Die mangelnde Konzentrationsfähigkeit ist nur eines von vielen Symptomen. Allerdings ist dieses Symptom aus verschiedenen Gründen besonders ärgerlich. Dabei ist das Wort Ärger in einigen Fällen noch ein viel zu harmloser Begriff.

  • Konzentrationsmangel fällt auf - nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch anderen. Oft wird man als Träumer geneckt oder als schusselig verschrien, weil man wieder einmal den Schlüssel verlegt oder die leere Flasche in den Kühlschrank gestellt hat.
  • Manchmal kann mangelnde Konzentration ausgesprochen gefährlich werden. Bei der Arbeit mit Maschinen zum Beispiel oder im Straßenverkehr: "Sag mal, hast du deinen Führerschein im Lotto gewonnen? Die Ampel war rot!"
  • Eine schlechte Konzentrationsleistung, bei ADSlern in der Regel verursacht durch hohe Ablenkbarkeit und mangelhafte Impulskontrolle, wird in vielen Lebensbereichen unangenehm auffallen und ausreichend gute Leistungen sowie angemessene Verhaltensweisen erschweren: in der Schule, im Beruf, in der Partnerschaft, beim Autofahren, in der Kommunikation mit anderen Menschen.

ADS durch Anomalie im Gehirn mit Hilfe von Foren, Selbsthilfegruppen und Fachbüchern begreifen und kompensieren

Wenn Sie selbst von ADS oder ADHS betroffen sind und einen Blick dafür entwickelt haben, welche Ihrer wahrscheinlich zahlreichen Schwierigkeiten mit dieser Anomalie im Gehirn zu tun haben, werden Sie selbst weitere Beispiele für mangelnde Konzentration und Unaufmerksamkeit beitragen können. Und nun? Was bringt es, diesen Umstand zu beklagen, sich schwarz zu ärgern und den Kopf in den Sand zu stecken. Gehen Sie es offensiv an. Machen Sie sich vor allem schlau. Lesen Sie soviel wie möglich über Ihre Störung, um zu begreifen, was in Ihnen vorgeht und warum Sie sind, wie Sie sind. So werden Sie auch eher begreifen, warum Sie immer wieder anecken und Ihr Leben oft so anstrenged ist. Es gibt eine ganze Reihe von Fachbüchern, Selbsthilfegruppen und Foren im Internet.

Reizüberflutung abbauen und Konzentration fördern

Was die Konzentration so schwierig macht, ist das Chaos in Ihrem Kopf. ADSler können Reize viel schlechter filtern als andere Menschen. Ihre Wahrnehmung ist übersensibel und dadurch gestört. Außerdem finden Sie fast alles interessant. Kein Wunder, dass sie so leicht ablenkbar sind. Wenn Sie sich aber gerade im Gespräch mit Ihrem Chef befinden, weil Sie mehr Gehalt haben wollen, ist es ausgesprochen fatal, wenn Sie sich zwischendurch wegträumen.

Wenn Sie unter einem verständnisvollen Chef und in einem guten Team arbeiten, kann Angriff die beste Verteidigung sein. Stehen Sie zu Ihrer speziellen Schwäche, aber zeigen Sie auch Ihre Stärken: Ihre Kreativität, Ihre innovativen Gedanken, die andere Kollegen in diesem Maße vielleicht nicht haben. Aber bitten Sie zugleich um Verständnis. So wird man bereitwilliger das Büro-Radio samt Werbebotschaften für Sie ausmachen, wenn Sie an einer kniffeligen Aufgabe sitzen.

Eine Reihe von Maßnahmen gegen ADS kann Ihnen helfen:

  • Es gibt Medikamente, die den Gehirnstoffwechsel regulieren, der bei ADSlern gestört ist.
  • Sie könnten an einem speziellen ADS-Coaching teilnehmen oder mit ADS-Büchern tatsächlich arbeiten, anstatt sie nur durchzulesen.
  • Versuchen Sie in Ihrem Umfeld so viel Ordnung wie irgend möglich zu schaffen. Besonders Ihr Arbeitsplatz sollte möglichst reizarm sein. Werden Sie zum Leertischler. Das bedeutet, Sie verstauen alle zu bearbeitenden Vorgänge in einem Pultordner oder in einer Hängeregistratur, so dass jeweils nur ein Vorgang auf dem ansonsten fast leeren Schreibtisch liegt.
  • Es kann hilfreich sein, in der Nacht zu arbeiten, wenn andere Menschen und das Telefon schweigen.
  • Möglicherweise helfen Ohrstöpsel, um akustische Reize fernzuhalten.
  • Manche Menschen können mit leiser Musik, die sie beruhigt, besser arbeiten und sich konzentrieren. Wählen Sie möglichst sanfte Töne. Es hilft, wenn Sie die CD aus dem Effeff kennen, damit Sie die Aufmerksamkeit nicht mehr auf sich zieht.
  • Arbeiten Sie mit professionellen Ordnungssystemen und Farben als Markierung.
  • Haben Sie einen Notizblock immer griffbereit, aber bitte nur einen! Führen Sie ihn mit sich, wann immer Sie das Büro oder das Haus verlassen. Machen Sie es sich zur Angewohnheit, jeden Abend vor dem Schlafengehen hinein zu sehen und alle zu erledigenden Punkte in einen Arbeitsplan einzutragen.
  • Wenn es gerade hart auf hart geht und Konzentration besonders wichtig ist, geben Sie sich einen bewussten Ruck! Befehlen Sie Ihren Gedanken, bei der Sache zu bleiben. Heben Sie innerlichen die Hand und sagen Sie sich: Stopp!
  • In Konferenzen und anderen wichtigen Gesprächen kann Ihnen das Notizenmachen helfen, die Konzentration etwas länger als üblich zu halten.

Im Alltag mit ADS und ADHS klar kommen und Beobachtungen aufschreiben

Beobachten Sie sich selbst im Alltag. Stellen Sie fest, was Ihnen gut tut. Finden Sie heraus, was sie besonders ablenkt. Auch ADSler lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Auch Sie sind ein Individuum mit besonderen Schwächen, zum Glück aber auch mit vielen Stärken. Machen Sie sich diese Stärken - auch schriftlich - bewusst, wenn Sie sich wieder einmal geärgert haben, dass Sie sich so verdammt unkonzentriert fühlen und sich am liebsten ganz tief in Ihrem Schneckenhaus verkriechen möchten. Es kann besser werden, doch wie jede Veränderung braucht es seine Zeit. Egal. Sie geben einfach nicht auf!