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Noch einmal die Frage: Was passiert, wenn der Mensch tot ist? Erreichen wir die vollkommene Glückseligkeit? Tragen uns die Engel hinfort, zum ewigen Leben? Passiert irgendetwas Ungewisses, nicht Körperliches? Oder wird mit dem Tod doch alles aus und vorbei sein? Atheisten wie auch Materialisten würden antworten, dass nichts geschehe. Beide sehen das Leben als reinen biologischen Vorgang. Stirbt der Körper, stirbt mit ihm auch das Individuum. Rationalisten würden an den uralten Glauben erinnern, dass Menschen an ein Leben nach dem Tod nur deshalb glauben, weil sie so der Furcht vor dem Tod und der Vergänglichkeit zu entfliehen versuchen.
Der Mensch hat das Unfassbare von jeher verdrängt oder durch Rituale verschleiert oder gemildert. Alle drei Vertreter ihrer Richtungen halten Verdrängen und Verschleiern für feige und unaufrichtig. "Wir sollten den Tatsachen ins Auge sehen, schließlich ist das einzig Sichere im Leben der Tod“, so ihr Tenor. Was ist dann mit der Vorstellung vom "ewigen Leben“? Fast alle Religionen haben gepredigt – und tun es bis heute -, dass der Tod nicht das endgültige Aus ist. Und je höher sich eine Religion entwickelt hat, desto sicherer geht sie von irgendeiner Form des "ewigen Lebens“ aus.
Was sagen die Parapsychologen zum Tod und dem Danach?
Was aber ist, wenn keine dieser extremen Ansichten sich bewahrheitet? Wenn beispielsweise so etwas wie ein Lebensfunke oder andere geistige Seinsform überlebt und in ein anderes Dasein eingeht? Weder als Belohnung noch als Strafe für das gelebte Leben, sondern lediglich einem noch unbekannten Naturgesetz folgend? Viele Parapsychologen halten nach heutigem Stand der Überlegungen für wahrscheinlich, dass "etwas“ überlebt. Ihrer Meinung nach scheinen Teile des menschlichen Geistes, seines Willens noch eine gewisse Zeit weiterzubestehen und den Lebenden die Überzeugung zu vermitteln, das körperlose Wesen wiedererkennen zu können. In dem Maße, wie sich der Wissenshorizont im Lauf der Zeit erweiterte, gewann ein kritischer Rationalismus an Einfluss. In dieser sich festigenden rationalistischen Atmosphäre suchte der Spiritismus nach überzeugenden Beweisen für seine Thesen. Spiritisten glauben, dass die Existenz eines Lebens nach dem Tod durch übersinnliche Phänomene, wie sie etwa in Séancen auftreten, unwiderlegbar bewiesen ist.
Nach Meinung einiger Parapsychologen können nur die Fälle als Beweis für ein Überleben herangezogen werden, in denen Erscheinungen zu erkennen geben, dass sie einen ganz bestimmten Zweck verfolgen. Seit dem Bestehen der Society for Psychical Research (S.P.R.) - ihre Gründer (1882 in London) waren brititsche Intellektuelle, die ungewöhnliche Phänomene einer objektiven Untersuchung unterzogen - haben viele kluge Köpfe Indizien für das Weiterleben durch solche Erscheinungen untersucht und geliefert. Sicher ist jedoch, dass keiner dieser Forscher allein aufgrund von Geistererscheinungen davon überzeugt ist.
Zu welchem Entschluss die S.P.R. kommt
Wie die Society for Psychical Research die Geistererscheinungen untersuchte, tat sie es in gleicher Weise mit den Medien oder besser gesagt den Sensitiven. Menschen also, die übersinnliche Fähigkeiten besitzen und sie auf unterschiedliche Weise entfalten. Nach der Wirkungsweise ihrer Anlagen spricht man von "geistigen“ und "physischen“ Medien. Die solcherart entstandenen Mitteilungen sind von ganz unterschiedlicher Qualität. Vieles wirkt trivial und erstaunlich diesseitsbezogen. Andere Kommunikationen der Medien wiederum bewegen sich auf einer höheren ethischen Ebene. Aus ihren Mitteilungen kristallisiert sich ein sehr durchgängiges Bild vom Leben nach dem Tod. Beklagenswert ist in diesem Zusammenhang, dass innerhalb des Spiritismus viele dieser Phänomene betrügerisch erzeugt werden und so die Errungenschaften des Spiritismus in ein schiefes Licht geraten lassen. Dennoch verbleiben eine ganze Reihe von Beispielen echter medialer Fähigkeiten, die sich rationalen Erklärungen entziehen.
Aber selbst solche Beispiele paranormaler Phänomene beweisen für sich genommen nicht das Weiterleben nach dem Tod. Viele Parapsychologen allerdings sind überzeugt, dass das von der S.P.R. zusammengetragene Material noch wesentlich aussagekräftigere Beweise umfasst. Liegen doch mittlerweile über 100 Bände mit Fällen und Untersuchungen vor. Am Ende all der Forschungen und Untersuchungen aber gilt: allein, es fehlt die eigene Erfahrung als Erkenntnisquelle. Also bleibt es bezüglich der Frage, was nach dem Tod kommt, bei der jeweiligen ideologischen Ausrichtung. Und hinter der steht eben ein dickes Fragezeichen.
Quellennachweis: Botschaften aus dem Jenseits – Zeugnisse für ein Leben nach dem Tod? Moewig
