Was ist eigentlich ein E-Book? Ein Überblick

Autor Frieling sammelt Bücher und schreibt E-Books - Wilhelm Ruprecht Frieling
Autor Frieling sammelt Bücher und schreibt E-Books - Wilhelm Ruprecht Frieling
E-Book, ebook, eBook- E-Buch, Elektrobuch - der Schreibweisen und Bezeichnungen sind viele. Doch was ist eigentlich ein E-Book?

E-Books, so die offizielle Duden-Schreibweise, sind digitale Leseangebote in unterschiedlichen Formen und Formaten. Ursprünglich dem gedruckten und gebundenen Buch nachempfunden, entwickeln sich inzwischen Formen, die unser herkömmliches Verständnis vom „Buch“ sprengen.

Die Geschichte der E-Books

Seit 1971 bietet das Internet die Möglichkeit, Bücher in digitaler Form auf Computern zu lesen. Anfangs unstrukturiert wurden vom nicht kommerziellen Project Gutenberg rechtefreie Bücher erfasst und interessierten Lesern kostenfrei angeboten. Gemeinfrei nach deutschem Urheberrecht sind Bücher dann, wenn der Verfasser bzw. (bei fremdsprachigen Texten) der Übersetzer mindestens 70 Jahre tot sind. Bis heute wurden mehr als 33.000 Bücher veröffentlicht, darunter 700 deutschsprachige Werke.

Unter dem Aspekt der Kosteneinsparung nutzten in den Folgejahren zahlreiche Unternehmen die Idee des Elektrobuches für die Verbreitung von Gebrauchsanweisungen, Spielanleitungen und Handbüchern. Diese Texte wurden meist im PDF-Format verbreitet, das mittels des kostenlosen Acrobat Reader gelesen und auf die eigene Festplatte heruntergeladen werden kann.

Bald tauchten die ersten digitalen Fachbücher im Netz auf. Diese hatten Erfolg, weil eine komfortable Volltextsuche den Nutzen im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich erhöhte. Mittlerweile sind rund 30 Prozent aller Fachbücher als E-Books erhältlich.

E-Books im Bereich der Belletristik

In der Folge wurden auch zeitgenössische schöngeistige Texte digitalisiert. In den meisten Fällen sind die E-Books den jeweiligen Printausgaben nachempfunden und simulieren die Möglichkeit des „Blätterns“. Diese E-Books werden von den Inhabern der Verwertungsrechte, das ist im Zweifelsfall der Verlag, der auch die Druckausgabe veranlasst hat, auf den einzelnen Verwertungsplattformen angeboten.

Durch die ablehnende Haltung vieler Buchverlage, die ihr klassisches Verdienstmodell durch E-Books gefährdet sehen, sind die Preise für die digitalen Buchangebote derzeit noch unverhältnismäßig hoch. Sie liegen im Schnitt 20 Prozent unter den Ladenpreisen der Druckausgaben.

Die Preise für digitale Kopien eines Buches müssen ebenso wie für die gedruckten Ausgaben bei allen Handelspartnern gleich sein. Das von vielen Marktteilnehmern als hinderlich gesehene Preisbindungsgesetz greift nämlich auch für E-Books. Damit wird ein freier Wettbewerb über den Preis ausgeschlossen.

E-Book-Explosion durch Kindle

Zu einer Explosion auf dem E-Book-Markt kam es mit der Einführung der Kindle-Plattform durch Amazon, den größten Buchhändler der Welt. Die Plattform ist benannt nach Amazons E-Book-Lesegerät Kindle, das gemeinsam mit dem Reader von Sony weltweit die Marktführerschaft übernommen hat. Der große Vorteil des Kindle besteht darin, dass E-Books auch ohne speziellen Apparat auf jedem PC oder Mac gelesen werden können.

Seit dem 21. April 2011 können auch deutsche Autoren, Herausgeber und Verleger aus aller Herren Länder ihre Bücher im Kindle-Store von Amazon.de anbieten. Dies löste einen Hype aus: Täglich werden hunderte neue E-Books veröffentlicht. Inzwischen sind mehr als 650.000 Titel verfügbar, darunter befinden sich zahlreiche Bestseller. Allein 25.000 deutschsprachige Titel befinden sich im Angebot.

E-Books revolutionieren das Lesen

Durch die technischen Entwicklungen der verschiedenen Ablageformate, die zur Erstellung von E-Books erforderlich sind, erweitern und verändern sich auch die Möglichkeiten der E-Books. Inzwischen können Tonspuren (Audio-Files) eingebettet werden, auch der Einbau bewegter Bilder bis hin zu Filmen ist machbar. E-Books können aber auch mit verschiedenen synthetischen Stimmen vorgelesen werden, und auch hier ist eine qualitative Entwicklung weg von der krächzenden Roboterstimme feststellbar.

Der Leser kann selbst spielerisch in das Handlungsgeschehen eingreifen und beispielsweise virtuelle Figuren oder Maschinen animieren. Durch den Einsatz von GPS wird der jeweilige Standort des Benutzers in das Geschehen eingebunden. Fotos tragen Geo-Tags versehen, die zeigen, wo das jeweilige Bild entstand.

E-Books werden selbständiges Medium

Die technische Entwicklung des Phänomens E-Book steht erst ganz am Anfang. Zweifellos wird sie in schneller Folge das klassische Bild vom Buch, das jetzt noch in unseren Regalen einstaubt, revolutionieren. E-Books werden ein neues, vollkommen selbständiges Medium werden, das im Laufe der Zeit immer weniger an das gute alte Buch erinnert.

Einen ausgezeichneten Eindruck, wie im E-Book die bereits bestehenden technischen Möglichkeiten kreativ umgesetzt und genutzt werden, bietet "The Fantastic Flying Book of Mr. Morris", dessen Trailer online zu sehen ist.

Zum Nachschlagen:

Deutschsprachige Bücher im Project Gutenberg

E-Book-Galerie des Verfassers

Wilhelm Ruprecht Frieling, © Wilhelm Ruprecht Frieling

Wilhelm Ruprecht Frieling - Wilhelm Ruprecht Frieling aka Prinz Rupi ist seit 40 Jahren als Autor und Verleger aktiv. Er veröffentlichte in deutschen und ...

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