Es spricht sehr vieles dafür, auf Linux umzusteigen, aber auch einiges dagegen. Man will ja das funktionierende Windows nicht gegen ein unbekanntes Linux umtauschen. Und die Fragen, ob man alle Programme unter Linux wiederfinden können auch nicht ohne weiteres beantwortet werden. Diese Hilfe bietet die Entscheidungshilfe und den Umstiegsfaden.
Vorbereitung zum Test
Als erstes empfiehlt es sich unter Windows die Software zu installieren, die auch unter Linux funktioniert. Damit vermeidet man von vornherein die Umgewöhnungsphase für die Standard-Software. Hier ist eine kurze Liste der Standard-Software, die sowohl unter Linux als auch unter Windows ohne Probleme läuft:
- Internet: Mozilla Firefox, Opera
- E-Mail: Mozilla Thunderbird, Opera
- Office: OpenOffice, Adobe Acrobat Reader, Abi Word
- Grafik: Gimp
Wenn man sich angewöhnt diese Software statt der Microsoft oder anderer rein Windows-basierter Software zu benutzen, wird der Umstieg auf Linux deutlich leichter fallen.
Test der Linux Distributionen
Linux ist leider nicht gleich Linux. Es gibt eine schier unendliche Anzahl von Linux-Distributionen, die um die Gunst des Benutzers werben. Für fast jede erdenkliche Spezial-Aufgabe gibt es eine eigene, angepasste Linux-Distribution. Für den Einstieg sollte man sich nur auf die großen Distributionen konzentrieren, da man zu diesen am einfachsten Hilfen für Anfänger findet. In deutschen Sprachraum sind OpenSuSE (aktuelle Version 10.3) von Novell und Ubuntu (aktuelle Version 8.04) verbreitet.
Um eine oder andere Distribution zu testen und auch die beste grafische Oberfläche zu wählen ist es besser Linux nicht direkt auf den Rechner zu installieren, da man dabei die Gefahr läuft, das noch funktionierende Windows zu gefährden - ohne Kenntnisse. Es ist einfacher und sicherer Linux unter einer virtuellen Umgebung zu installieren. Dabei wird ein kompletter Rechner von der Software nachgebildet. Die kostenlosen Programme zu Virtualisierung sind folgende:
- VMWare Player - nur Ausführen der vorhandenen virtuellen Installationen
- VMWare Server - Anlegen und ausführen von virtuellen Installationen, Registrierung notwendig
- VirtualBox - Anlegen und Ausführen von virtuellen Installationen, für Privatnutzer auch mit USB-Support
Vorteile der virtuellen Installation:
- Kein Neustart vom Computer, um von Windows auf Linux umzuschalten.
- Windows-Installation wird nicht angetastet.
- Für VMWare gibt es im Internet fertige virtuelle Installationen zu einigen Linux-Distributionen.
- Ist Installation gescheitert, einfach die Dateien löschen und neu Installieren.
- Mit Snap-Shot-Funktion kann man ein funktionierenden Zustand einfrieren und weiterarbeiten. Macht man ein Fehler, kann man immer zu den funktionierenden Zustand zurückkehren.
Virtuelle Installationen eignen sich sehr gut für den Test der unterschiedlichen Distributionen und für die ersten Schritte unter Linux. Durch die Snap-Shot-Funktion verliert man auch die Angst „etwas falsch“ zu machen. Unter der Virtuellen Umgebung lernt man auch die manuelle Installation von Linux, die notwendig ist, um später Linux und Windows auf dem PC parallel installieren zu können. Fehler hier sind ohne schwerwiegende Folgen. Hier kann auch überprüft werden, ob die notwendige Software unter Linux verfügbar ist oder durch andere ersetzt werden kann.
Test der Hardware
Im letzten Schritt vor dem "Endgültigen Umstieg auf Linux" ist die Überprüfung, ob die gewählte Distribution die eigene Hardware des PCs unterstützt. Das kann am einfachsten durch eine Live-CD der jeweiligen Distribution erledigt werden. Läuft die Live-CD wie gewünscht mit Sound, WLAN und richtigen Auflösung, kann man sich an die geübte Installation von Linux heranwagen und Windows "vergessen". Nach der Installation laufen die „Experimente“ mit Linux dann auf einer produktiven Umgebung. Aus diesem Grund, auch unter Linux, das Sichern der Daten nicht vergessen.
Viel Spaß beim Experimentieren mit Linux!
