
- Akten ade - vieles wird heute digital verwaltet - Rolf van Melis / pixelio.de
In der EDV dienen Datenbanksysteme (DBS) zur elektronischen Verwaltung von Daten. Sie haben zahlreiche Einsatzgebiete, seien es Personaldaten, Krankenakten oder Schulnoten, die am Computer verwaltet werden. Datenbanksysteme kommen immer dann zum Tragen, wenn eine große Menge an komplexen Daten verwaltet werden muss. Ein Datenbanksystem hat drei grundlegende Bestandteile: Datenbank (DB), Data Dictionary (DD) und Datenbankenmanagementsystem (DBMS). Jedes DBS besteht aus mindestens einer Datenbank, in der alle Daten gespeichert sind. Das Data Dictionary enthält das Datenbankschema. Dieses Schema beschreibt, wie die Daten in der Datenbank aufgebaut sind. Das Datenbankenmanagementsystem verwaltet und kontrolliert die Daten.
Eigenschaften von Datenbanksystemen
- Daten sind nicht nur im Arbeitsspeicher, sondern persistent gespeichert. Es muss sichergestellt sein, dass die Daten nicht verloren gehen, sobald das Programm geschlossen wird, sondern dauerhaft gespeichert bleiben. Daten müssen daher explizit gelöscht oder geändert werden.
- Eine zuverlässige Verwaltung stellt sicher, dass die Daten konsistent, integer und unversehrt sind. Dazu gehört die Möglichkeit der Wiederherstellung der Daten nach einem Programmausfall.
- Es darf keine Abhängigkeit von einem bestimmten Anwendungsprogramm bestehen. Die Daten werden einheitlich beschrieben und unabhängig verwaltet.
- Der Benutzer greift über eine Schnittstelle auf die Daten zu und muss sich nicht um Details kümmern. Gleichzeitig gilt jedoch: Auch wenn eine komfortable Verwendung angestrebt wird, muss ein direkter Zugang dennoch möglich sein. Dieser flexible Zugang soll gewähren, dass ein Ad-hoc Zugriff auf die Daten mittels einer geeigneten Anfragesprache oder anderen Hilfsmitteln möglich ist.
- Ganz im Sinne des Datenschutzes dürfen nur berechtigte Nutzer in der Lage sein, auf die Daten zuzugreifen.
- Das Datenbanksystem muss große Datenbestände, die über das hinausgehen, was im Arbeitsspeicher gehalten wird, verwalten können.
- Daten müssen redundanzarm gespeichert werden. Greifen mehrere Anwendungen auf die gleiche Datenbank zu, wird sichergestellt, dass keine doppelten Einträge angelegt werden.
- Es muss gewährleistet sein, dass das Datenbanksystem von mehreren Anwendungen gleichzeitig genutzt werden.
Datenmodelle als Grundlage von Datenbanksystemen
Das gewählte Datenmodell legt die grundlegenden Eigenschaften eines Datenbanksystems fest. Das Datenmodell bestimmt die Eigenschaften und die Struktur der Datenelemente, welche Konsistenzbedingungen gelten und welche Operationen man auf die Datenelemente anwenden kann. Es gibt relationale und objektorientierte Datenbanksystem, die jeweils vorliegen, wenn das Datenbanksystem auf einem relationalen oder objektorientierten Datenmodell basiert. Das am häufigsten verwendete Datenmodell ist heute das relationale Datenmodell. Will man aber eine objektorientiert Anwendung mit einer relationalen Datenbank kombinieren, muss man dazu eine Objektrelationale Abbildung (object relational mapping) durchführen. Objektorientierte Datenbanken haben dagegen den Vorteil, dass im Zusammenspiel mit objektorientierten Anwendungen eine homogene Entwicklung möglich ist. Die Objekte der Anwendung lassen sich direkt in der Datenbank speichern.
Quellen & weiterführende Literatur:
- Ramez Elmasri, Shamkant. B. Navathe: Grundlagen von Datenbanksystemen. 3., überarbeitete Auflage. Pearson Studium 2002
- Heide Balzert: Lehrbuch der Objektmodellierung. Analyse und Entwurf, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 1999.
