
- Rettungsbake im Watt - B.Jäger-Dabek
Das Watt ist ein faszinierender Lebensraum, den Ebbe und Flut täglich verändern. Der Nationalpark gehört zu den vogelreichsten Regionen Mitteleuropas und ist Kinderstube für vierzig Fischarten.
Inseln im Strom
Eigentlich wollte Hamburg ja hier in der Elbmündung einen Tiefwasserhafen bauen, doch es kam anders: Im April 1990 wurde hier der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer errichtet. Kern dieses mit13 750 Hektar kleinsten Wattenmeer-Parkes ist die Scharhörnplatte mit der Düneninsel Scharhörn, der von Menschenhand geschaffene Insel Nigehörn sowie Neuwerk.
Lebensraum Watt
Einmalig in der Welt sind die Wattgebiete zwischen den Niederlanden und Dänemark und eine der größten zusammenhängenden Wattflächen liegt vor Cuxhaven. Nun schützt also ein Nationalpark diesen Nordseeteil, denn das Wattenmeer gilt als eine der letzten Naturlandschaften Mitteleuropas. Was für den Laien wie eine graubraune Schlickwüste aussieht ist nämlich ein enorm dicht besiedelter Lebensraum und ein sehr komplexer dazu. Um die 40 000 Kleinkrebse und 270 000 verschiedenste Schnecken, sowie an die 10 000 Muscheln und weitere zahlreiche Kleinlebewesen teilen sich einen Quadratmeter dieses Ökosystems. Auf nur hundert mal hundert Meter Fläche haben die Wattbewohner eine Biomasse von drei bis zwölf Tonnen Nassgewicht, weit mehr als im Urwald. Im Nationalpark gibt es etwa 2000 Tierarten, wovon etwa 250 nur hier in den Salzwiesen vorkommen
Vogelparadiese im Watt
Allein in diesem kleinen Nationalpark machen gut 100 000 Zugvögel Rast auf ihrem weiten Weg vom und in den Süden, er ist also eine Drehscheibe des Vogelzuges. Bis zu 2000 Ringelgänse rasten jährlich auf Neuwerk und futtern sich hier die nötigen Fettreserven für die langen Wege von und nach Sibirien an. Auf den Salzwiesen im Deichvorland Neuwerks brüten zahlreiche Wat- und Wandervögel, die Seeschwalbenkolonie des Parks umfasst an die 10 000 Vogelpaare und vor Scharhörn wurden mehr als 60 000 Strandläufer beobachtet. Auch ein wichtiger Mauserplatz ist der Nationalpark, auf der gesamten Scharhörnplatte sammeln sich die Brand- und Eiderenten zur Mauser.
Seehunde beobachten am kleinen Vogelsand
Eine besondere Attraktion des Parks sind die Seehunde, die um Neuwerk in großer Zahl zu Hause sind. Bei einer Wattwanderung von Neuwerk zum Kleinen Vogelsand kann man sie am Elbe-Neuwerk-Fahrwasser beobachten. Manchmal kann man sie auch vom Linienschiff MS Flipper aus beobachten, das täglich Neuwerk mit Cuxhaven verbindet. Die Reederei Cassen Eils, der die MS Flipper gehört veranstaltet auch tägliche Schiffstouren zu den Seehundsbänken in der Elbmündung.
Bernstein suchen im Watt
Dort wo die Seehunde sind, nördlich von Neuwerk auf dem kleinen Vogelsand an der Wattkante zum Elbfahrwasser werden Schatzsucher fündig, denn hier gibt es Bernstein, der von den Elbgezeiten frei und auf die Sandbänke gespült wird. Mit etwas Glück kann hier jeder fündig werden, denn das Betreten ist ausdrücklich gestattet.
Wer mehr wissen will, kann auch an einer geführten Wattwanderung zu den Bernsteinen auf dem Kleinen Vogelsand teilnehmen, die von der Nationalparkverwaltung angeboten wird.
