Im Jahr 2008 wurde der Masterplan für die sogenannte Waterfront City in Dubai der Öffentlichkeit vorgestellt. Dubai Waterfront ist der Name eines riesigen Bauprojektes im Emirat Dubai der Vereinigten Arabischen Emirate. Es soll 30 bis 38 Kilometer südwestlich der Stadt Dubai an der Küste und Grenze zu Abu Dhabi unter der Projektführerschaft von Nakheel Properties verwirklicht werden.
Nachhaltige Gesamtplanung
Das Mega-Stadtprojekt wird Wohnungen für voraussichtlich 1,5 Millionen neue Einwohner bereitstellen und damit Dubais Bevölkerung verdoppeln, dabei sollen gleichzeitig rund eine Million neuer Arbeitsplätze entstehen. Der Masterplan für das Herzstück der Planstadt, der 1,7 Quadratkilometer großen Waterfront City, stammt vom Office for Metropolitan Architecture (OMA) des Niederländers Rem Koolhaas. OMA entwarf bereits eine ähnliche quadratische Stadt für Ras al Khaimah.
Stadt am Ufer
Bei seiner Fertigstellung wäre Dubai Waterfront das längste von Menschen erschaffene Ufer der Welt. Das Projekt ist eine Anhäufung von gezirkelten Bauflächen durchsetzt von Kanälen, inneren Wasserflächen und sechs ins Meer hinausragenden Inseln, die neben Luxushotels, Wohngebäuden und Villen auch lokale Einkaufsstätten, Parks und marine Verkehrsanlagen beherbergen. Die gesamte Stadtfläche soll in zehn relativ autarke Distrikte aufgeteilt werden. Das Gebiet wäre mit einer Gesamtfläche von 440 Quadratkilometern etwa halb so groß wie Berlin und zweimal so groß wie Hongkong.
Vorbild Manhattan
Anfang 2007 hatte der Entwickler Nakheel das Architekturbüro Office of Metropolitan Architecture (OMA) mit dem Entwurf einer hochverdichteten Stadt im Meer beauftragt, die weitgehend vom Auto unabhängig funktionieren soll. Waterfront City konzipierten die Planer daher in Anlehnung an das Straßennetz und die Dichte Manhattans. Der Entwurf bietet eine Mischung aus Kommerz, Einzelhandel, Kultur und Wohnen. Sieben Millionen Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfasst OMAs Masterplan für die Insel im Meer. Rund 90.000 Menschen sollen einmal auf der Stadtinsel wohnen und etwa 300.000 Pendler dort arbeiten.
Menschenfreundliche Metropole?
Umgeben ist die Stadt von den neuen Distrikten „Boulevard“, „Madinat Al Soor“, „Resort“ und „Marina“. Die Architekten bezeichnen die Insel als „eine Stadt in einem menschlichen Maßstab, die nicht nur den leichten Fluss des Verkehrs sicherstellt, sondern auch gehbare Entfernungen zwischen den Straßenblöcken schafft.“ Der Entwurf sieht eine Rasterung des Inselquadrats in fünf mal fünf Straßenblöcken vor, die Verbindung zum Festland wird durch fünf Brücken hergestellt. Auch ein Central Park, ein weiträumiger Moscheen-Bereich und Landmarks wie das „Riesenauge“ – ein Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum, das die Hafeneinfahrt überblickt – sind fester Bestandteil des Konzeptes.
Traditionen nutzen
Das zentrale Thema der Retortenstadt ist die Dichte. Die Architekten haben die ökonomische Bauweise traditioneller arabischer Städte studiert und kamen zu dem Ergebnis, dass die aufgelockerte, raumfressende Bauweise westlicher Stadtlandschaften des 19. und 20. Jahrhunderts in eine ökologische Falle führt. So soll die neue Dichte, die nicht Enge bedeuten muss, intelligent organisiert werden. Kurze Laufwege sollen die Verbannung des Individualverkehrs erleichtern. Die höchsten Gebäude sollen im Süden der Insel gebaut werden, um so für eine maximale Verschattung und Klimakontrolle zu sorgen. Städtebaulich eingeplante Windkanäle könnten für zusätzliche Kühlung sorgen. Arkadengänge, Bäume und schattenbildende Objekte im Straßenraum werden vor Sonneneinstrahlung schützen.
Neue Infrastruktur
Ein neues öffentliches Nahverkehrssystem soll die gesamte Waterfront mit dem Al Maktoum International Airport verbinden, der zur Zeit im Bau ist und Dubais Hauptflughafen werden soll. Südlich der flächig auslaufenden Dubai-Waterfront-Bebauung wird der bereits im Bau befindliche Arabian Canal in die offene Landschaft hineingeführt, um in einer Südschleife durch die Wüste 75 Kilometer lang etwas weiter im Osten bei der Dubai Marina wieder im Meer zu münden.
