
- Ausflugsschiff auf der Ruhr in Essen-Werden - Thomas Max Müller, Pixelio
Die Ruhr entspringt im Sauerland und durchfließt die Ruhrgebietsstädte Bochum, Hattingen, Essen und Mülheim, bevor sie im Duisburger Hafen in den Rhein mündet. Für die industrielle Schifffahrt wird sie praktisch kaum genutzt, da nicht tief genug. Es stehen eher Freizeitaktivitäten wie Paddeln, Tret- oder Ruderboot fahren und Angeln im Vordergrund. Aufgrund des geringen Tiefganges von Ausflugsschiffen verkehren dort verschiedene Schiffe der Weißen Flotte. Schiffsanlegestellen gibt es unter anderem am Mülheimer Wasserbahnhof sowie den Essener Stadtteilen Kettwig und Werden.
Schwimmen ist in der Ruhr eigentlich verboten, da sie trotz ihrer nicht allzu großen Tiefe (maximal zwei Meter) über Strudel und mitunter gefährliche Strömungen verfügt. Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die die Ruhr zum Schwimmen und Baden nutzen.
Die Ruhr durchfließt mehrere künstlich angelegte Stauseen - in Bochum den Kemnader Stausee, in Essen-Werden den Baldeneysee, auf dem in der warmen Jahreszeit regelmäßig Regatten stattfinden, sowie den Kettwiger Stausee. Auch Segler und Surfer kommen auf dem Baldeneysee auf ihre Kosten. Seit zwei Jahren ist das alte Baldeneyer Strandbad wieder für Sonnenanbeter geöffnet. Es war Anfang der 1980er Jahre nach einem Giftgasunfall, bei dem einige Badegäste schwer verletzt wurden, geschlossen worden.
Die Ruhr als Ausflugsziel
Da die Ruhr durch landschaftlich reizvolles Gebiet fließt, wobei es sich zumeist um Wiesen- und Waldlandschaften handelt, werden die Uferwege gerade an sonnigen Tagen stark von Spaziergängern, Inline-Skatern, Walkern, Joggern und Radfahrern genutzt. Häufiger kommt es zu Interessenkonflikten zwischen den einzelnen Gruppen.
In Ruhrnähe gibt es viele gastronomische Möglichkeiten wie etwa das Restaurant Tomate an der Mendener Straße in Mülheim/Ruhr, das neben Kaffee und Kuchen internationale Küche anbietet. Zudem fließt die Ruhr durch den historischen Stadtkern von Essen-Kettwig, in dem es neben alten, bewohnten Fachwerkhäusern auch jede Menge Restaurants und Straßencafés gibt. Zwischen Werden und Kettwig gibt es das Café-Restaurant Am Kattenturm, an das auch ein gepflegter Minigolf-Platz angegliedert ist.
Künstliche Wasserstraßen im Ruhrgebiet
Hierzu zählen Kanäle, die ursprünglich für die reine Binnenschifffahrt angelegt worden sind, wie etwa der 1904 in Betrieb genommene Rhein-Herne-Kanal oder der Dortmund-Ems-Kanal, in den der Rhein-Herne-Kanal kurz hinter Herne mündet.
Wie der Name bereits sagt, verbindet der Rhein-Herne-Kanal die Stadt Herne mit dem Duisburger Hafen, wo er in den Rhein mündet. Er durchfließt Herne, Gelsenkirchen, Bottrop, Essen, Oberhausen und Duisburg. Am Centro in Oberhausen ist sogar eine kleine Marina für Freizeitkapitäne entstanden.
Das Schwimmen in Kanälen ist nicht aufgrund von Strömungen oder Untiefen gefährlich, sondern eher aufgrund der Schifffahrt. Bisher ist es noch nicht zu nennenswerten Zwischenfällen gekommen, bei dem ein Schwimmer in eine Schiffsschraube geraten ist, oder bei dem Jugendliche von einer der zahlreichen Brücken in den Kanal gesprungen sind, dennoch ist die Gefahr, die von Binnenschiffen ausgehen kann, auch für erfahrene Schwimmer nicht zu unterschätzen. Nähert sich ein Schiff, saugt es zunächst das ganze Wasser an und gibt es, sobald es vorbei ist, wieder frei, so dass es teilweise zu heftigem Wellengang kommen kann.
Die Ufer des Kanals werden hauptsächlich von Radfahrern, Spaziergängern und Joggern genutzt, Rudervereine wie der RuWa Dellwig an der Stadtgrenze Essen-Dellwig/Bottrop-Lehmkuhle nutzen den Kanal zu Trainingszwecken. Am Centro gibt es zahlreiche gastronomische Möglichkeiten, in Dellwig, kurz vor der Oberhausener Stadtgrenze, gibt es an der Vondernstraße den Alten Wasserbahnhof in unmittelbarer Nähe zum Kanal. Neben Kaffee, Kuchen und regionalen Gerichten ist der Alte Wasserbahnhof für seine Berliner Weiße berühmt.
Die Emscher und ihre Nebenflüsse
Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts damit begonnen wurde, die Emscher und ihre zahlreichen Zuflüsse industriell zu nutzen, wurden die ehemals natürlichen Gewässer mit einem Betonbett ausgestattet und begradigt. Die Renaturierung schreitet jedoch immer weiter voran, wobei geplant ist, dass die Renaturierung der Emscher bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein soll. Bei einigen ihrer Nebenflüsse ist dies zumindest in Teilabschnitten schon der Fall, etwa am Kirchschemmsbach in Bottrop, am Mühlenbach in Essen-Fulerum oder am Läppkes Mühlenbach auf der Stadtgrenze Essen - Oberhausen. Die Bachläufe durchfließen meist ruhige Wiesen- und Waldlandschaften, die gerne von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden. Teilweise sind auch wunderschöne Biotop-Landschaften entstanden. Die Emscher selbst ist bislang nur auf einem Teilstück im Dortmunder Westfalenpark renaturiert worden.
Die Ufer der Emscher sind noch nicht für Spaziergänger frei gegeben, auch wenn die grasbewachsenen Deiche grundsätzlich dazu geeignet wären. Hierbei steht insbesondere die Sorge um spielende Kinder und Tiere im Vordergrund, die in dem Fluss ertrinken könnten, wenn dieser Hochwasser führt. Gleichwohl hält der strenge Abwassergeruch, der insbesondere an warmen, schwülen Sommertagen besonders deutlich wahrnehmbar ist, viele Menschen davon ab, sich der Emscher und ihren Nebenflüssen zu sehr zu nähern.
