"We Animals" - Der Alltag zwischen Mensch und Tier

Abfallprodukt  - Jo-Anne McArthur
Abfallprodukt - Jo-Anne McArthur
Die preisgekrönte Fotografin Jo-Anne McArthur betrachtet die Beziehung zwischen dem Menschen und dem Tier aus einem bewegend fotografischen Blickwinkel.

Durch die Linse ihrer Kamera entblößen sich brutale und komplexe Welten, in denen menschliche Geschöpfe sich an den tierischen bedienen. Ganz normal und ganz alltäglich. Sie ganz normal und ganz alltäglich falsch behandeln, missverstehen und benutzen. Die kanadische Fotografin Jo-Anne McArthur hat es sich zum Ziel gemacht, unser Verhältnis und unser Verhalten zum Tier in den normalen, wenig beachteten Alltagssituationen auf eine unaufdringliche, aber eindringliche Weise dar zu stellen. Es geht ihr dabei nicht um die vordergründigen, offensichtlichen und brutalen Quälereien. Sie will die stillen, geduldeten, manchmal kaum wahrnehmbaren psychischen und physischen Misshandlungen dar stellen, die Tiere erleiden weil sie eine Rolle in unserem Leben spielen.

Die Wahrheit und die Macht der Fotografie

Fotografie hat eine einzigartige Macht, Geschehnisse aufzudecken, sie hervor zu heben und bloß zu stellen und sie dadurch zu verändern. Die Bilder von Tieren, die in einer selbstverständlichen Art für uns, von uns genutzt und benutzt werden, quellen durch Jo-Annes Linse hervor und spiegeln eine tiefe, dunkle Wahrheit wieder. Ihre aufsehenerregenden Fotografien von geknechteten und unterdrückten Tieren enttarnen unsere Lethargie und Selbstgefälligkeit. Und mehr und mehr Menschen weigern sich, wenn sie diese Bilder richtig angeschaut haben, oberflächlich und bequem das Leiden anderer Geschöpfe hin zu nehmen.

Das Projekt "We Animals" enthüllt den Alltag zwischen Mensch und Tier

We Animals“ ist ein außergewöhnliches Projekt, welches die alltägliche Beziehung zwischen Mensch und Tier in menschlicher Umgebung dokumentiert. Der Titel des Projektes lässt genügend Spielraum für Interpretation und Verwicklung. Barrieren sollen abgerissen werden, die wir errichtet haben und die uns erlauben nicht menschliche Wesen als Objekte zu behandeln und nicht als sensible Geschöpfe, denen wir so viel ähnlicher sind, als wir uns oft genug eingestehen wollen. Tiere sind sensible Wesen, die wie wir Schmerz und Wohlgefühl, Leid und Freude, Trauer und Glück, Einsamkeit und Sozialgefühl erleben. Die Fotos sollen dem Betrachter neue Perspektiven, andere Bedeutungen über diese ganz normalen alltäglichen Situationen vermitteln, in denen sich Menschen und Tiere begegnen.

Bei der Fotografin Jo-Anne McArthur dreht sich alles um die Liebe zum Tier

Das Leben der 34-jährigen, die aus Toronto stammt, hat sich immer um Tiere gedreht. Irgendwann hat Jo-Anne festgestellt, sie kann am meisten erreichen wenn sie ihr Talent für die Fotografie mit ihrer Liebe zum Tier sinnvoll verbindet und öffentliche Aufmerksamkeit für dessen Lage erregt. Sie beginnt in ihrer nächsten Umgebung zu fotografieren; auf Märkten und Schlachthöfen, Zirkussen und Zoos und erweitert den fotografischen Horizont nach und nach mit dem geografischen Horizont. Mittlerweile ist Jo-Anne McArthur sechs Monate im Jahr weltweit auf den sieben Kontinenten unterwegs, um die Beziehung vom Mensch und Tier rund um den Globus aufzuspüren und mit der Kamera bloß zu stellen.

Eines ihrer ersten beeindruckenden Fotos schoss sie von einem kleinen Affen, der an einen Fensterrahmen in Ecuador angekettet und trainiert worden war, vorbei gehenden Passanten die Brieftasche aus der Hose zu stehlen. Mit ihren Fotos wollte sie den Beteiligten demonstrieren, wie tragisch dieser kleine Affe benutzt wurde. Sie wollte jedem der Vorbeigehenden zeigen, was sie so deutlich sah, so eindringlich empfand; nämlich wie unwürdig es ist und einfach falsch, eine lebendige Kreatur ab zu richten und zur Schau zu stellen. Ein fühlendes Wesen als Opfer und Sklaven zu demütigen und dass in dieser Demütigung kein Platz für irgendeine Kuriosität, irgendein Vergnügen für den Menschen sein kann.

Fotos, deren Botschaft man sich nicht entziehen kann

Niemand kann sich diese Fotos ansehen und dabei keinen Schmerz empfinden, nicht Ungerechtigkeit und Mitleid fühlen und tief gestört sein. Die hässlichen Bilder berühren unser Bewusstsein und erinnern und ermahnen, dass wir die Macht haben etwas zu tun und die Dinge richtig zu stellen. Und dass wir es unseren Mitgeschöpfen schuldig sind, sie vor uns zu beschützen.

Jo-Anne McArthurs Arbeit wurde mit internationalen Auszeichnungen geehrt. Ihre Bilder wurde unter anderem veröffentlicht in: Canadian Geographic Magazine, The New York Times, The Globe and Mail, World Society for the Protection of Animals und Jane Goodall Institute. Mittlerweile profitieren mehr als 60 Tierschutzorganisationen weltweit von ihren Bildern und dem Projekt „We Animals“.

Quelle: We Animals

Susanne Everding, Susanne Everding

Susanne Everding - Susanne Everding Autor - Tierschutz, Ernährung, Regionales, Aktuelles Das geschriebene Wort fing an, mich im Alter von acht ...

rss