Wasserwandern auf Ruhr und Lippe

Im Paddelboot - Rainer Sturm/pixelio.de
Im Paddelboot - Rainer Sturm/pixelio.de
Ruhrgebiet bedeutet Industriegebiet, so denken viele Leute. Doch zwischen Ruhr und Lippe findet man auch "Natur pur", beispielsweise beim Wasserwandern.

Wasserwandern kann man auf unterschiedlichste Weise. Die einen mieten sich eine komfortable Stahlmotoryacht und schippern durch Holland oder auf der Müritz, die anderen wollen selbst Hand anlegen und leihen sich Kanus, Kajaks, Schlauch- oder Ruderboote, um die Wasserstraßen des Ruhrgebietes gemächlich zu erkunden. Ob als Tagesausflug oder geplant für mehrere Tage, allein oder mit Freunden, egal, Hauptsache man kann den stressigen Alltag vergessen und gleitet im Boot durch die Natur.

Die Paddelreviere der Lippe

Entlang der Lippe gibt es zwei Reviere, die für Paddler geeignet sind: die "Westliche Lippe" und die "Östliche Lippe". Das westliche Revier liegt zwischen Wesel an der Lippemündung und Haltern, dem Tor zum Münsterland. Hier zieht sich die windungsreiche Lippe entlang des nördlichen Ruhrgebietes durch eine wunderschöne Wiesen- und Felderlandschaft. Das gemächlich dahin fließende Gewässer ist ganzjährig befahrbar und aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeit auch für Paddelanfänger geeignet. Begegnungen mit Berufsschiffen wird es auf der Lippe nicht geben, denn Lasten werden auf dem Wesel-Datteln-Kanal transportiert, der parallel zur Lippe verläuft.

Das östliche Paddelrevier der Lippe reicht von Haltern, welches seine Wurzeln bereits in der Römerzeit nachweisen kann, bis nach Hamm (gegründet 1226). Bei Haltern kann auch auf dem gleichnamigen Stausee und dessen Zufluss, der Stever, gepaddelt werden. Bezieht man den Datteln-Hamm-Kanal, den Dortmund-Ems-Kanal und den Wesel-Datteln-Kanal in die Flusswanderung mit ein, sind sogar Rundtouren möglich.

Die Paddelreviere der Ruhr

Die Route "Westliche Ruhr" führt vom Essener Baldeneysee, dem größten der sechs Ruhrstauseen, mitten durchs grüne Herz des Ruhrgebietes, über Mülheim bis nach Duisburg mit dem größten Binnenhafen der Welt. Das "mittlere Ruhrtal" beherbergt neben dem Kemnader Stausee und dem Harkortsee, beides Ruhrstauseen und Naherholungsgebiete, die eigentliche Wiege des Ruhrbergbaus. Doch von den Ursprüngen der Industrie ist kaum noch etwas zu entdecken. Ufer und Hänge der Ruhr sind weitgehend unbebaut.

Neben dem Fluss schlängelt sich der Leinpfad, auf dem frührer Menschen oder Zugtiere Frachtkähne flussaufwärts gezogen haben. Heute ist der Leinpfad an der Ruhr ein wichtiger Radwanderweg, der den Fluss von seiner Quelle in Winterberg bis zu seiner Mündung in Duisburg über 230 Kilometer begleitet. Wer also nicht ständig die Ruhr hinauf oder hinunter paddeln will, kann seinen Weg auf dem Leinpfad zu Fuß oder mit dem Rad fortsetzen.

Wenn die Ruhr im "östlichen Paddelrevier" die Stadt Fröndenberg erreicht, hat sie bereits 500 Meter Höhenunterschied überwunden und fließt nun ruhig dahin. Ab hier wird das Ruhrtal nach Norden hin durch die mit Buchen bewaldeten Hänge des Ardeygebirges begrenzt, welches zum Rechts-Rheinischen Schiefergebirge zählt. Kurz vor dem ersten großen Ruhrstausee, dem Hengsteysee, fließt die Lenne in die Ruhr. Als größter Nebenfluss der Ruhr verdoppelt sie nahezu deren Abflussmenge. Für den sportlichen Freizeitpaddler bietet die Lenne unterhalb der Wildwasserstrecke bei Hohenlimburg einen interessanten Flussabschnitt. Der zweite Ruhrstausee, der Harkortsee, liegt zwischen Hagen, Herdecke und Wetter. Er dient unter anderem, wie alle anderen Ruhrstauseen, als Flusskläranlage. Jedoch macht ihn ein großes Angebot an Freizeitmöglichkeiten zu einem beliebten Ausflugsziel im Revier.

Regeln beim Wasserwandern

  • Einweisung in die Technik des Kanufahrens durch den Bootsverleiher und Erläuterung der örtlichen Gegebenheiten
  • Keine Uferböschungen und Schilfgürtel befahren oder begehen. Dies dient dem Schutz der Pflanzen und Tiere.
  • Nur an dafür vorgesehenen Plätzen anlanden, Pausen und Übernachtungen nur auf gekennzeichneten Rastplätzen.
  • Rastanlage sauber verlassen, Abfälle gehören in die dafür vorgesehenen Behälter.
  • Unterwegs Abfälle an Bord sammeln, nichts ins Wasser werfen.
  • Schwimmwesten tragen
  • keine Tour bei Hochwasser
  • Augen auf bei Berufsschifffahrt! An manchen Stellen auf Rhein und Ruhr, sowie den Seen, verkehren Lastkähne und Fahrgastschiffe. Die Berufsschifffahrt hat Vorfahrt, es gilt rechts vor links. Abstand halten und Achtung vor der Bugwelle.
  • Kein Alkohol an Bord. Alkohol hebt zwar die Stimmung, macht aber auch hilflos in Krisensituationen und beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit.
  • kein Lärm

Wer Lust bekommen hat, das Ruhrgebiet auf dem Wasser zu erkunden, findet bei einer Fülle von Kanuverleihern und Anbietern von Wasserwandertouren sicherlich genau das für ihn passende Urlaubsvergnügen.

Quelle: Wasserwandern im Ruhrgebiet, Regionalverband Ruhr

Anke Obst - Hallo zusamen! Mein Name ist Anke Obst und ich bin noch recht frisch bei suite101. Von Beruf bin ich Beamtin bei der Stadt Essen und in ...

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