Was man gegen das "Gedächtnis wie ein Sieb" machen kann

Lennep Altstadt - Kadereit
Lennep Altstadt - Kadereit
In Remscheid-Lennep trainieren Senioren unter Anleitung einer Fachfrau regelmäßig ihr Gehirn und beugen Alzheimer und anderen Erkrankungen dieser Art vor.

Im Seniorentreff am Mollplatz am Rande der Lenneper Altstadt wird seit sieben Jahren Gehirntraining groß geschrieben. Gedächtnistrainerin Beate Fiekens aus Radevormwald führt dort unter dem Schirm der Remscheider Volkshochschule regelmäßig Kurse durch, bei denen die überwiegend älteren Teilnehmer in elf aufeinander folgenden Wochen jeweils am Donnerstag ihre „grauen Zellen“ aktivieren.

Gedächtnistraining verbessert Lebensqualität

Ein ausgewogenes Training des Gedächtnisses sei eine „gute Grundlage für ein hohes Maß an Lebensqualität auch im gehobenen Erwachsenenalter“, heißt es in der Ankündigung. Wer frühzeitig seine grauen Zellen trainiere, so die Trainerin, könne es auch in unserer schnelllebigen Zeit schaffen, geistig mitzuhalten. So ist es denn mit den Gehirnzellen genauso wie mit den Muskeln des Körpers. Werden sie gefordert, so stärkt man sie. „Gedächtnistraining fördert die Verknüpfung von Nervenzellen und erzielt im Nebeneffekt eine Steigerung des Selbstwertgefühls“, heißt es weiter. Natürlich ist das auch ein Schritt, um Alzheimer vorzubeugen.

Zukünftig Einkaufszettel sparen

Jene Damen und Herren, die sich regelmäßig am Mollplatz treffen, kennen sich teilweise schon länger und gehen in der Runde recht locker miteinander um. Dazu kommt, dass das Training Spaß macht. Beate Fiekens verspricht sogar: „Am Ende des Kurses benötigen Sie keinen Einkaufszettel mehr!“ Ob das wohl ein sehr hoch gestecktes Ziel ist? Mit den unterschiedlichsten Aufgaben fordert die Trainerin die Teilnehmer in jeder Runde neu und auf andere Art. Wichtig sei es, die beiden Gehirnhälften miteinander zu verknüpfen, sagt sie und greift zur nächsten Aufgabe, die jeder ganz ohne Druck angehen kann, denn Denksport in dieser Form macht Spaß. Die Aufgabe werden alle schriftlich verteilt.

Vielseitige Aufgaben beim Gehirntraining

Da gilt es dann, aus vorgegebenen Vornamen und Wortfragmenten sinnvolle neue Wörter zu bilden, in einem „Namens-Quadrat“ von einhundert scheinbar nur zusammengewürfelten Buchstaben elf Vornamen zu finden oder aus langen Wörtern sollen kürzere „herausgeschnitten“ werden.

Die Stärkung von Wahrnehmung, Konzentration und Merkfähigkeit gehören ebenso zum Training wie logisches Denken, Strukturieren und Denkflexibilität.

Erfolgserlebnisse kommen rasch

Wer mitmacht, hat schon nach der ersten Übung ein Erfolgserlebnis, das nach Zugabe ruft. Man merkt regelrecht, wie die „grauen Zellen“ des Gehirns munter werden und damit das Leben im wahren Sinne des Wortes bunter wird, weil der Teilnehmer plötzlich für neue Eindrücke offen ist. Wer mit der Befürchtung kommt, „das schaffe ich nie“, wird gleich eines Besseren belehrt, denn spätestens nach einer Viertelstunde sieht man bei den Teilnehmern nur noch unbeschwerte und vergnügte Mienen. Wer mitmachen möchte, kann sich donnerstags um 10 Uhr am Mollplatz 3 in Remscheid-Lennep einfinden.

Übrigens hier noch eine Frage zur Allgemeinbildung oder auch als Test für die Merkfähigkeit: Wie heißt doch der Aloys mit Familiennamen? Alzheimer.

Hans Kadereit, Autor aus Remscheid, Bildrechte bei Hans Kadereit

Hans Kadereit - Seit 1974 bin ich journalistisch tätig, habe für Wochenzeitungen, aber gelegentlich auch für Tageszeitungen und das Radio ...

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