthalten, oder mit wundheilenden Salben. Hier wie da gibt es eine große Angebotspalette. In schweren Fällen kann die Verabreichung eines Antihistaminikums oder eine Cortisonbehandlung nötig werden, dies ist jedoch aufgrund der nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen gründlich abzuwägen.

Die spezifische Immuntherapie (SIT) gilt als weitere Behandlungsmöglichkeit. Allergenkonzentrationen werden dem Pferd dabei über einen bestimmten Zeitraum in ansteigender Form injiziert, wodurch sich eine Resistenz gegen die Insekten entwickeln soll. Voraussetzung für eine SIT ist eine exakte Diagnose, hinsichtlich des Auslösers der Symptome. Vorbeugend können auch Eigenblutbehandlungen oder Homöopathische Mittel eingesetzt werden.

Hausmittel gegen das Ekzem

Natürlich gibt es auch unzählige Hausmittel zur Bekämpfung des Ekzems. Ob Waschungen mit Birkenrinde-Sud, Spitzwegerich-Essig-Mischung oder Umschläge mit Taubnesselblüten: Die meisten sind wahrscheinlich nur der berühmte Strohhalm, an den sich die verzweifelten Besitzer ekzemgeplagter Pferde klammern. Wegzaubern können diese Waschungen und Einreibungen das Ekzem auch nicht, aber zumindest lindern viele von ihnen doch den Juckreiz, kühlen und beruhigen die gereizte Haut.

Für die äußere Anwendung kann auch australisches Teebaumöl (Melaleuca-Öl) eingesetzt werden. Es wirkt desinfizierend und juckreizstillend, wird aber nicht von allen Pferden vertragen und kann insbesondere bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Teebaumöl darf nicht unverdünnt verwendet werden.

Schwarzkümmelöl (Oleum Nigellae sativae) gilt als Schlüssel zu einem gesunden und starken Immunsystem und kann sowohl äußerlich wie auch innerlich Verwendung finden. Äußerlich hilft es durch seine juckreizstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften der geschundenen Haut sich zu regenerieren, innerlich stärkt und beruhigt es die körpereigene Abwehr und unterstützt damit ebenfalls die Heilung. Zur Vorbeugung sollte es über einen längeren Zeitraum täglich verabreicht werden. Das qualitativ hochwertigste Schwarzkümmelöl kommt aus Ägypten, denn hier findet der sonnenliebende Schwarzkümmel (Nigella sativa), der zu den Hahnenfußgewächsen zählt, die besten Bedingungen. Schwarzkümmel ist übrigens nicht nur ein Heil- sondern auch ein Nahrungsmittel und frei von jeglichen Nebenwirkungen. Neben den wertvollen ungesättigten Fettsäuren enthält er auch Eisen, Kalzium, Magnesium, Selen und Zink.

Innere Abwehr stärken, äußere Symptome bekämpfen

Das Sommerekzem ist, wie alle Allergien, eine sehr vielschichtige und komplexe Erkrankung und dementsprechend reagieren die Pferde ganz unterschiedlich auf die Behandlung. Was bei dem einen sehr gut anschlägt, kann beim nächsten unter Umständen überhaupt keine Wirkung zeigen. Da bleibt dem betroffenen Pferdehalter nichts anderes übrig als auszuprobieren, was hilft. Fest steht jedenfalls, dass allein eine äußerliche Behandlung nicht ausreichend ist. Am sinnvollsten ist eine entsprechende Fütterung, die das Pferd und damit seine Abwehrkräfte von innen stärkt und damit die erfolgreiche Behandlung der äußeren Symptome möglich macht. Gute Futtermittelhersteller bieten eine eigens auf die Bedürfnisse des jeweiligen Pferdes abgestimmte Futterzusammenstellung an.

Das Sommerekzem ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Die hier vorgestellten Maßnahmen und Mittel, es zu bekämpfen, können und sollen nicht den Tierarzt ersetzen und sollen auch nicht dazu verleiten, auf eigene Faust drauflos zu behandeln.