Was kann ein Baby?

Die normale Entwicklung im ersten Lebensjahr

Gerade beim ersten Kind sind Eltern oft unsicher, was Babys wann können. Wichtig ist den Kindern Fördermöglichkeiten zu bieten und ihnen Zeit zu lassen.

Die Entwicklung eines Babys verläuft ganz individuell. Manche Kinder heben früher den Kopf, andere krabbeln schneller oder laufen erst mit 16 Monaten. Das hängt von der jeweiligen Veranlagung des Kindes und seiner Interaktion mit der Umwelt ab. Es macht daher nicht viel Sinn sein Kind permanent mit Gleichaltrigen zu vergleichen. Dadurch entsteht meist unnötiger Druck und Konkurrenzverhalten. Die Psychologie teilt den Verlauf des ersten Lebensjahres hinsichtlich Mimik, Motorik, Gestik, Sprache und Sozialverhalten in Entwicklungsstadien. Dies ist aber nur ein ungefährer Leitfaden, an den man sich als Eltern halten kann.

Wenn Sie sich hinsichtlich der Entwicklung ihres Babys unsicher fühlen, wenden Sie sich an den Kinderarzt.

1. bis 3. Lebensmonat

Am Anfang sind die Babys noch sehr auf ihr Inneres bezogen. Sie schlafen viel und wachen meist nur zum Trinken auf. Das Schauen fällt gerade anfangs noch schwer und aufgrund der schnellen Ermüdung schielen viele Babys. Dies legt sich aber meist sehr rasch. Nach und nach richtet sich die Aufmerksamkeit des Kindes nach außen. Es beginnt seinen Körper wahrzunehmen. Es öffnet die Hände und steckt sich die Fäustchen in den Mund. Die Schreigeräusche verändern sich je nach Anlass. Es bildet bereits einzelne Töne und gurrt und jauchzt stimmungsabhängig. Auch ein erstes gezieltes Lächeln verzückt die Eltern in dieser Entwicklungsstufe. Zu meist am Ende des 3. Monats kann das Baby den Kopf in Bauchlage heben und stützt sich dabei auf die Unterarme.

3. bis 6. Lebensmonat

Babys beginnen sich zu drehen und gezielt nach Dingen zu greifen. Gerade in dieser Zeit muss man besonders aufpassen, dass die Babys hinsichtlich Motorik und Geschwindigkeit nicht unterschätzt werden (Gefahr Wickeltisch). Alles was in der Nähe ist, wird in den Mund gesteckt. Das typische Babyplaudern stellt sich ein. Nach und nach bildet das Baby aneinadergeordnete Silben. Die Umwelt wird immer interessanter und neugierig wahrgenommen.

6. bis 9. Lebensmonat

Das Baby kann sich selbstständig auf den Bauch beziehungsweise Rücken drehen und meist schon alleine sitzen. Spielzeug wird nicht mehr nur per Mund sondern auch mit der Hand erforscht, wobei das Baby Dinge von einer Hand in die andere geben kann. Robben und Krabbeln als Fortbewegungsmöglichkeiten werden entdeckt. Das Baby ist in der Zeit besonders auf seine Bezugspersonen bezogen und „fremdelt“ bei anderen Personen. Es kann in Lautstärke und Tonhöhe variieren und versteht bereits situationsbezogene Wörter.

9. bis 12. Lebensmonat

In der Zeit lernen die Kinder freies Stehen. Manche Babys laufen auch bereits mit einem Jahr, andere brauchen dazu noch ein paar Wochen oder Monate. Die Motorik der Hand wird immer gezielter und feiner. Es kann Dinge bereits mit zwei Fingern nehmen und halten (Pinzettengriff). Das Baby benutzt Doppelsilben (ma-ma, pa-pa) und kann am Ende des ersten Lebensjahres ein paar kindliche Wörter sprechen. Wobei es auch bei der Sprache erhebliche Entwicklungsunterschiede gibt. Es versteht einfache Verbote und Aufforderungen.

Tanja Guserl, Tanja Guserl

Tanja Guserl - Nach meinem Psychologiestudium an der Hauptuniversität Wien, absolvierte ich Zusatzausbildungen zur Klinischen Psychologin und ...

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