Weihnachten Beobachtung eines Weihnachtsbaums im Weltraum

"Christmas Tree"-Sternhaufen, aufgenommen mit dem - ESO
Ende 2011 Anfang 2012 beobachten die Weltraumteleskope MOST, CoRoT, Spitzer und Chandra den Sternenhaufen „Christmas Tree" im Weltall.

Wenn im Jahr 2011 die Menschen auf der Erde Weihnachten und im Januar 2012 das Neue Jahr und das Dreikönigsfest feiern ,beobachten erstmalig, gleichzeitig, über Wochen, Wissenschaftler mit den Weltraumteleskopen MOST, CoRoT, Spitzer und Chandra den Sternenhaufen „Christmas Tree" im Weltall. An der astronomische n Beobachtungskampagne sind weltweit vier Satelliten und zwei Observatorien beteiligt. Das Besondere: Die vier Weltraumteleskope beobachten den etwa sechs Millionen Jahre jungen Sternhaufen in unterschiedlichen Wellenlängen.

Die Wissenschaftlerinnen Konstanze Zwintz und Paula Stella Teixeira, beide vom Institut für Astronomie der Universität Wien, beteiligten sich am Projekt, dessen wissenschaftliches Teams sich aus Wissenschaftlern der USA, Kanada, Brasilien und Österreich zusammensetzen. Siesuchen nach neugeborenen Sternen und widmen sich der Erforschung des inneren Aufbaus von Sternen. Die Wissenschaftler betonen, dass die Beobachtungen im sichtbaren Licht aber auch im infraroten sowie im Röntgenbereich, gemacht werden.

Der Sternenhaufen „Weihnachtsbaum“ stellt sich vor

Das „Weihnachtsbaum"-Cluster zählt zu den jüngsten im Weltraum, hat die astronomische korrekte Bezeichnung NGC 2264 und ist etwa 1.800 Lichtjahre von der Erde entfernt. Im Beobachtungszeitraum von „Christmas Tree“ werden rundgerechnet 5 000 Sternen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und Massen untersucht. Konstanze Zwintz, erklärt, dass die von den vier Satelliten und von den Teleskopen der der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile und am Mauna Kea in Hawaii durchgeführten Messungen in vier unterschiedlichen Wellenbereichen wichtig sind. Sie informiert, dass auch unsere Milchstraße in den unterschiedlichen Wellenlängen jeweils anders aussieht und im Sternhaufen 'Christmas Tree' ebenfalls andere Details sichtbar werden.

Wiener Astronominnen arbeiten im internationalen Team

Konstanze Zwintz und Paula Stella Teixeira machen sich auf die Suche nach Planetensystemen um neu entstandene Sterne. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es für sie, pulsierende junge Sterne im "Christmas Tree"-Cluster zu untersuchen. Sie ziehen aus den Untersuchungen Rückschlüsse auf den Aufbau der Sterne. Sie erwarten von diesem einzigartigen Beobachtungsprojekt neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Planeten.

Wissenschaftlerin untersucht den inneren Aufbau der Sterne

Konstanze Zwintz beschäftigt sich vorrangig mit den lichtstärkeren, das heißt mit den massereicheren und schon besser entwickelten Mitgliedern des "Christmas Tree"-Sternhaufens und deren Sternpulsationen: "Die Untersuchung von Sternschwingungen, in der Fachsprache Asteroseismologie, erlaubt uns – ähnlich wie bei der Erdbebenanalyse, Rückschlüsse auf den inneren Aufbau der Sterne. Junge, noch wenig entwickelte Sterne haben eine andere innere Struktur als ältere Sterne." Zwintz ist Lektorin am Institut für Astronomie der Universität Wien und APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Paula Stella Teixeira betreut die Neugeborenen des Sternhaufens

Paula Stella Teixeira untersucht die jüngsten und lichtschwächsten Sterne des "Christmas Tree"-Cluster, die teilweise noch in ihrer Geburtswolke eingebettet sind. "Die Wechselwirkungen eines neu geborenen Sterns mit der ihn umgebenden Staub- und Gashülle erlauben uns, mehr über die ersten Phasen im Sternleben zu lernen. Damit gewinnen wir auch mehr Information über die Entstehung und Entwicklung unserer eigenen Sonne", erklärt Teixeira, die als Post-Doc am Institut für Astronomie der Universität Wien in der Arbeitsgruppe von João Alves arbeitet. Sie ist für die CoRoT-Messungen von jungen Sternen verantwortlich.

Die Weltraumteleskope MOST und CoRoT erfassen alle Mitglieder des "Christmas Tree"

Der kanadische Mikro-Satellit MOST wird während seiner Beobachtungszeit die 90 hellsten Sterne im Feld des Sternhaufens im sichtbaren Licht aufnehmen. Das europäische Weltraumteleskop CoRoT wird das Licht mehrerer Tausend Sterne – darunter die lichtschwächsten Objekte – in dieser Region am Himmel sammeln. Die Daten von MOST und CoRoT zusammen werden eine homogene Analyse aller Mitglieder von NGC 2264 im gesamten Helligkeitsbereich ermöglichen.

Das Weltraumteleskop Spitzer arbeitet im infraroten Licht, Chandra im Röntgenbereich

Der NASA-Satellit Spitzer beobachtet die Sterne des "Christmas Tree"-Sternhaufens im

infraroten Bereich. Strahlung in diesem Wellenlängenbereich wird von den Staub- und Gashüllen von gerade entstandenen Sternen ausgesendet. Chandra, das vierte beteiligte Weltraumobservatorium – ebenfalls von der NASA, untersucht die äußersten Bereiche der Staub- und Gashüllen um junge Sterne und kurze, explosive Phänomene in dem jungen Sternhaufen im Röntgenbereich.

Beobachtungen durch Teleskope der ESO, von der Erde aus

Die Beobachtungen im Weltraum werden gleichzeitig international mit Messungen von Observatorien auf der Erde, in Chile, vom Teleskope an der Europäischen Südsternwarte ESO und am Mauna Kea in Hawaii, unterstützt. Die dabei gesammelten Daten liefern Informationen, die eine Grundlage bilden, um die chemischen Zusammensetzungen der Sterne zu studieren.

Quelle:Universität Wien

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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