Was ist Baubiologie und wie wird sie sinnvoll eingesetzt?

Gartenansicht - Öko-Holzhaus, Arch. Volker Schultze-Naumburg
Gartenansicht - Öko-Holzhaus, Arch. Volker Schultze-Naumburg
Ein Bauwerk ist nur soviel wert wie die Erde und die Natur, deren Teil es werden soll. Viele Bauherren wählen für ihren Neubau, natürliche Baustoffe.

Es war früher keine Frage, dass Gebäude, auch Ställe, nicht einfach ohne Überlegung in die Landschaft gestellt werden konnten. Wer von Erdstrahlen gesundheitlich nicht beeinträchtigt werden, im Gegenteil von den Kraftfeldern der Erde profitieren, störungsfrei wohnen und gesunde Tiere haben wollte, mied bei einem Neubau, konsequent, unterirdische Wasseradern oder magnetische Störfelder. Oberstes Ziel der Baubiologie in der heutigen Zeit ist es dazu noch, ungiftige, biologische Materialien zu verwenden.

Baubiologie - Was ist das?

Baubiologisch bauen bedeutet, mit gesundheitlich unbedenklichen Materialien ein gesundheitsförderliches Haus zu bauen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle ob Fachwerkhäuser wieder aufgebaut werden, ältere Häuser renoviert oder Häuser ganz neu gebaut werden. Ein wesentlicher Unterschied zum kommerziellen Hausbau ist die Vielfältigkeit der Werkstoffe sowie eine von der Jahreszeit und Material abhängige, längere Bauzeit.

Welche Baustoffe sind baubiologisch?

Lehm, Blähton, Lehmstrohziegel, Holzlehmziegel, Leichtlehmziegel, Kork, Schilf, Holz und Kokos gelten als baubiologische Werkstoffe. Auch Thermo- und/oder Dauerholz sowie Lehmfarben und Lehmputz sind natürliche Materialien für den Neubau oder die Renovierung. Beim Einkauf muss auf die Quelle der Materialien geachtet werden.

Was ist beim Bau mit biologisch einwandfreien Stoffen zu achten?

Um unliebsame Überraschungen bei der Arbeit zu vermeiden, muss sich der Bauwillige, möglichst lange vor dem eigentlichen Baubeginn, von Fachleuten über Materialien und ihre Beschaffenheit beraten lassen. So kann die eigentliche Arbeit zügig vorangehen. Solararchitektur, Regenwasserbrauchanlage, Lehmspeicherofen, Quarzfenster, Wintergarten, Komposttoilette, Brauchwasseranlage, Feuchtbiotop, Brunnen, Windanlage, Badezimmer mit Holzeinrichtung und Grasdach werden oft, aber nicht immer, eingeplant.

Lehm, ein traditioneller Baustoff in Deutschland

Ältere Mitmenschen winken oft lachend ab, wenn man ihnen von einer solchen Bauweise erzählt, denn ihnen sind die heute als „neu“ angepriesenen Materialien von Lehm und Lehmputz und ihre Verarbeitung, längst bekannt und vertraut „Im Sommer kühl und im Winter warm“, beschrieb eine ehemalige Lehmkatenbewohnerin aus Moordorf/Kreis Aurich, die Vorzüge eines solchen Hauses. Dabei muß dies in Relation zu unserer heutigen Lebensweise gesehen werden. Zur damaligen Zeit verfügten die Leute über so gut wie keine Freizeit. Sie bewegten sich in den Räumen mehr, und darum genügte eine geringe Raumtemperatur, die uns heute frösteln ließe. Auch wohnten Mensch und Tier unter einem Dach.

Im Gegensatz zu früher ist Lehm jetzt kein Armeleutematerial. In einem Lehm - oder Fachwerkhaus zu wohnen bedeutet nicht: “Leben wie im Mittelalter.“ Moderne umweltschonende Haustechnik wird eingeplant, aber überall dort wo Behaglichkeit, Gesundheit und Harmonie gefragt sind, kommen die traditionellen Bautechniken und Materialien zum Tragen oder bleiben bestehende Strukturen erhalten.

Das sind die Richtlinien für wohngesundes Bauen

Der Bauplatz sollte geologisch ungestört von schädlichen Strahlungen sein und abseits von Industriezentren und Hauptverkehrswegen liegen. Die Bauweise soll familiengerecht angelegt und in durchgrünten Siedlungen mit natürlichen und unverfälschten Baustoffen sein. In den Räumen wird eine natürliche Raumfeuchte durch ausgleichende Materialien erreicht. Durch eine Sorptionsfähigkeit der Baumaterialien ist eine Filterung und Neutralisierung von Schadstoffen in der Luft gewährleistet. Die Räume sollen eine geringe, rasch abklingende Neubaufeuchte haben, ohne toxisch wirkende Ausdünstungen sein und naturgemäße Beleuchtung und Farbverhältnisse haben. Es gibt bereits dem Sonnenlicht nachempfundene Lampen, die das Licht der Sonne im Tagesablauf und im Wechsel der Jahreszeiten perfekt nachahmen. Die Baustoffe dürfen keine bedenklich hohe radioaktive Eigenstrahlung haben und gute Dämmung von Körper und Luftschall erreichen. Die Erhaltung des natürlichen luftelektrischen Feldes und einer günstigen Ionisierung des Raums, ohne Veränderungen des natürlichen Magnetfeldes und Ausbreitung schädlicher, elektromagnetischer Felder, ohne Veränderung der kosmisch-terrestrischen nieder- und hochfrequenten Einstrahlungen.

Was ist bei der Einrichtung und Raumgestaltung zu beachten?

Die Anwendungen der physiologischen Erkenntnisse zur Raumgestaltung und Einrichtung sollen unter Beachtung von harmonikalen Maßen, Proportionen und Formen bei der Raumschaffung berücksichtigt werden. Es darf weder zu einem Umweltproblem und hohen Energiekosten bei Entstehung und Abbau führen, noch darf es den Raubbau an wichtigen Rohstoffen fördern und keine sozialen Folgelasten durch schädliche Nebenwirkungen aller Art verursachen.

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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