
- Gottes gute Schöpfung soll bewahrt werden - Gerd Altmann / pixelio.de
"Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!" Genesis 1,28. So spricht Gott im ersten Kapitel der Bibel zu seinem gerade geschaffenen Menschen. Jahrhundertelang mussten diese Worte als Rechtfertigung dafür herhalten, dass Menschen alle nützlichen Ressourcen der Erde ausnutzen. Zusammen mit einem Hinweis auf die baldige Wiederkunft Jesu Christi und der damit einhergehenden Zerstörung der ganzen Erde, nutzen noch heute viele Christen diese Bibelstelle als Beweis dafür, dass es nicht wichtig ist, die Erde zu schützen. Doch was sagt die Bibel wirklich darüber, wie die Menschen mit der Umwelt umgehen sollten?
Der Mensch soll Gottes gute Schöpfung bebauen und bewahren
Nur ein Kapitel später, nachdem Gott dem Menschen die Herrschaft über die Erde überträgt, wird deutlich, dass Gott dem Menschen keine Gewaltherrschaft übertragen hat. In Genesis 2,15 steht: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.“ Einer der ersten Aufträge, die Gott dem Menschen gegeben hat, ist also, die Erde so zu behandeln, wie einen Garten. Der eigene Garten darf nach Lust und Laune gestaltet werden und man kann seine Früchte genießen. Jedoch hat man auch Verantwortung für den Garten und kaum jemand wird aus seinem Garten eine Müllhalde machen, so wie es momentan mit der Erde geschieht.
Die Menschen haben Verantwortung für die Erde
Auch die zuerst zitierte Stelle - macht euch die Erde untertan - gibt keinen Freischein für die Ausbeutung der Erde. Im Gegensatz zum westlichen diktatorisch-ausbeuterischen Herrscherbild waren die Könige in alttestamentlicher Zeit keine Tyrannen, die willkürlich über Wohl und Wehe ihres Volkes entscheiden können. Eine der wichtigsten Aufgaben des Königs war es, nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohlergehen seines Volkes zu sorgen. Der Auftrag, über die Erde, die Tiere und die Pflanzen zu herrschen beinhaltet also eine enorme Verantwortung, die dem Menschen übertragen wird: Sorgt euch um das Wohlergehen der Erde, der Tiere und der Pflanzen!
Gott verordnet dem Land Ruhepausen - ein biblisches Umweltrecht
In den Gesetzen Moses ist eine einjährige Ruhepause für das Land alle sieben Jahre verankert. „Aber im siebten Jahr soll das Land seinen Sabbat der Ruhe haben, einen Sabbat für den Herrn, an dem du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden sollst.“ (Leviticus 25,4). Der schonende Umgang mit Ressourcen ist also in den Gesetzen der Bibel verankert.
Über 1000 Stellen in der Bibel sprechen von der Umwelt, die Gott geschaffen hat
Es gibt noch viel mehr Bibelstellen, in denen die Schönheit der Natur (und Gott als ihr Schöpfer) gepriesen wird, oder von ihrem Leiden unter den Menschen gesprochen wird. Im Oktober 2008 erschien deswegen die "Green Bible". Gedruckt auf recyceltem Papier bietet sie, neben konkreten Hilfestellungen für ökologisches Handeln und dem Vorwort von Desmond Tutu, den kompletten Bibeltext, in dem alle "ökologischen" Verse in grüner Farbe hervorgehoben sind.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Bibelverse nach der Übersetzung "Schlachter Version 2000 - neue revidierte Fassung"
- David Hulme: Ist Gott ein Grüner?
