Wenn ein Baby schreit, gibt es dafür die unterschiedlichsten Gründe: Hunger oder Schmerzen, aber auch Langeweile, Überreiztheit oder Einsamkeit sowie nasse Windeln oder Müdigkeit gehören dazu. Die Palette der Ursachen ist groß. An Hand der Tageszeit, des Alters des Kindes, der Dauer, Art und Lautstärke des Schreiens erhalten den Eltern Hinweise, warum ihr Nachwuchs schreit.
Junge Eltern können den Grund nicht immer sicher herausfinden. Dann bietet es sich schlicht an, das Kind zu trösten. Manche Eltern fürchten, ihr Baby damit zu verwöhnen, doch vor allem während der ersten sechs Monate ist diese Furcht unbegründet und Trösten immer ein gutes Mittel, den Säugling zu beruhigen.
Ein Baby richtig trösten
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Baby zu trösten. Wichtig ist körperliche Nähe: Ein längeres Tragen im Tragetuch, Streicheln oder Wiegen können helfen. Auch ein leichtes Klopfen, das das Kind an den Rhythmus des Herzschlags der Mutter erinnert, ist eine gute Option. Ruhe oder Ablenkung sind ebenso sinnvolle Strategien, das Baby zu beruhigen. Auf jeden Fall hilft ihm ein regelmäßiger Tagesablauf dabei, mit sich und der Welt zufrieden zu sein.
Bei manchen Säuglingen versagen aber all diese Strategien: bei so genannten Schreibabys. Sie schreien auch nach dem vierten Lebensmonat noch oft und lange. Das kann selbst erfahrene Mütter und Väter zur Verzweiflung treiben - junge Eltern fühlen sich mit dieser Situation meist überfordert.
Gefärhliches Rütteln
Das ist eine gefährliche Situation. Die Verzweiflung der Eltern kann in unkontrollierte Wut umschlagen, die für das Leben und die Gesundheit des Babys sogar mitunter bedrohlich werden kann. Nicht nur Schlagen schadet dem Kind, auch das so genannte Rütteln kann zu späteren Krankheiten oder Behinderungen führen. Es wurden auch schon Fälle berichtet, in denen Babys durch Schütteln gestorben sind.
Wenn Verzweiflung ob eines schreienden Babys in Wut umschlägt, hilft es kurzfristig, das Zimmer zu verlassen. Junge Eltern sollten sich bemühen, selber möglichst ausgeruht zu sein. Dazu gehört vor allem, so viel eigenen Schlaf wie möglich zu finden.
Hilfe für Schreibabys
Mittel- und langfristig brauchen die Eltern von Schreibabys Hilfe. Diese finden sie mitunter in der eigenen Verwandtschaft oder Bekanntschaft. Eltern von „Schreibabys“ sind gut beraten, sich in der Betreuung des Kindes abzuwechseln, mit dem Partner oder mit einem anderen Menschen, etwa den Großeltern.
Mittlerweile gibt es auch Hilfe von außerhalb, wenn Babys permanent schreien. Es ist keine Schande, eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen. Gerade für Eltern von „Schreibabys“ haben sich Schreiambulanzen gebildet. Es ist auch ratsam einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufzusuchen, weil hinter permanentem Schreien auch eine Krankheit stecken kann. In jedem Fall finden die Eltern dort Ansprechpartner, die deren Probleme mit Respekt und Verständnis behandeln.
