
- Typische Autorenseite bei Qype - Wilhelm Ruprecht Frieling
Millionen Besucher klicken monatlich auf www.Qype.com (sprich: „kwaip“) und informieren sich über Restaurants, Lokale und Läden in ihrer Nähe. Zur Verfügung stehen nach Angaben der Geschäftsführung mittlerweile über eine Million Beiträge, die von 300.000 registrierten Mitgliedern verfasst und eingestellt wurden. Damit hat sich die Mitte 2005 gestartete Plattform an die Spitze der Bewertungsportale geschoben.
Nutzer können alles bewerten
Registrierte Mitglieder bewerten Betriebe, Orte und Dienstleistungen wie Tankstellen, Kneipen, Kindertagesstätten, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Ärzte, Tierhandlungen, Tagesmütter und Sportvereine. Sie erhalten dafür Bewertungspunkte und können zum „Insider“ aufsteigen. Wer 1000 Punkte erreicht und mehr als 60 Beiträge geschrieben hat, avanciert zum „Experten“.
Die Grundidee von Qype ist, dass jeder Tipp immer nur so gut ist wie das Vertrauen in den Tippgeber. Und gute Tipps stammen häufig aus dem Freundeskreis, denn nur hier ist man sicher, eine Antwort zu erhalten, die auch weiterhilft. Diesen Mechanismus hat Qype übernommen. Je mehr Plätze ein Qyper beschreibt, umso leichter lässt sich erkennen, wie relevant die Empfehlung tatsächlich ist. Es handelt sich also bei Qype im Kern um in das Gewand von Social Media gekleidete Public Relations.
Qype macht mobil
Wesentlichen Auftrieb erhielt Qype durch die kostenfreie Anwendung Qype Radar für das iPhone und Android, die inzwischen mehr als 200.000 Mal herunter geladen wurde. Durch die GPS-Ortung des Telefons werden automatisch Plätze in unmittelbarer Nähe des jeweiligen Standortes vorgeschlagen.
Wer viel unterwegs ist oder spontan sucht, kann sich mit Hilfe der geosensitiven Empfehlungen blitzschnell einen Überblick über Angebote in unmittelbarer Nähe verschaffen. Diese Mobilität funktioniert inzwischen auch im europäischen Ausland.
Neben dem Aufspüren von Lokalitäten und dem Lesen von Bewertungen eröffnet sich durch die Anwendung aber auch die Möglichkeit, Bewertungen an Ort und Stelle zu schreiben und zu veröffentlichen. Rezensiert wird damit künftig bereits zwischen Hauptgang und Dessert.
Kooperationen mit anderen Plattformen
Um weiter zu wachsen, sucht Qype die Kooperation mit anderen Plattformen. Dass das nicht immer im Interesse der Autoren ist, belegt das Beispiel kinkaa.de. Auf diese Seite wurden tausende Besprechungen „powered by Qype“ aufgeladen, ohne die Urheber der Beiträge auch nur zu erwähnen.
Ein vielfältiger Proteststurm der User zwang die Plattformbetreiber, die Autoren namentlich zu nennen. Entsprechend kritisch werden die weiteren vom Qype-Management geplanten Verknüpfungen mit beoble.me, twittagessen.de und maptheq.com beobachtet. Auch in dem personalisierten Tageszeitungs-StartUp www.niiu.de finden sich (namentlich gekennzeichnete) Qype-Beiräge.
Aktives Marketing verbreitet Qype
Wurden in der Anfangsphase von Qype noch stark darauf gesetzt, die Autoren als Multiplikatoren zu nutzen und sie mit T-Shirts, Aufklebern und Visitenkarten auszurüsten, werden derzeit empfohlene Geschäfte mit einem Qype-Sticker versorgt. Der aus den Begriffen „Quality“ und „Hype“ zusammen gesetzte Name des Portals soll auf diese Weise weiter verbreitet werden.
